Das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) wird die Preise für die Grundversorgung von Haushalten und Kleingewerbe im nächsten Jahr gegenüber dem laufenden Niveau senken. Die gesamte Tarifstruktur wird im Mittel um 2,1 Prozent günstiger, teilte das EWO mit.
Weshalb die Preise sinken
Als Hauptgrund für die Reduktion nennt das EWO niedrigere Kosten bei der Nutzung des Stromnetzes. Diese Netznutzungskosten fallen gesamthaft um durchschnittlich 4,5 Prozent geringer aus als zuvor. Massgeblich beteiligt daran sind eine geringere, vom Bund vorgegebene Kapitalverzinsung sowie reduzierte Gebühren für Systemdienstleistungen, die der nationale Netzbetreiber Swissgrid in Rechnung stellt. Zudem wirkt sich eine preisgünstigere Komponente für die Stromreserve aus, die auf Bundesebene 2024 eingeführt wurde.
Auswirkungen für typische Haushalte
Für einen repräsentativen Haushalt in einer 5‑Zimmer‑Wohnung mit einem Jahresverbrauch von 4'500 Kilowattstunden ergibt sich durch die Tarifanpassung eine Ersparnis von rund 25 Franken pro Jahr (ohne Mehrwertsteuer). Das EWO betont zugleich, dass die tatsächliche Rechnung stark vom individuellen Verbrauchsverhalten abhängt.
| Beispiel | Jahresverbrauch | Ersparnis (jährlich, exkl. MwSt.) |
|---|---|---|
| 5‑Zimmer‑Haushalt | 4'500 kWh | ~25 Fr. |
Beschaffungspreise weitgehend stabil
Die eigentlichen Energieeinkaufspreise haben sich laut EWO kaum verändert. Da die Beschaffungskosten an den Märkten aktuell stabil sind, führt vor allem die Verringerung der Netzkosten zur spürbaren Tarifentlastung. Das EWO sieht darin eine Fortsetzung einer Entwicklung: Kundinnen und Kunden profitieren bereits zum dritten Mal in Folge von niedrigeren Preisen.
«Mit der moderaten Preissenkung profitieren unsere Kundinnen und Kunden von den aktuell stabilen Marktbedingungen mit konstanten Energiekosten und sinkenden Netzkosten», sagte EWO‑Geschäftsleiter Thomas Baumgartner in der Mitteilung.
Wie Konsumentinnen und Konsumenten weiter sparen können
Neben der Tarifänderung weist das EWO darauf hin, dass die persönliche Stromrechnung vor allem vom eigenen Verbrauch abhängt. Einflussfaktoren sind das Nutzungsverhalten, die eingesetzten Geräte sowie das gezielte Verlegen des Verbrauchs in günstigere Tarifzeiten. Konkret nennt das Werk Sparpreis‑Zeiten, in denen der Strom günstiger bezogen werden kann.
- Günstigere Zeiten laut EWO: zwischen 10 und 18 Uhr sowie zwischen 22 und 6 Uhr
- Optimierung durch Gerätemanagement (z. B. Wärmepumpen, Ladestationen, Waschmaschinen)
- Bewusstseinsförderung: Regelmässige Kontrolle des Verbrauchs und Anpassung des Verhaltens
Einordnung im kantonalen und nationalen Vergleich
Das EWO teilt mit, dass die Strompreise im Kanton Obwalden im schweizweiten Vergleich im vorderen Mittelfeld liegen. Konkrete Positionen gegenüber anderen Kantonen nennt das Werk nicht, doch die Kombination aus stabilen Beschaffungskosten und sinkenden Netzentgelten trägt entsprechend zu dieser Einstufung bei.
Relevanz für Unternehmen und Gemeinden
Für Kleingewerbe in der Grundversorgung bedeutet die Tarifsenkung ebenfalls eine direkte Entlastung der Betriebskosten. Gemeinden, die als Eigenverbraucher oder Mieter von kommunalen Liegenschaften auftreten, können die niedrigeren Netzkosten bei künftigen Budgetplanungen berücksichtigen. Das EWO hat in der Mitteilung keine speziellen Tarife für Grossverbraucher oder Sonderkunden genannt.
Fazit
Die angekündigte Reduktion um durchschnittlich 2,1 Prozent spiegelt vorwiegend strukturelle Veränderungen bei den Netzkosten wider. Für die Endkunden resultiert daraus eine modest spürbare Entlastung, gleichzeitig bleibt das individuelle Sparpotenzial durch angepasstes Verbrauchsverhalten bedeutend. Für Haushalte mit dem im Beispiel genannten Verbrauch sind die Einsparungen gering, aber fortlaufend: Bereits drei Jahre in Folge resultieren laut EWO in niedrigeren Preisen.