Der FC Lugano hat in einem hochdramatischen Heimspiel Servette mit 1:0 geschlagen. Das goldene Tor erzielte Albian Ajeti in der 94. Minute – ausgerechnet der Stürmer, der erst vor zwei Tagen vom FC Basel nach Lugano ausgeliehen worden war. Der Treffer fiel so spät, dass kurz danach die Partie abgepfiffen wurde und die Tessiner drei Punkte feierten.
Späte Erlösung nach vergebener Grosschance
Die Begegnung schien lange auf ein 0:0 hinauszulaufen. Servette hatte in der ersten Halbzeit nach einem Foul an Tiemoko Ouattara per VAR-Entscheid einen Penalty zugesprochen bekommen. Samuel Mráz trat an, vergab jedoch kläglich – sein Schuss ging deutlich über das Tor. Dieses Ereignis prägte den ersten Abschnitt und gab Lugano in der Folge sichtlich Auftrieb.
Spielverlauf und Wechsel
- 1' Anpfiff
- 17' VAR bestätigt Penalty für Servette
- 19' Gelbe Karte für Ahmed Kendouci (Lugano)
- 20' Penalty verschossen: Samuel Mráz (Servette)
- 28' Gelbe Karte für Dereck Moncada (Lugano)
- 38' Gelbe Karte für Pedrinho (Servette)
- 45' Gelbe Karte für Timothé Cognat (Servette)
- 60' Servette: Kingstone Mutandwa kommt für Samuel Mráz
- 67' Lugano: Albian Ajeti kommt für Dereck Moncada; Mattia Zanotti kommt für Behruzjon Karimov
- 74' Servette: David Datro Fofana kommt für Lilian Njoh
- 80' Servette: Houboulang Mendes kommt für Quentin Maceiras; Beckham Castro kommt für Yanis Cimignani (Lugano)
- 90'+2' Tor Lugano: Albian Ajeti (1:0)
Die Trainerwechsel und Einwechslungen zeigten, dass beide Mannschaften versuchten, frische Kräfte zu bringen. Bei Servette konnte sich insbesondere Kingstone Mutandwa nach seiner Einwechslung kaum auszeichnen; ein ungefährlicher Fallrückzieher blieb das bemerkenswerteste Ereignis des Angreifers. Lugano setzte mit der Hereinnahme von Ajeti ein personelles Ausrufezeichen, das sich letztlich auszahlte.
Konsequenzen für Tabelle und Moral
Mit dem Sieg feiert Lugano den fünften Dreier im fünften Spiel und behauptet damit die perfekte Saisonbilanz. Das Team von Mattia Croci-Torti steht erneut an der Tabellenspitze der Super League. Für Servette bedeutet die Niederlage eine bittere Heimreise: Trotz einer defensiv bislang soliden Saisonleistung – in der Liga hat man bislang nur sechs Gegentore kassiert und damit die zweitbeste Defensive nach Lugano – stehen für die Genfer lediglich vier Punkte zu Buche.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Endresultat | Lugano 1:0 Servette |
| Torschütze | Albian Ajeti (94') |
| Vergebener Penalty | Samuel Mráz (Servette, 19'/20') |
| Luganos Saisonbilanz | 5 Siege in 5 Spielen (Tabellenführer) |
«Er kommt, trifft und entscheidet ein Spiel», so lässt sich kurz zusammenfassen, wie der Einsatz des kurz zuvor ausgeliehenen Albian Ajeti die Partie zu Gunsten Luganesi kippte.
Sportlich zeigt das Spiel zwei klare Aussagen: Erstens ist Lugano bisher äusserst effizient in der Meisterschaft und behält in engen Partien die Nerven. Zweitens leidet Servette weiter unter fehlender Kaltschnäuzigkeit in Abschlussphasen, obwohl die Defensive insgesamt stabil wirkt. Die vergebene Grosschance durch den Penalty blieb schliesslich die entscheidende Szene, die Servette nicht korrigieren konnte.
Bereits am Sonntag steht für beide Teams die nächste Aufgabe an: Lugano reist nach Basel. Die Tessiner werden versuchen, die perfekte Serie zu halten und weiter Tabellenführer zu bleiben. Für die Genfer gilt es, Selbstvertrauen zurückzugewinnen und die Chancenverwertung zu verbessern.
Die Stimmung in Lugano nach dem letzten Pfiff war erwartungsgemäss euphorisch: Ein neuer Stürmer als Held, drei Punkte im Gepäck und die Gewissheit, dass diese Saison bislang so gut läuft wie seit langem nicht.