In einem Mastbetrieb im Mostviertel sind nach Angaben der Behörden hunderte tote und verwahrloste Schweine gefunden worden. Der Betrieb in der Bezirkshauptmannschaft Amstetten war bereits zuvor aufgefallen, die zuständige Landesveterinärdirektion weist jedoch ein behördliches Versagen zurück und verweist auf die üblichen Kontrollmechanismen.
Frühere Vorfälle und behördliche Einschätzung
Bereits im Vorjahr waren in dem Betrieb Tiere verendet, nachdem eine defekte Lüftungsanlage festgestellt worden war. Zunächst war von bis zu 150 verendeten Schweinen die Rede; die Zahl wurde später korrigiert. Aktuell wird von der Landesveterinärdirektion ein anderes, tieferes Ausmaß genannt: Bei einer früheren Havarie seien 55 Tiere aufgrund der kaputten Lüftung verendet worden.
Eine Amtstierärztin war damals vor Ort gewesen; die Lüftung sei zwischenzeitlich repariert worden. Aus Sicht der Veterinärdirektion bestand daher kein Anlass für wiederholte Kontrollen, weil der Betrieb nach Behebung des Mangels nicht mehr als auffällig gegolten habe.
„Man kann nicht jeden Betrieb, der einmal im Leben einen Mangel hatte, ständig kontrollieren.“
Kontrollpraxis und Reaktionswege
Die Landesveterinärdirektion machte darauf aufmerksam, dass Kontrollen nach einem standardisierten Ablauf erfolgen: Amtstierärztinnen und Amtstierärzte arbeiten eine Checkliste gemeinsam mit dem Landwirt ab; bei festgestellten Mängeln werden Fristen zur Behebung gesetzt und Nachkontrollen durchgeführt.
„Bei Mängeln gibt es eine Frist zur Behebung und Nachkontrollen.“
Die Behörde kündigte an, den aktuellen Fall intern aufzuarbeiten. Die Veterinärdirektorin Christina Riedl erklärte, sie selbst sei nie persönlich in dem betroffenen Betrieb gewesen und habe ihre Informationen von der Bezirkshauptmannschaft Amstetten erhalten. Die BH Amstetten verweigerte auf Nachfragen eine Stellungnahme und verwies auf die Landesveterinärdirektion.
Bedeutung von Hinweisen durch die Bevölkerung
Die Veterinärdirektion betonte, dass Stichproben und Routinekontrollen im Bezirk allein nicht alle Missstände erkennen könnten. Deshalb sei die Meldung von Auffälligkeiten durch Bürgerinnen und Bürger wichtig; am besten solle man sich an die Bezirkshauptmannschaft wenden.
„Sonst erfährt das die Behörde ja nicht.“
- Ort: Mastbetrieb im Mostviertel (Bezirk Amstetten)
- Vorfall: Hunderte tote und verwahrloste Schweine entdeckt
- Frühere Fälle: Vorjahr – ursprünglich bis zu 150, korrigiert auf 55 durch defekte Lüftung
| Angabe | Zahl |
|---|---|
| Todesfälle bei früherer Havarie | 55 |
| Ursprüngliche Schätzung (korrigiert) | 150 |
Die Causa wirft Fragen zur Effektivität der derzeitigen Kontrollpraxis und zur Kommunikation zwischen Amtstierärzten, Bezirkshauptmannschaft und der Landesveterinärdirektion auf. Dass eine frühere Mängelbehebung dazu führte, dass der Betrieb nicht weiter als auffällig galt, ist aus Sicht der Direktion eine erklärende Maßnahme; Kritikpunkte betreffen jedoch die Grenzen einer auf Stichproben beruhenden Aufsicht.
Konkrete rechtliche Schritte oder strafrechtliche Ermittlungen wurden von den genannten Stellen bislang nicht berichtet. Die Landesveterinärdirektion kündigte eine interne Aufarbeitung des jüngsten Vorfalls an. Ob daraus Änderungen in der Kontrollpraxis oder zusätzliche Kontrollen in betroffenen Betrieben folgen, blieb offen.
Der Fall hat in der Region Besorgnis ausgelöst und könnte Debatten über die Kontrollhäufigkeit, Meldewege für Bürgerinnen und Bürger sowie mögliche organisatorische Änderungen in der Veterinäraufsicht auslösen. Fest steht nach den bisher vorliegenden Informationen, dass die Behörden aktuell ein Versagen zurückweisen, gleichzeitig aber die Notwendigkeit betonen, Hinweise aus der Bevölkerung ernst zu nehmen.