Das Hauptzollamt Magdeburg hat die Jahresbilanz für 2025 vorgelegt: Demnach haben die Beamtinnen und Beamten des Zolls im vergangenen Jahr deutlich mehr Strafverfahren eingeleitet als in den Jahren zuvor und deutlich höhere offene Steuerforderungen beigetrieben. Bei der Aufdeckung von Schäden infolge von Schwarzarbeit ergab sich hingegen ein Rückgang.
Mehr Ermittlungen als in den Vorjahren
Im Jahr 2025 leitete der Zoll in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Hauptzollamts mehr als 2.500 Strafverfahren ein. Zum Vergleich: In den Jahren zuvor lagen die Zahlen nach Angabe der Behörde zwischen rund 2.000 und knapp 2.200 Verfahren. Die jüngste Steigerung setzt damit eine mehrjährige Entwicklung fort, in der die Strafverfolgung durch den Zoll wieder an Bedeutung gewonnen hat.
Starker Anstieg bei eingetriebenen Steuerforderungen
Parallel zu den höheren Ermittlungszahlen stieg die Summe der vom Zoll beigetriebenen offenen Steuerforderungen: Waren es im Jahr 2023 noch rund 25,04 Millionen Euro, stieg diese Summe 2024 auf etwa 33,86 Millionen Euro. Für 2025 beziffert das Hauptzollamt die eingetriebenen Forderungen auf 39,32 Millionen Euro.
| Jahr | Eingetriebene offene Steuern (Euro) |
|---|---|
| 2023 | 25,04 Mio. |
| 2024 | 33,86 Mio. |
| 2025 | 39,32 Mio. |
Weniger aufgedeckter Schaden durch Schwarzarbeit
Im Bereich Schwarzarbeit verzeichnet das Hauptzollamt dagegen einen Rückgang des bei Prüfungen ermittelten Schadens für die Sozialversicherung. Im Jahr 2025 wurden demnach Schäden in Höhe von etwa 9 Millionen Euro festgestellt. Im Jahr zuvor lag die Summe noch bei rund 14,2 Millionen Euro.
Kontext und Folgen für Region und Wirtschaft
Die Zahlen haben mehrere Konsequenzen für die ökonomische und rechtliche Lage in Sachsen-Anhalt. Höhere Ermittlungs- und Vollstreckungszahlen deuten auf eine verstärkte Kontrolle in den Bereichen, in denen der Zoll zuständig ist, etwa Steuerhinterziehung, Zollvergehen und bestimmte Delikte im Zusammenhang mit Schwarzarbeit. Genaue Ursachen für die Zunahme nennt die Behörde in der Mitteilung nicht.
Für betroffene Unternehmen und Selbstständige bedeutet eine verstärkte Vollstreckung ein erhöhtes Risiko materieller Forderungen und rechtlicher Konsequenzen. Für die öffentlichen Haushalte ist die gesteigerte Eintreibung offener Forderungen ein positiver Effekt, der Mehreinnahmen bringt.
- Mehr Ermittlungen: >2.500 Strafverfahren 2025 gegenüber 2.000–2.200 in Vorjahren.
- Steigende Eintreibung: von 25,04 Mio. (2023) auf 39,32 Mio. Euro (2025).
- Weniger Schwarzarbeits-Schaden: 9 Mio. Euro in 2025 versus 14,2 Mio. Euro 2024.
Was nun zu beachten ist
Die Meldung des Hauptzollamts enthält keine detaillierten Angaben zu den Tatfeldern, die den größten Anteil an den Strafverfahren ausmachen, noch zu regionalen Schwerpunkten innerhalb Sachsen-Anhalts. Betroffene Unternehmen sollten im Zweifel ihre steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Pflichten prüfen und gegebenenfalls beraten lassen. Für Bürgerinnen und Bürger bleibt festzuhalten: Die Kontroll- und Vollstreckungsaktivitäten des Zolls sind aktuell intensiv.
Das Hauptzollamt Magdeburg liefert mit diesen Daten einen knappen, aber klaren Überblick über die Aktivität seiner Dienststellen im Jahr 2025. Weitergehende Informationen, etwa zu Verfahrensarten, Verurteilungen oder regionalen Verteilungen, veröffentlichte die Behörde in der vorliegenden Mitteilung nicht.
Die Zahlen belegen insgesamt, dass der Zoll in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr verstärkt tätig war – mit spürbaren Effekten für Staatskasse und für kontrollierte Wirtschaftsbeteiligte.