Im Brünig‑Massiv bei Lungern entsteht ein spezialisiertes Lagerzentrum für hochwertige Sachwerte. Die Firma Brünig Mega Safe AG errichtet nach eigenen Angaben rund 20 unterirdische Tresore, die unter etwa 100 Metern Gestein platziert werden sollen. Gemäss Mitteilung kosten einzelne Tresore rund eine Million Franken für eine Nutzungsdauer von 99 Jahren. Die Bauarbeiten begannen Anfang 2026; die ersten Einheiten sollen in rund zwei Jahren bezugsbereit sein.
Konzept und Angebot
Die Anlage richtet sich an Besitzer von hochwertigen materiellen Werten. Als beispielhafte Lagergüter werden Oldtimer, Kunstwerke und rare Weine genannt. Das Geschäftsmodell beruht auf dem Verkauf der Nutzungsrechte an einzelnen Tresoren für einen langen Zeitraum statt auf kurzfristiger Vermietung.
«Dubai galt lange als sicherer Hafen. Heute wird diese Sicherheit infragegestellt. Die Menschen wollen einfach einen Teil ihres Vermögens schützen», sagte Thomas Gasser, Verwaltungsratspräsident der Brünig Mega Safe AG, gegenüber der Westschweizer Sendung «19h30» von RTS.
Die Betreiber betonen, dass höchste Sicherheitsvorkehrungen geplant sind. Konkrete technische Details werden nicht vollständig öffentlich gemacht; bekannt ist, dass vor dem Zugang eine Schleuse passiert werden muss und dass Besucher ihr Fahrzeug verlassen müssen. Die Firma zieht einen Vergleich zur Sicherheitsorganisation der Schweizerischen Nationalbank.
Wirtschaftliche Dimensionen und Zeitplan
Aus den verfügbaren Angaben lassen sich einige zentrale Eckdaten zusammenstellen:
- Anzahl Tresore: rund 20
- Position: unter 100 m Gestein im Brünig‑Massiv
- Kosten pro Tresor: rund 1 Mio. Franken (für 99 Jahre)
- Baubeginn: Anfang 2026
- Fertigstellung erster Tresore: in etwa zwei Jahren
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Tresore | ~20 |
| Tiefe | ~100 m Gestein |
| Preis pro Tresor | ~1 Mio. Fr. (Nutzungsdauer 99 Jahre) |
| Baubeginn | Anfang 2026 |
| Erstes Bezugsjahr (erwartet) | ~2028 |
Reaktionen vor Ort
RTS hat im Dorf Lungern Meinungen eingeholt. Die Stimmen sind geteilt: Manche Einwohner zeigen sich neugierig oder erfreut über die Aussicht auf prächtige Fahrzeuge, die künftig ins Dorf gebracht würden. Andere äussern Kritik am Konzept und betrachten es als Angebot für eine bereits wohlhabende Klientel, das wenig direkten lokalen Nutzen bringe.
Die Debatte zeigt typische Spannungslinien: Einerseits könnten Bauaktivitäten kurzfristig lokale Arbeitsplätze schaffen und Zulieferer involvieren. Andererseits bleibt offen, wie stark langfristig Wertschöpfung im Dorf verankert wird und ob Anwohnerinnen und Anwohner durch erhöhte Verkehrslasten sowie Sicherheitsmassnahmen betroffen sind.
Sicherheitsfragen und Regulatorik
Die Firma verweist auf strenge Kontrollen und Schleusenlösungen, gibt aber aus Sicherheitsgründen nur vage Details preis. Solche Einrichtungen stehen in einem Spannungsfeld zwischen berechtigtem Schutzinteresse der Kundschaft und öffentlicher Kontrolle. Behördenseitig sind für unterirdische Bauten, bauliche Sicherheitsauflagen und Umweltschutzauflagen kantonale und kommunale Bewilligungen erforderlich. Aus den verfügbaren Informationen geht nicht hervor, welche konkreten Bewilligungen bereits erteilt wurden und welche Prüfungen noch ausstehen.
Einordnung und Ausblick
Das Projekt steht beispielhaft für eine steigende Nachfrage nach aussergewöhnlichen Sicherungslösungen für Vermögenswerte. Gründe dafür nennt der Verwaltungsratspräsident explizit: Wahrgenommene Unsicherheiten in anderen «sicheren Häfen» und der Wunsch nach physischem Schutz von Werten. Für Lungern und den Kanton Obwalden bedeutet das Projekt eine sichtbare, aber auch kontroverse Investition ins lokale Landschaftsbild und in die regionale Wirtschaft.
Weitere Fragen bleiben offen: Welche konkreten Auswirkungen hat das Projekt auf Verkehr, Umweltschutz und die lokale Infrastruktur? In welchem Umfang werden lokale Dienstleister einbezogen? Wie lauten die genehmigungsrechtlichen Entscheide der zuständigen kantonalen Stellen? Antworten darauf werden von Relevanz sein, wenn die Bauarbeiten fortschreiten und die ersten Tresore zur Nutzung übergeben werden.