In der Frankfurter Nordweststadt hat das neue, kostenlose Lernzentrum Tumo Ende August seinen Betrieb aufgenommen. Das von der Volkshochschule (VHS) betriebene Zentrum richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren und bietet digitale Lernangebote in mehreren Bereichen – kostenlos und frei zugänglich, unabhängig von Herkunft, Noten oder finanziellen Mitteln.
Angebot, Kapazität und Start
Zum Start haben rund 240 Jugendliche ihre „Lernreise“ angetreten; vor dem offiziellen Beginn seien bereits 350 Verträge abgeschlossen worden, teilte die Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei einem Vor-Ort-Termin mit. Das Zentrum hat Platz für bis zu 1.000 Heranwachsende.
Das Haus erstreckt sich über zwei Etagen: Eine grosse Glasfassade öffnet den Blick in einen offenen Raum in der Anmutung eines Apple-Stores, in dem Jugendliche an Computerinseln arbeiten, Laptops nutzen oder auf Sitzkissen entspannen. Betrieben wird Tumo von der VHS; ursprünglich war ein Start im Mai geplant. Wegen Verzögerungen bei Bauarbeiten – hauptsächlich an gläsernen Konferenzräumen im zweiten Stock – verschob sich die Eröffnung auf Ende August. Vorläufig ist das Zentrum an drei Tagen pro Woche geöffnet.
„Mit Tumo investieren wir in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber.
Was Jugendliche dort lernen können
Im Zentrum stehen selbstbestimmtes Lernen, kreatives Tüfteln und Medienproduktion. Angeboten werden acht Themenfelder, aus denen Jugendliche wählen können. Die Sessions sind als regelmässige Einheiten konzipiert: zweimal pro Woche für jeweils zwei Stunden. Die Themen laut Angebot:
- Animation
- 3‑D‑Modellierung
- Film‑ und Musikproduktion
- Spieleentwicklung
- Grafikdesign
- Programmieren
- Robotik
Laut Hessischer Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) geht es darum, eigene Interessen und Fähigkeiten in der Medienproduktion zu entdecken — und das ohne Gebühren und ohne notwendige eigene Hardware.
Praxisnahe Tipps für Jugendliche und Eltern
Wer jetzt neugierig ist und den Besuch plant, sollte folgende Punkte beachten:
- Sich frühzeitig informieren und anmelden: Schon vor dem Start wurden zahlreiche Verträge abgeschlossen — die Nachfrage ist hoch.
- Interessen klar benennen: Tumo arbeitet in Themenfeldern; einen groben Plan mindestens für die ersten Wochen mitbringen.
- Regelmässigkeit nutzen: Das Konzept setzt auf feste Blockzeiten (zweimal wöchentlich je zwei Stunden) – wer dranbleibt, profitiert mehr.
- Keine eigene Ausstattung nötig: Laptops oder spezielle Hardware müssen nicht mitgebracht werden.
| Faktor | Angabe |
|---|---|
| Alter | 12–18 Jahre |
| Start | Ende August (Betriebsaufnahme) |
| Anfangsteilnehmende | ~240 |
| Vorab-Verträge | 350 |
| Maximale Kapazität | 1.000 |
| Öffnungstage | Vorläufig 3 Tage/Woche |
Konsequenzen und Ausblick
Das neue Zentrum steht exemplarisch für eine wachsende Bildungslandschaft, die digital gestützte, ausserunterrichtliche Angebote für Jugendliche umfasst. Wenn das Modell skaliert werden kann, bietet es Potenzial für zusätzliche Standorte und eine breitere Erschliessung junger Menschen, die außerhalb formaler Bildungseinrichtungen digitale Kompetenzen erwerben wollen. Entscheidend für den Erfolg wird die langfristige Finanzierung, die pädagogische Betreuung und die Integration mit Schulen und Jugendeinrichtungen sein.
Für Interessierte gilt: Am besten bei der lokalen VHS oder direkt bei Tumo informieren, Plätze sind begehrt. Das Angebot ist eine Einladung, nicht nur zu konsumieren, sondern selbst zu produzieren — ein Ansatz, der in der Freizeit jungen Menschen praktische Fertigkeiten und Perspektiven eröffnet.