Eine heftige Gewitterzelle, als sogenannte Superzelle charakterisiert, hat am Donnerstagnachmittag die Marktgemeinde Kittsee (Bezirk Neusiedl am See) getroffen und erhebliche Schäden verursacht. Starkregen, starker Hagel und orkanfartige Windböen führten zu umgestürzten Bäumen, abgedeckten Dächern, überfluteten Parkplätzen und eingeschlossenen Personen in einem Supermarkt.
Umfang der Einsätze und Schäden
Die Bezirksfeuerwehr berichtete von einer Lage, die sich „wie eine Fahrt durch ein Katastrophengebiet“ darstellte. Insgesamt waren mehr als 20 Fahrzeuge und rund 130 Einsatzkräfte aus mehreren Feuerwehren im Einsatz. In Summe wurden 60 Einsätze abgearbeitet.
Die Aufgaben der Feuerwehrleute umfassten Sicherungsarbeiten an Dächern, Pumparbeiten zur Beseitigung von Überschwemmungen, Baumbeseitigungen sowie sonstige Sicherungs- und Aufräumarbeiten. Die Gemeinde meldete zudem, dass der örtliche Friedhof stark getroffen sei. Nach bisherigen Angaben wurden keine Personen verletzt.
„Für uns war das wirklich eine Katastrophe, wir wussten gar nicht wo wir anfangen sollen“,
erzählte ein Feuerwehrmann, der bei den Aufräumarbeiten eingebunden war.
- Beteiligte Feuerwehren: Kittsee, Bruckneudorf, Deutsch Jahrndorf, Edelstal, Gattendorf, Neusiedl am See, Pama und Zurndorf
- Einsatzumfang: 60 Einsätze
- Personal und Technik: Mehr als 20 Fahrzeuge, rund 130 Einsatzkräfte
Konkrete Auswirkungen vor Ort
Im Ortszentrum sind nahezu alle Bäume beschädigt oder umgestürzt. An mehreren Stellen standen Parkplätze knöcheltief unter Wasser; auf einigen Straßen bildeten sich regelrechte Seen. Die örtlichen Kanalgullys waren nach Angaben der Gemeinde durch Hagel und Laub verstopft, wodurch das Regenwasser nicht abfließen konnte und in Keller eindrang.
In einem Supermarkt kam es infolge eines Gebrechens zu einer kurzfristigen Einschließung von Kundinnen, Kunden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Größere Lkw-Anhänger wurden durch die Windböen umgeworfen; die Feuerwehr beschrieb sie als „wie Schuhkartons umgeworfen“.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Einsätze | 60 |
| Einsatzkräfte (rund) | 130 |
| Fahrzeuge | mehr als 20 |
Reaktion der Gemeinde und weitere Schritte
Die Gemeinde Kittsee rief für den folgenden Morgen um 8.30 Uhr zu einer gemeinsamen Aufräumaktion auf, um öffentliche Straßen rasch wieder befahrbar und begehbar zu machen. Schwerpunkt sei die Reinigung der Straßen und das Freilegen der Gullys, damit die Kanalisation wieder funktionieren könne. Die Gemeinde betonte, dass insbesondere der starke Hagel in Verbindung mit Blättern zu Verstopfungen geführt habe.
Die Feuerwehren arbeiteten die Einsätze nach und nach ab. Die Priorität lag auf der Wiederherstellung der Verkehrssicherheit, dem Schutz beschädigter Gebäude und der Verhinderung weiterer Wasserschäden in Kellern. Konkrete Zahlen zu Wiederaufbaukosten oder Dauer der Aufräumarbeiten wurden bislang nicht genannt.
Die Schadensbilanz bleibt vorläufig. Verletzte wurden laut Feuerwehrangaben nicht gemeldet. Die Lage vor Ort werde weiterhin beobachtet, insbesondere da nach solchen Unwettern Aufräum- und Sicherungsarbeiten noch mehrere Tage in Anspruch nehmen können.
Weitere Informationen sollen laut Bezirksfeuerwehr und Gemeinde folgen, sobald Schadensumfang und notwendige Maßnahmen vollständig erhoben sind.