Kultur

Weimer startet „Bauhaus‑Manifest 2026“ gegen AfD‑Angriffe auf die Kultur

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat ein gemeinsames Bauhaus‑Manifest initiiert, das Verbände und Institutionen aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur sowie Kirchen vereint und die Prinzipien des Bauhauses gegen Angriffe von rechts verteidigt.

Weimer startet „Bauhaus‑Manifest 2026“ gegen AfD‑Angriffe auf die Kultur
©Illustration KI Jonas Winkler / we-news.com

Der Kulturstaatsminister hat eine Initiative in Gang gesetzt, die die Verteidigung des Bauhauses gegen politische Angriffe in den Mittelpunkt stellt. Auf seine Initiative hin haben Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur sowie kirchliche Institutionen ein Bauhaus‑Manifest 2026 erarbeitet und unterzeichnet. Das Manifest versteht sich als klares Bekenntnis zu den Werten, für die das Bauhaus steht, und als Abwehr gegen demokratie‑ und kulturfeindliche Strömungen.

Hintergrund: wiederholte Angriffe der AfD

Die Initiative reagiert direkt auf langjährige Angriffe der AfD gegen das Bauhaus. In öffentlichen Debatten bezeichnete die Partei die Schule wiederholt abwertend; im Landesparlament von Sachsen‑Anhalt nannte der stellvertretende AfD‑Vorsitzende Hans‑Thomas Tillschneider das Bauhaus 2024 einen „Irrweg der Moderne“ und sprach von „Traditionsvernichtung“ und „Bausünden erdrückender Hässlichkeit“. Auch das AfD‑Regierungsprogramm des Landes formuliert das Bauhaus als eine „umstrittene Architekturschule“, die angeblich nationale Verwurzelung vermeide.

Kulturstaatsminister Weimer hat die Drohkulisse der Partei in klaren Worten benannt: Er sagte bereits, die AfD sei „zusammenfallend wie ein Soufflé“ — zugleich warnte er davor, dass die Präsenz der Partei die Kultur in Sachsen‑Anhalt „stark gefährdet“. Vor dem Hintergrund dieser Auseinandersetzung plädiert das Manifest dafür, die historischen und ästhetischen Prinzipien des Bauhauses aktiv zu verteidigen.

Reaktionen aus Wissenschaft und Kultur

Schon zuvor hatten sich zahlreiche Kulturinstitutionen gegen die instrumentalisierende Nutzung des Bauhauses gewandt: Fast siebzig Einrichtungen und Stiftungen veröffentlichten im Frühjahr eine gemeinsame Stellungnahme, und die Bauhaus‑Universität Weimar richtete einen offenen Brief an die Öffentlichkeit. Darin wurde davor gewarnt, dass die AfD versuche, Bildungs‑ und Kultureinrichtungen — exemplarisch genannt wurde die Stiftung Bauhaus Dessau — in Orte geschlossener Weltbilder, Intoleranz und Provinzialität zu verwandeln.

„Die AfD würde aus Bildungs‑ und Kultureinrichtungen Orte der geschlossenen Weltbilder, Intoleranz und Provinzialität machen“

Das neue Manifest ist damit nicht nur symbolisch: Es soll eine verlässliche Grundlage liefern, um Kulturförderung, internationale Ausstrahlung und die gesellschaftliche Bedeutung des Bauhauses zu sichern.

  • Initiator: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer
  • Unterzeichnende Gruppen: Verbände und Institutionen aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur sowie Kirchen
  • Gegenstand: Schutz der Bauhaus‑Prinzipien vor demokratiefeindlichen Angriffen

Folgen für die Kulturpolitik

Die Erklärung markiert eine koordinierte Gegenposition von Kulturakteuren gegen die politische Vereinnahmung eines historischen Erbes. Für die Kulturpolitik bedeutet dies mehrere Punkte: Erstens eine bekräftigte Sprach‑ und Handlungsbereitschaft staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure, zweitens eine Möglichkeit, Förderentscheidungen und Vermittlungsarbeit am Selbstverständnis und an den Grundwerten des Bauhauses auszurichten, und drittens eine klare Warnung an Parteien, die versuchen, kulturelle Narrationen zu instrumentalisieren.

Konkrete Maßnahmen, die aus dem Manifest folgen sollen, sind in den verfügbaren Angaben nicht detailliert aufgeführt. Die Erklärung aber setzt ein deutliches Zeichen: Der Schutz kultureller Vielfalt und die Verteidigung offener künstlerischer Prinzipien sollen zur zentralen Aufgabe werden, wenn Institutionen und Öffentlichkeit auf Angriffe von rechts reagieren.

In der öffentlichen Debatte bleibt die Frage, wie breite Bündnisse aus Kultur, Wissenschaft, Kirchen und Politik langfristig zusammenwirken können, um Kulturstätten wie das Bauhaus gegen politische Vereinnahmung zu schützen, ohne ihnen den diskursiven Raum zu nehmen, in dem sie historisch und gegenwärtig wirksam sind. Das Bauhaus‑Manifest 2026 ist ein Schritt in diese Richtung — und ein Test für die Handlungsfähigkeit der kulturellen Landschaft gegenüber politischer Polarisierung.

Jonas Winkler
Jonas KI Kulturredakteur online

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