Starkes Beginn, schwache Entscheidungsphase
Der SV Wörgl hat in der Tirol Liga beim Auswärtsspiel in Oberperfuss einen möglichen Dreier verspielt. Die Mannschaft führte zur Pause mit 2:0, musste sich am Ende aber mit einem 3:3 begnügen. Aus Sicht der Gäste überwiegt nach dem Schlusspfiff das Gefühl einer verpassten Gelegenheit.
Für Wörgl begann die Partie nach Wunsch: Patrick Deutsch traf früh (6.) zur Führung und erhöhte in der 22. Minute auf 2:0. In dieser Phase dominierte die Gästemannschaft das Spiel, zeigte gutes Kombinationsspiel und wirkte insgesamt sehr organisiert. Der sportliche Leiter bemerkte, dass man in der ersten Hälfte klar am Drücker gewesen sei und weitere Chancen auf ein drittes oder viertes Tor gehabt habe.
Wende durch Eckbälle und Unachtsamkeiten
Doch noch vor der Pause reduzierte Oberperfuss durch einen Eckball: Christoph Morscher traf in der 34. Minute zum 1:2. Dieser Anschlusstreffer veränderte die Partie merklich; die Gastgeber kamen mit neuem Schwung aus der Kabine. In der zweiten Halbzeit gestaltete sich das Spiel ausgeglichener, wobei die Heimmannschaft zunehmend Druck machte.
In der 57. Minute fiel durch Sam Abfalterer das 2:2 – ein Gegentor, das aus Wörgler Sicht auf eine Unachtsamkeit in der Abwehr zurückging. Wörgl fand zwar wieder ins Spiel und ging in der 78. Minute durch Nadir Huseynzade erneut in Führung, doch Oberperfuss setzte weiter nach und erzielte noch den Ausgleich zum 3:3.
„Wir waren klar am Drücker und haben es verabsäumt, den Sack zuzumachen“,
urteilte Reinhard Hofer. Er wies insbesondere auf die Gegentore nach Eckbällen hin: „Aus zwei Ecken zwei Gegentore – da müssen wir dran arbeiten.“
- Früher Vorsprung: 2:0 durch Patrick Deutsch (6., 22.).
- Gegentore nach ruhenden Bällen: 1:2 (34.)
- Ausgeglichenes zweites Drittel mit Unachtsamkeiten zum 2:2 (57.) und spätem Ausgleich (3:3).
Folgen für die Meisterschaft und Baustellen bei Wörgl
Sportlich bleibt für Wörgl das Remis ein verlorener Punkt: Nach der starken ersten Halbzeit hatte das Team die Partie in der Hand, ließ aber Chancen ungenützt und zeigte Schwächen bei Standardsituationen, die spielentscheidend wurden. Solche Momente können in einer engen Liga am Ende über Platzierungen entscheiden.
Aus Sicht der Verantwortlichen ist nun vor allem an der Defensivorganisation bei Ecken zu arbeiten. Das Timing bei Zuordnungen und die Kopfballzweikämpfe müssen verbessert werden. Positiv bewertet wurde, dass sich die Mannschaft nach dem 2:2 nicht auseinanderfallen ließ und erneut ins Spiel fand, ehe das späte Gegentor den Punkt einbrachte.
| Minute | Aktion | Torschütze |
|---|---|---|
| 6. | 1:0 | Patrick Deutsch (Wörgl) |
| 22. | 2:0 | Patrick Deutsch (Wörgl) |
| 34. | 1:2 | Christoph Morscher (Oberperfuss) |
| 57. | 2:2 | Sam Abfalterer (Oberperfuss) |
| 78. | 2:3 | Nadir Huseynzade (Wörgl) |
| - | 3:3 (Ausgleich) | - |
Für die Fans und die sportliche Leitung bleibt die klare Aufgabe, an der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und der Absicherung bei Standards zu arbeiten. In einer Liga, in der Kleinigkeiten häufig über Punkte entscheiden, kann ein solches Remis langfristig Folgen für die Platzierung haben.
Wörgl reist mit diesem Ergebnis in die nächsten Wochen, in denen die Trainingsarbeit auf diese Defizite ausgerichtet sein dürfte. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie spielerisch auf hohem Niveau agieren kann; nun gilt es, die Konstanz über die gesamte Spielzeit zu sichern.