Wartelisten, Kapazität und neue Konzepte
Am Neuen Friedhof in Lienz sind seit etwa eineinhalb Jahren alle verfügbaren Urnennischen belegt. Die Stadtgemeinde informiert, dass deshalb vorübergehend mehrere Urnen in gemeinschaftlichen Aufbewahrungsorten untergebracht werden müssen, bis wieder Nischen frei werden. Vor diesem Hintergrund werden in den Gremien Varianten zur Erweiterung der Bestattungsmöglichkeiten diskutiert, darunter die Erweiterung bestehender Nischen und die Errichtung eines Urnenhains mit der Option zur Baumbestattung.
Die aktuelle Bestandsaufnahme zeigt die starke Tendenz zur Einäscherung: Im vergangenen Jahr gab es auf dem Friedhof in Lienz insgesamt 132 Bestattungen. Davon entfielen 24 auf Sargbeisetzungen, 91 auf Urnenbeisetzungen in einem Erdgrab und 17 auf Urnenbeisetzungen in einer Nische.
| Bestattungsart | Anzahl (letztes Jahr) |
|---|---|
| Sargbeisetzungen | 24 |
| Urnen im Erdgrab | 91 |
| Urnen in Nischen | 17 |
| Gesamt | 132 |
Der Bestand an Urnennischen beträgt derzeit 359 Nischen, die Platz für insgesamt 1.040 Urnen bieten. Weil alle Nischen belegt sind, werden Urnen teils in der Stadtarkade oder im „Raum der Stille“ bei der Bestattung Bergmeister aufbewahrt. In der Stadtarkade befinden sich aktuell 14 Urnen; im Schnitt dauert es sechs bis zwölf Monate, bis eine Verlegung in eine dauerhafte Urnennische möglich ist, da Nischen nur schrittweise wieder frei werden.
„Seit rund eineinhalb Jahren sind sämtliche Urnennischen am Neuen Friedhof voll belegt.“
Diskussionen über Erweiterung und alternative Bestattungsformen
Vor dem Hintergrund der Vollbelegung bringt die Stadtgemeinde mehrere Optionen auf den Tisch. Konkrete Pläne für die Erweiterung der bestehenden Nischen werden in den Gremien erörtert. Daneben besteht Interesse an der Schaffung eines Urnenhains, der Baum‑ oder Waldbestattungen ermöglichen würde. Solche Formen sind bereits vereinzelt von Bürger:innen angefragt worden.
- Erweiterung bestehender Urnennischen
- Einrichtung eines Urnenhains mit Baumbestattungen
- Zwischenlösung durch Gemeinschaftsgräber (Stadtarkade)
Die Debatte verbindet praktische Überlegungen zur Kapazität mit kulturellen und emotionalen Aspekten: Baumbestattungen erfreuen sich in Teilen der Bevölkerung zunehmender Nachfrage, stellen aber gleichzeitig Anforderungen an Flächennutzung und Pflege.
Bauliche Maßnahmen am Kindergrab
Unabhängig von den Planungen zur Urnenversorgung laufen am Friedhof bereits Bauarbeiten: Das Kindergrab wird umgestaltet. Die Planung sieht einen zentralen Gedenkpunkt vor, um den herum Sitzgelegenheiten in einem Halbkreis angeordnet werden sollen. Ziel ist es, einen offenen, zugleich abgeschlossenen Bereich zu schaffen, der fußläufig an die vorhandenen Wegverbindungen angebunden wird.
Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass sich die Friedhofs‑Infrastruktur in mehreren Punkten wandelt: kurzfristige organisatorische Lösungen sind nötig, während längerfristig über Raum und Formen der Bestattung entschieden wird. Die Stadtgemeinde hat die Diskussion in die zuständigen Gremien gegeben; über Zeitpläne und Kosten sind aus der vorliegenden Information noch keine Angaben gemacht worden.
Für Anrainerinnen und Angehörige bleibt wichtig, dass die Verwaltung über die nächsten Schritte informiert und die Übergangsregelungen transparent kommuniziert. Wenn die Gremien eine Erweiterung oder neue Bestattungsformen beschließen, folgen weitere Entscheidungen etwa zur Flächenausweisung, Pflegeverantwortung und Gebührenstruktur.