Die Stadt Dornbirn hat die landwirtschaftlichen Flächen des ehemaligen Gutshofs Martinsruh neu ausgeschrieben. Insgesamt werden 20 Flächenpakete zur Verpachtung angeboten. Bewerbungen sind laut Aussendung bis zum 4. Oktober 2026 möglich.
Eigentum bleibt bei der Stadt – Pacht an aktive Betriebe
Die Flächen verbleiben im Eigentum der Stadt Dornbirn und sollen künftig an aktive landwirtschaftliche Betriebe verpachtet werden. Der Dornbirner Stadtrat hat die Ausschreibungs- sowie die Vergabe- und Bewertungskriterien beschlossen. Grundsätzlich ist vorgesehen, dass jeder Betrieb nur ein Paket erhält; zusätzliche Pakete werden nur vergeben, wenn für einzelne Flächen sonst keine geeigneten Bewerbungen vorliegen.
Reihung und Bewerbung: Mehrere Pakete möglich
Für jedes Flächenpaket wird eine eigene Rangliste erstellt. Betriebe können sich für mehrere Pakete bewerben und dabei eine persönliche Reihenfolge angeben. Das am stärksten gewünschte Paket wird in der Bewertung an erster Stelle berücksichtigt. Dadurch sollen Präferenzen der Betriebe in die Vergabe einfließen, ohne dass einzelne Betriebe zu viele Flächen bündeln.
Entfernungen werden praktisch berechnet
Ein zentrales Vergabekriterium ist die Entfernung der ausgeschriebenen Flächen zu bereits bewirtschafteten Flächen sowie zur Hofstelle eines Betriebs. Entscheidend ist hierbei nicht die Luftlinie, sondern die tatsächlich nutzbare Wegstrecke. Die Stadt ermittelt die Entfernungen einheitlich anhand der AMA-Feldliste, der angegebenen Hofstelle und den städtischen GIS-Daten.
„Mit der Berücksichtigung der Entfernungen soll vermieden werden, dass zusätzliche Bewirtschaftungswege und unnötiger Verkehr im Ried entstehen.“
In der Ausschreibung wird explizit darauf hingewiesen, dass durch diese Regelung zusätzliche Fahrten reduziert werden sollen. Die Stadt nennt als konkreten Bezugspunkt den stark genutzten Fahrradweg im Ried, dessen Belastung durch längere Bewirtschaftungswege verringert werden soll.
Weitere Vergabekriterien
Neben der Entfernung fließen mehrere weitere Kriterien in die Bewertung ein. Genannt werden unter anderem:
- Alpung von Tieren
- Status als Junglandwirt
- Biozertifizierung des gesamten Betriebs
- Teilnahme am Dornbirner Wochenmarkt
Die verpachteten Flächen dürfen ausschließlich für die landwirtschaftliche Erzeugung verwendet werden — die Ausschreibung betont die landwirtschaftliche Nutzung als Zweck der Verpachtung.
Transparenz und praktische Folgen für Betriebe
Die städtische Vorgangsweise zielt auf eine transparente und planbare Vergabe. Die Ermittlung der Entfernungen mittels AMA-Feldliste und GIS soll eine einheitliche Grundlage für die Bewertung schaffen. Für Betriebe bedeutet dies: Wer nahe an den ausgeschriebenen Parzellen arbeitet oder eine Hofstelle in der Nähe hat, hat in der Regel bessere Chancen. Gleichzeitig werden Betriebe mit besonderen Qualifikationen — etwa Bio-Zertifikat oder Junglandwirt-Status — durch zusätzliche Bewertungspunkte berücksichtigt.
| Kriterium | Bemerkung |
|---|---|
| Entfernung | Praktische Wegstrecke (AMA-Feldliste, Hofstelle, GIS) |
| Alpung | Berücksichtigung von Alpleistungen |
| Junglandwirt | Status wird positiv gewertet |
| Biozertifizierung | Gesamter Betrieb muss zertifiziert sein |
| Wochenmarkt | Teilnahme am Dornbirner Wochenmarkt wird angerechnet |
Die Redaktion hält fest, dass die Stadtverwaltung mit der Neuausschreibung einen engen Bezug zu den örtlichen Strukturen und Verkehrsanliegen herstellt. Landwirte, die sich bewerben möchten, sollten die angegebenen Kriterien genau prüfen und bei der Bewerbung die gewünschte Reihenfolge der Pakete klar angeben. Bewerbungen sind bis zum 4. Oktober 2026 möglich.
WE NEWS wird die Ergebnisse der Vergabe und mögliche Auswirkungen auf Bewirtschaftung und Wegenutzung im Ried weiter verfolgen.