Im Kanton Appenzell Ausserrhoden stehen drei Unternehmen im Finale um den Titel «Lehrbetrieb des Jahres 2026». Nominiert wurden Metrohm und Huber Mode, beide aus Herisau, sowie die D. Meier Umgebungsarbeiten GmbH aus Wienacht‑Tobel. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird das Publikum am 25. November an der 13. Plattform Berufsbildung bestimmen.
Unterschiedliche Ausbildungsansätze
Die drei Finalisten zeigen laut den eingereichten Beiträgen verschiedene Wege, wie Lehrbetriebe junge Talente fördern können. Metrohm setzt auf eine breite, strukturierte Ausbildung: Aktuell bildet das Unternehmen 61 Lernende in elf Berufen aus. Nebst Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern begleiten rund 60 Praxisausbildner den Nachwuchs. Nach der Grundausbildung übernehmen die Lernenden schrittweise Verantwortung in Fachabteilungen und Projekten.
Bei Huber Mode steht die Förderung von Kompetenzen einerseits und Verantwortung im Alltag anderseits im Vordergrund. In einem eingereichten Erfahrungsbericht wird unter anderem geschildert, wie Lernende auf die regionalen Berufsmeisterschaften in St.Gallen vorbereitet wurden. Zudem erhielten Lernende zeitweise die Leitung des Geschäfts Scopus, um das Tagesgeschäft eigenverantwortlich zu führen.
Die D. Meier Umgebungsarbeiten GmbH demonstriert, wie ein kleiner Betrieb individuelle Förderung betreiben kann. Obwohl die Lehrstelle ursprünglich vergeben war, schuf das Unternehmen eine zusätzliche Ausbildungsmöglichkeit für einen Bewerber, der nach dem Berufsattest den EFZ‑Abschluss anstrebte. Die Begleitung umfasste zusätzliche Übungsflächen, praktische Werkstücke und eine enge persönliche Betreuung.
Ablauf und Einbindung der Bevölkerung
Für die diesjährige Auszeichnung wurden insgesamt 18 Geschichten aus dem Berufsbildungsalltag eingereicht. Eine zehnköpfige Fachjury sichtete die Beiträge Anfang September und bestimmte die drei Finalisten. Am 25. November werden die Unternehmen in kurzen Videos an der Plattform Berufsbildung vorgestellt; anschliessend entscheidet das Publikum über den Gewinner oder die Gewinnerin. Die Auszeichnung wird zum vierten Mal vergeben.
- Datum der Entscheidung: 25. November (13. Plattform Berufsbildung)
- Anzahl eingereichter Geschichten: 18
- Jury: Zehn Fachpersonen
Kontext für den Kanton
Das Engagement für die Berufsbildung hat in Appenzell Ausserrhoden Gewicht: Im Kanton bilden rund 400 Lehrbetriebe insgesamt etwa 1'300 Lernende aus. Hinter dem Wettbewerb stehen die kantonalen Departemente Bildung und Kultur sowie Bau und Volkswirtschaft, ausserdem der Gewerbeverband Appenzell Ausserrhoden, die Industrie AR und die Organisation der Arbeitswelt Gesundheit Soziales.
| Finalist | Hauptmerkmal der Bewerbung | Ort |
|---|---|---|
| Metrohm | Breite Ausbildung: 61 Lernende in elf Berufen; rund 60 Praxisausbildner | Herisau |
| Huber Mode | Förderung für Wettbewerbe; Lernende führen zeitweise ein Geschäft | Herisau |
| D. Meier Umgebungsarbeiten GmbH | Schaffung einer zusätzlichen Ausbildungsstelle; enge, praxisnahe Begleitung | Wienacht‑Tobel |
Die Bandbreite der Finalisten reicht von einem internationalen Technik‑ und Laborzulieferer über ein regionales Modegeschäft bis zu einem kleinen Gartenbauunternehmen. Das unterstreicht, dass qualitativ gute Ausbildungsplätze nicht an eine bestimmte Branche oder an eine bestimmte Betriebsgrösse gebunden sind.
Warum die Auszeichnung relevant ist
Die Initiative zielt darauf ab, gute Praxis sichtbar zu machen und andere Betriebe zu ermutigen, in die Ausbildung zu investieren. Für Lernende ist die Sichtbarkeit ihrer Ausbildungserfahrungen wichtig: Sie zeigt, welche Chancen und Verantwortungen ihnen in Lehrbetrieben übertragen werden können. Für die Wirtschaft und die öffentliche Hand geht es zudem darum, Fachkräfte nachhaltig zu sichern.
Welche konkreten Kriterien die Fachjury bei der Auswahl der Finalisten in den Details angewandt hat, wird in den öffentlichen Informationen nicht weiter ausgeführt. Bekannt ist jedoch, dass im Mittelpunkt das besondere Engagement für die Ausbildung junger Menschen steht.
Am 25. November erhalten die drei Betriebe nochmals Öffentlichkeit und die Möglichkeit, ihre Ausbildungskonzepte einem breiteren Publikum zu präsentieren. Wer den Wanderpokal schliesslich mit nach Hause nimmt, entscheidet das Publikum.