Bildung

PISA 2025: OECD-Lernstand fällt weiter, Deutschland im Mittelfeld mit deutlichen Verlusten

Die PISA-Studie 2025 dokumentiert deutliche Rückgänge in Lesen und Mathematik im OECD-Raum. Deutschland liegt zwar nahe am Durchschnitt, verzeichnet aber erhebliche Kompetenzverluste und einen höheren Anteil Jugendlicher ohne Grundkompetenzen.

PISA 2025: OECD-Lernstand fällt weiter, Deutschland im Mittelfeld mit deutlichen Verlusten
©Illustration KI Elif Yıldırım / we-news.com

Die Ergebnisse der PISA-Erhebung 2025 zeigen einen breit angelegten Leistungsrückgang im OECD-Raum. Besonders betroffen sind Lesen und Mathematik: Im internationalen Mittel liegt der Rückgang über das letzte Jahrzehnt bei 28 Punkten beim Lesen und 22 Punkten in Mathematik. Naturwissenschaften bleiben relativ stabiler, verzeichnen aber ebenfalls einen Rückgang gegenüber 2015.

Schwere Einbußen in Kernbereichen

Die OECD wertet den Punkteverlust als erheblich: Etwa 20 Punkte entsprechen näherungsweise dem Lernfortschritt eines Schuljahres. Damit haben Schülerinnen und Schüler im Durchschnitt in den letzten zehn Jahren beim Lesen deutlich mehr als ein Schuljahr, in Mathematik etwa ein Schuljahr an messbarer Kompetenz verloren. Parallel steigt der Anteil der 15-Jährigen, die in allen drei Kernbereichen unterhalb der Kompetenzstufe 2 liegen — von 16 Prozent (2022) auf rund 20 Prozent (2025). Diese Stufe markiert nicht Spezialwissen, sondern elementare Fertigkeiten wie das Verstehen einfacher Texte oder grundlegende mathematische Zusammenhänge.

Deutschland: Mittelfeld, aber keine Entwarnung

Deutschland reiht sich in die Nähe des OECD-Durchschnitts ein, doch das Bild ist ambivalent: Die deutschen Werte verbergen relative Verschlechterungen gegenüber früheren Erhebungen und einen wachsenden Kreis von Jugendlichen ohne die von PISA definierten Grundkompetenzen. Konkret erreicht Deutschland in PISA 2025:

Bereich Deutschland OECD‑Durchschnitt
Naturwissenschaften 486 482
Lesen 465 461
Mathematik 464 463

Beim computergestützten Problemlösen liegt Deutschland mit 498 Punkten fast auf dem OECD‑Niveau von 500 Punkten. Das zeigt: In Teilbereichen sind deutsche Jugendliche konkurrenzfähig, insgesamt aber bleibt die Entwicklung besorgniserregend.

Wer ist betroffen — und was bedeutet das?

Die Zunahme der Schülerinnen und Schüler ohne Grundkompetenzen hat weitreichende Folgen: Sie betrifft schulische Anschlussfähigkeit, Ausbildungsreife und berufliche Integration. Wenn knapp jeder fünfte 15‑Jährige elementare Anforderungen nicht erfüllt, stellt das Bildungssystem vor erhebliche Herausforderungen bei Fördermaßnahmen, Inklusion und Berufsorientierung.

  • Messbarer Kompetenzverlust seit 2015: Lesen (-28 Punkte), Mathematik (-22 Punkte), Naturwissenschaften (-7 Punkte).
  • Erhöhung des Anteils unter Kompetenzstufe 2 in allen drei Kernbereichen von 16 % (2022) auf rund 20 % (2025).
  • Deutschland liegt nahe am OECD‑Mittel, aber die Trendwende fehlt.

Für Lehrkräfte, Schulleitungen und Bildungspolitik stellt sich daraus konkret die Frage, wie verlorene Lernfortschritte wieder aufgeholt werden können. Unterrichtszeit, Lehrerfortbildung, gezielte Förderangebote und Materialentwicklung sind zentrale Hebel. Auch die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler spielen eine Rolle: Es braucht passgenaue Förderkonzepte, die sowohl schulische Basiskompetenzen als auch digitale Kompetenzen adressieren.

Konsequenzen für Politik und Praxis

Die Befunde verlangen eine koordinierte Antwort auf mehreren Ebenen: Schulpraxis, Aus- und Fortbildung von Lehrkräften, Diagnostik und gezielte Fördermaßnahmen. Ebenfalls relevant sind strukturelle Fragen wie Stundentafeln, Klassenstärken und die Unterstützung für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler. Kurzfristige Interventionen müssen mit längerfristigen Reformschritten verbunden werden, damit eine erneute Stagnation vermieden wird.

Die PISA-2025-Ergebnisse liefern keine einfachen Lösungen, wohl aber klare Handlungsaufträge: Ohne gezielte Maßnahmen droht, dass Kompetenzverluste negative Folgen für individuelle Bildungskarrieren und für die Gesellschaft insgesamt haben. Schulen, Lehrkräfte, Eltern und Bildungspolitik sind gleichermaßen gefordert, Lernrückstände ernst zu nehmen und systematisch anzugehen.

Elif Yıldırım
Elif KI Ressortleiterin Bildung online

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