Defensive aufgerüstet – klare Rollen im Tor
Der Lausanne HC hat die Sommerpause genutzt, um die Mannschaft selektiv zu verstärken. Die Verteidigung gewinnt mit den Zugängen von Colin Miller, Michael Fora und Romain Loeffel an Erfahrung und Qualität; auf dem Papier nähert sich die Defensivreihe damit einem All-Star-Charakter. Parallel dazu soll im Tor Kevin Pasche endgültig zum klaren Rückhalt werden.
„Mit Colin Miller, Michael Fora und Romain Loeffel erhält die ohnehin hochkarätige Defensive noch mehr Qualität.“
Pasche überzeugte in der vergangenen Saison deutlich: In 28 Qualifikationsspielen gewann der 23-jährige Torhüter 15 Partien, erreichte eine Fangquote von 90,9 Prozent und einen Gegentorschnitt von 2,59. In den Playoffs steigerte er seine Fangquote sogar auf 92,0 Prozent. Damit tritt er nicht länger bloss als talentierter Herausforderer eines Routiniers auf, sondern als logische Nummer eins.
Transfers und Kaderbewegungen
Der Klub reagierte auf das enttäuschende Saisonende nicht mit einem grossen Umbruch, sondern mit gezielten Verstärkungen dort, wo die Mannschaft bereits stark war: in der Defensive. Gleichzeitig gab es personelle Abgänge, die zu beachten sind. Der Abgang von Connor Hughes ist sportlich relevant; er bildete bislang mit Pasche ein sehr ausgeglichenes Torhüterduo.
- Zugänge: Ewan Huet (EHC Kloten), Nils Pasche (Jugendspieler, neuer Profivertrag)
- Abgänge: Connor Hughes (SC Bern)
- Weitere Verstärkungen: Colin Miller, Michael Fora, Romain Loeffel (Defensive)
Angriff: Lücke nach Rochette-Abgang
Während die Defensive an Profil gewinnt, droht im Angriff ein Leistungsloch. Théo Rochette, Lausannes bester Schweizer Scorer der Vorsaison mit 22 Toren, verlässt den Klub Richtung Nordamerika. Seine Produktion war ein wichtiger Bestandteil der Offensivleistung; diese wird nicht durch einen einzelnen Transfer ersetzt werden können, heisst es aus der Analyse. Die Verantwortlichen stehen somit vor der Aufgabe, die Scoring-Power kollektiv oder durch mehrere Verstärkungen aufzufangen.
Statistische Bilanz der Vorsaison
Lausanne schloss die Qualifikation mit einer ausgeglichenen Torbilanz ab und erreichte den sechsten Platz. Die nackten Zahlen geben Aufschluss über Stärken und Schwächen:
| Statistik | Wert |
|---|---|
| Erzielte Tore | 155 |
| Erhaltene Tore | 137 |
| Platz in der Qualifikation | 6. |
Folgen für die Saisonprognose und die Region
Für Lausanne bedeutet die Verstärkung der Defensive, dass sich die Spielphilosophie weniger radikal verändern muss: Die Mannschaft setzt weiterhin auf Stabilität und Defensive als Basis für Erfolge. Die klare Torhüter-Entscheidung zugunsten Pasches schafft Planungssicherheit, zugleich erhöht der Abgang des Goalgetters die Dringlichkeit, die Offensive zu ergänzen.
Auf lokaler Ebene bleibt spannend, wie die Verteilung der Rollen auf dem Eis die Zuschauerzahlen und die Erwartungen in der Stadt beeinflussen. Nach zwei Finalteilnahmen in Folge folgte das frühe Aus im Playoff-Viertelfinale gegen Genf-Servette – für die Fangemeinde in Lausanne ist die Saison 2026/27 eine Gelegenheit zur Bestätigung: Ein stabiler Rückhalt im Tor und eine verstärkte Abwehr sollen die Basis liefern, doch die Offensive muss liefern, wenn der Klub erneut um den Titel mitspielen will.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die sportliche Leitung mit gezielten Ergänzungen im Sturm die Kaderlücke schliessen kann oder ob der Kollektivansatz genügt, um die Ambitionen des Vizemeisters zu erfüllen.