Die Schweizer Spitzenfahrerin Marlen Reusser hat am Schlusstag der Tour de France eine sichere Podestplatzierung verloren, nachdem sie in der Abfahrt vom Col d'Èze gestürzt war. Die Bernerin, 34 Jahre alt, musste mit blutendem Knie das Rennen beenden und kam am Ende mit einem Rückstand von 24:35 Minuten auf die Siegerin ins Ziel. In der Gesamtwertung belegte Reusser Rang 14.
Der Tag, an dem alles schiefging
Reusser stand zum Start der letzten Etappe klar auf Podestkurs. Während der Schlussrunde über 99 km rund um Nizza erlitt sie jedoch einen Einbruch: Bereits auf der zweiten von vier Runden riss sie ab, die verbliebenen Gesamtanwärterinnen fuhren sich ab und der Vorsprung schmolz. Kurz darauf kam der entscheidende Rückschlag. Während die Fernsehkameras die Gesamt-Dritte zeigten, sass Reusser plötzlich auf dem Hosenboden — die Kameras hatten den Sturz selbst nicht eingefangen. Das Knie blutete sichtbar, und die Hoffnung auf ein Podest war in diesem Moment dahin.
Emotionen und Bilanz
Am Ziel in Nizza vergoss die Bernerin Tränen der Enttäuschung. Begleitet von Teamkolleginnen erreichte sie das Ziel, doch der grosse Traum vom dritten Platz in der Gesamtwertung war nicht mehr realisierbar. Die Tages- und Gesamtsiegerin der Rundfahrt wurde Demi Vollering (Niederlande, 29).
«Das sollte klappen mit dem Podest.»
Diese Zuversicht hatte Reusser nach der Etappe am Samstag geäussert, obwohl sie sich tags zuvor bereits schlecht fühlte. In der Medienberichterstattung wurde Reusser mit den Worten zitiert, sie habe am Samstag «die schlechtesten Beine meines Lebens» gehabt. Trotz dieser Beschwerden hatte sie bis kurz vor Schluss realistische Chancen auf einen Rang auf dem Gesamtepodest.
Zahlen und Kontext
Das bittere Ende in Nizza hinterlässt eine widersprüchliche Bilanz: Reusser zeigte über neun denkwürdige Etappen hinweg eine starke Leistung, die im Inland viel Aufmerksamkeit hervorrief. Die nationale Rundfunkanstalt SRF verzeichnete hohe Einschaltquoten, was den Stellenwert ihrer Leistungen für das Schweizer Publikum unterstreicht. Auf der Tagesrangliste der letzten Etappe klassierte sich Reusser weit hinten: Rang 109 von 115 Klassierten.
| Fahrerinnen | Bemerkung |
|---|---|
| Marlen Reusser (SUI) | Sturz am Col d'Èze, Ziel mit 24:35 Rückstand, Gesamt Rang 14 |
| Demi Vollering (NED) | Tages- und Gesamtsiegerin |
Folgen und Ausblick
Sportlich bedeutet der Vorfall für Reusser das verpasste Podest, doch in sportlicher wie medialer Hinsicht bleiben klare Spuren: Ihre starken Auftritte während der Rundfahrt haben in der Schweiz viel Resonanz gefunden und das Interesse am Frauenradsport gesteigert. Ob und wie schwer die Verletzung am Knie ist, wurde unmittelbar nach dem Ziel nicht detailliert mitgeteilt. Die Tatsache, dass Teamkolleginnen sie eskortierten und sie das Rennen zu Ende fuhr, deutet auf eine akute, aber nicht zwingend dauerhaft karrieregefährdende Blessur hin. Konkrete medizinische Aussagen und mögliche Konsequenzen für kommende Rennen stehen noch aus.
- Harter Einbruch: Reusser verlor auf der zweiten der vier Schlussrunden den Anschluss.
- Sturz: In der Abfahrt vom Col d'Èze stürzte sie; die Kameras zeigten sie danach verletzt am Boden.
- Endresultat: Zielankunft mit 24:35 Minuten Rückstand; Gesamtrang 14.
Die Geschichte von Marlen Reusser an dieser Tour ist eine Mischung aus eindrücklicher Stärke und tragischem Pech. Für die Schweizer Radsportfans bleibt die Erinnerung an eine Fahrerin, die bis zuletzt um grosse Resultate kämpfte — und an einen Abschiedstag, der anders endete als erhofft.