Ein Airport als Teil der Stadt
Das Zürcher Büro KCAP hat im Auftrag des Etat de Genève ein städtebauliches Konzept für das Vorfeld des Genfer Flughafens im Bereich Meyrin–Vernier erarbeitet. Der Masterplan aus den Jahren 2012–2014 betrifft eine Fläche von rund 180 Hektaren und befindet sich im Status Design. KCAP tritt im Projekt als Stadtplaner und Supervisor auf und hat das Konzept gemeinsam mit Partnern erarbeitet.
Im Kern steht die Idee des „Urban Airport“: Der Flughafen soll nicht länger als scharfe Trennlinie wirken, sondern als Entwicklungstreiber und integraler Bestandteil der Stadt. Ausgehend von der Analyse der vorhandenen Vielfalt und Fragmentierung plädiert KCAP dafür, diese Diversität als Ausgangspunkt zu nutzen und nicht durch eine Tabula rasa zu ersetzen.
«Urban Airport»
Von Fragmenten zu einem Mosaik
KCAP beschreibt das heutige Areal als ein Gefüge verschiedener Funktionen und Nutzergruppen, das sich bislang in starke Einzelteile aufspaltet. Statt einer einheitlichen Neuordnung schlägt der Masterplan vor, aus diesen Fragmenten ein zusammenhängendes Mosaik zu formen. Durch eine gezielte Differenzierung der Quartiere und eine Betonung von Wechselwirkungen sollen neue, sich ergänzende Stadtteile entstehen.
- Vielfalt statt Einheitsmodell: Bestehende Nutzungsmischungen sollen als Startpunkt dienen.
- Quartierdifferenzierung: Verschiedene Charaktere und Funktionen für benachbarte Quartiere.
- Landschaft und Mobilität: Landschaftsräume und Erschliessungslinien bestimmen die Struktur des Masterplans.
Landschaft, Mobilität und Raumstruktur
Der Masterplan ordnet das Gebiet entlang von drei Trägern: städtebauliches Konzept, Landschaftsstruktur und Mobilitätsachsen. Diese drei Parameter definieren die Positionierung von Nutzungen, die Art der Eingriffe und die Richtung künftiger Entwicklungen. KCAP betont, dass die räumliche Komplexität des Perimeters massgeblich die vorgeschlagene Vielfalt an Quartieren sowie deren Differenzierung bestimmt.
Visuelle Darstellungen im Entwurf zeigen verschiedene Elementtypen: Parks und Garden, Achsen mit hoher Dichte wie eine vorgeschlagene Avenue Casai, sowie Verknüpfungen zu bestehenden Stationen. Diese Elemente sollen das Areal mit der Umgebung von Meyrin und Vernier besser verzahnen und damit die urbane Qualität erhöhen.
Partner und Rollen
Neben KCAP arbeiteten spezialisierte Partner am Konzept:
| Projektbestandteil | Angabe |
|---|---|
| Architekten / Masterplan | KCAP Zürich |
| Jahre | 2012–2014 |
| Fläche | 180 ha |
| Bauherrschaft | Etat de Genève |
| Partner | Studio Vulkan (Landschaftsarchitektur), Ernst Basler & Partner (Mobilität) |
| Projektstatus | Design |
Bedeutung für Meyrin
Für Meyrin ist der Vorschlag relevant, weil er den Flughafen nicht nur als Verkehrsinfrastruktur, sondern als städtebauliches Potenzial liest. Eine stärkere Integration könnte die Verbindung zwischen den industrialisierten, gewerblichen und wohnbauorientierten Teilen der Region verändern. Entscheidend wird sein, wie die öffentlichen Akteure die vorgeschlagene Differenzierung der Quartiere, die Landschaftselemente und die Mobilitätsachsen in konkrete Planungs- und Umsetzungsschritte übersetzen.
Der Masterplan von KCAP bietet eine strategische Perspektive: Er liefert eine Richtung für künftige Entwicklungen und zeigt auf, wie aus einem fragmentierten Vorfeld ein zusammenhängendes, urbanes Gefüge entstehen kann. Welche Projekte schliesslich realisiert werden, hängt von politischen Entscheidungen, weiteren Planungen und der Abstimmung zwischen Meyrin, Vernier und dem Kanton Genf ab.