Nach mehreren Sabotagevorfällen an Umspannwerken in Deutschland hat der Salzburger Landesenergieversorger Salzburg AG die Sicherheitsvorkehrungen am heimischen Stromnetz verstärkt. Die Maßnahme erfolgt in Folge eines jüngsten, in Nordrhein-Westfalen registrierten Verdachtsfalls, bei dem Abschussvorrichtungen für pyrotechnische Gegenstände in der Nähe eines Umspannwerks entdeckt wurden.
Bestandsaufnahme der Salzburg AG
Die Geschäftsführerin der Salzburg Netz GmbH, Christina Staude, betonte, dass vollständige Sicherheit nicht erreichbar sei und verwies gleichzeitig auf die technische Robustheit des Netzes. Die Salzburg AG betreibt demnach ein umfangreiches Stromnetz mit folgenden Eckdaten:
| Bestandteil | Anzahl / Länge |
|---|---|
| Leitungslänge (Strom) | 19.000 Kilometer |
| Umspannwerke | 29 |
| Trafostationen | über 5.000 |
Staude führte aus, das gesamte Hochspannungsnetz sei nach dem N‑1‑Sicherheitsprinzip ausgelegt. Ihr Bild für das Netz lautete: Wie im Straßenverkehr werde im Schadensfall eine Umleitung geschaffen, damit Versorgung trotz Störung gewährleistet bleibt. Zugleich räumte sie die praktische Begrenzung ein: „
100 Prozent Sicherheit gibt es natürlich nie.“
Konkrete Maßnahmen und Schwerpunkte
Konkrete Details zu den verschärften Kontrollen nannte die Salzburg AG in der Meldung nicht bis ins letzte technische Detail. Aus dem Gespräch geht jedoch hervor, dass neben physischer Überwachung auch in die Cybersicherheit investiert wird. Damit reagiert der Versorger auf das aktuelle Sicherheitsumfeld, in dem Angriffe sowohl physisch als auch digital stattfinden können.
- Erhöhte Kontrollen an kritischen Anlagen und Netzknoten
- Investitionen in Cybersicherheitsmaßnahmen
- Koordination mit lokalen Einsatzorganisationen und Behörden
Rolle der Feuerwehren im Versorgungsfall
Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker wies darauf hin, dass die Feuerwehren im Bundesland auf Stromausfälle vorbereitet seien. Bereits 2017/2018 seien fast alle Feuerwehrhäuser mit Stromgeneratoren ausgestattet worden, sodass viele Gebäude als lokale „Inseln“ fungieren könnten:
„Wir haben schon vor Jahren, in den Jahren 2017 bzw. 2018 fast alle Feuerwehrhäuser mit Stromgeneratoren ausgestattet um diese mit Notstrom zuversorgen, das heißt die Feuerwehr Häuser sind in den meisten Gemeinden ‚Inseln‘, die funktionieren auch bei Stromausfall.“
Verkehrsinfrastruktur und rechtlicher Rahmen
Auch andere Betreiber kritischer Infrastruktur haben ihre Schutzmaßnahmen überprüft: Der Salzburger Flughafen verfügt nach Angaben der Meldung über eine eigene Drohnenabwehr. Die ÖBB geben an, Maßnahmen zum Schutz des österreichischen Bahnnetzes zu setzen. Auf nationaler Ebene ist seit März das Resilienz‑kritischer‑Einrichtungen‑Gesetz in Kraft, das Betreiber verpflichtet, Resilienz‑ und Schutzkonzepte zu beachten.
Einordnung und Konsequenzen für Salzburg
Die aktuellen Vorfälle in Deutschland haben die Sensibilität für Bedrohungen gegen Energieinfrastruktur erhöht. Für Salzburg bedeutet das einerseits eine verstärkte Überwachung und technische Absicherung wichtiger Netze, andererseits die Notwendigkeit zur praktischen Vorbereitung von Gemeinden und Einsatzkräften auf Versorgungsengpässe. Die vorhandene dezentrale Ausstattung der Feuerwehren verringert das Risiko kurzfristiger Versorgungsengpässe in einzelnen Gemeinden, kann jedoch großflächige oder koordinierte Angriffe nicht vollständig kompensieren.
Für die Bevölkerung bleiben praktische Hinweise wichtig: Bei Störungen sind zentrale Informationen von den Betreibern und Behörden zu beachten, unnötige Telefonanrufe an Einsatzleitungen zu vermeiden und Bereitschafts‑ und Vorsorgemaßnahmen auf Haushaltsebene zu treffen (Taschenlampen, geladene Mobilgeräte, Medikamente).
Die Salzburg AG und die zuständigen Behörden betonten, dass sie die Lage beobachten und bei Bedarf weitere Schritte einleiten werden. Konkrete Veränderungen an der Sicherheitsarchitektur oder zusätzliche gesetzliche Maßnahmen wurden in der vorliegenden Berichterstattung nicht angekündigt.
Diese Meldung wird aktualisiert, sollten Betreiber oder Behörden zusätzliche Informationen veröffentlichen.