Das neu identifizierte Shamonda-Virus breitet sich nun auch in Salzburg aus: Laborkontrollen haben in einzelnen Betrieben Fälle bestätigt. Betroffene Tiere zeigten nach Angaben der Veterinärbehörden vor allem Fieber und schwere Durchfälle. Für die bäuerlichen Betriebe können daraus erhebliche wirtschaftliche Folgen entstehen.
Bestätigte Fälle und eingeschränkte Meldepflicht
Die Nachweise stammen aus dem Flachgau; wie weit das Virus tatsächlich verbreitet ist, lasse sich derzeit jedoch nicht präzise einschätzen, heißt es von Seiten der Landesveterinärdirektion. Eine gesetzliche Meldepflicht besteht nicht, weshalb von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer ausgegangen wird. Zur Klärung werden Proben in einem zentralen Labor analysiert.
„Derzeit laufen die Laboruntersuchungen bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Da alle Proben aus Österreich in dieses Labor eingesandt werden, kann zumindest hier eine geografische Verbreitung nachgewiesen und dargestellt werden.“
Die Einbindung der AGES ermöglicht laut Veterinärbehörde eine bundesweite Übersicht über die Probenlage, zugleich bleibt die tatsächliche Fallzahl ohne Meldepflicht schwer zu beziffern.
Symptome, Folgen und Verbrauchersicherheit
Erkrankte Rinder zeigen primär Fieber und starke Durchfälle. Besonders belastend sind die Folgen für trächtige Tiere: Es besteht das Risiko von Missbildungen bei Kälbern, was in einzelnen Betrieben zu Ausfällen führen könnte. Zudem führt das Virus zu einem spürbaren Rückgang der Milchleistung, was die Einkommen der Milchbauern unmittelbar reduziert. Hinzu kommen mögliche Kosten für Therapien und tierärztliche Betreuung.
Für Konsumentinnen und Konsumenten gibt es dagegen Entwarnung: Nach Angaben der Landesveterinärdirektion können Milch und Fleisch bedenkenlos konsumiert werden.
Schutzmaßnahmen auf den Höfen
Da das Virus von kleinen Stechmücken, sogenannten Gnitzen, übertragen wird, richten sich die praktischen Empfehlungen an die Stallhaltung und das Zeitzusammenfallen von Mückenaktivität und Tierhaltung. Konkret wird Landwirtinnen und Landwirten geraten, Tiere in der Morgen- und Abenddämmerung vermehrt im Stall zu lassen, um Mückenstiche zu vermeiden.
- Stallhaltung in Dämmerungszeiten
- Verstärkte Beobachtung von Fieber und Durchfällen
- Engmaschige Zusammenarbeit mit dem Tierarzt zur Probenabnahme
Die Veterinärbehörde betont, dass diese Maßnahmen derzeit im Vordergrund stehen, bis ein genaueres Bild zur Verbreitung und zu weiteren Kontrollmöglichkeiten vorliegt.
Wirtschaftliche Dimension und Ausblick
Der Landesveterinärdirektor warnte vor den wirtschaftlichen Konsequenzen: Ein anhaltender Milchrückgang ist eine direkte Einkommenseinbuße für Milchviehbetriebe; bei bestätigten Missbildungen von Kälbern seien im kommenden Winter Ausfälle möglich. Konkrete Schadenszahlen liegen bislang nicht vor.
| Maßnahme | Ziel |
|---|---|
| Stallhaltung in Dämmerung | Reduktion der Mückenstiche |
| Laboruntersuchungen bei AGES | Bundesweite Lageübersicht |
| Tierärztliche Betreuung | Früherkennung und Therapie |
Für die kommenden Wochen ist mit einer Fortsetzung der Probenuntersuchungen zu rechnen. Die Behörden werden die Ergebnisse nutzen, um die geografische Ausbreitung darzustellen und gegebenenfalls weitere Empfehlungen auszusprechen.
Was Landwirtinnen und Landwirte jetzt wissen sollten
Tierhalterinnen und Tierhalter sollten erhöhte Aufmerksamkeit bei Symptomen wie Fieber und starkem Durchfall walten lassen und im Zweifel Proben für Labortests veranlassen. Auch wenn keine Meldepflicht besteht, ist die Meldung an die zuständige Veterinärbehörde sinnvoll, um regionale Häufungen sichtbar zu machen.
Die Kombination aus Monitoring durch AGES, präventiven Stallmaßnahmen und enger Abstimmung mit Tierärzten bildet derzeit das zentrale Instrumentarium im Umgang mit dem Ausbruch in Salzburg. Ob und wann weitergehende Kontrollmaßnahmen ergriffen werden, hängt von den laufenden Untersuchungsergebnissen ab.
Die Landesveterinärdirektion hält die Öffentlichkeit über neue Befunde und Empfehlungen auf dem Laufenden.