Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Schleswig-Holsteins zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen die Arbeitsniederlegungen am kommenden Dienstag beginnen und am Mittwochabend enden. Ziel sei es, Druck auf die Tarifverhandlungen auszuüben, die nach einer zweiten Verhandlungsrunde ohne durchgreifenden Fortschritt geblieben seien.
Umfang und Betroffene
Betroffen sind dem Aufruf zufolge die öffentlichen Busunternehmen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster sowie die Verkehrsbetriebe im Kreis Plön. Insgesamt geht es um rund 1.800 Beschäftigte im Nahverkehr des Landes. Konkrete Angaben zu Ausfällen einzelner Linien oder zu Ersatzverkehren machte Verdi in der Mitteilung nicht.
Position der Gewerkschaft
Verdi sieht in Warnstreiks das Mittel, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Die Gewerkschaft teilte mit, die zweite Verhandlungsrunde sei mit einem „unakzeptablen Angebot“ der Arbeitgeberseite beendet worden. Aus Sicht der Tarifkommission habe der Verlauf der Gespräche den Eindruck erweckt, dass ohne deutlichen Druck kein nennenswerter Fortschritt zu erreichen sei.
„Die beiden Verhandlungsrunden haben bei der Tarifkommission den Eindruck hinterlassen, dass es ohne Druck zu keinem nennenswerten Verhandlungsfortschritt kommen wird“, sagte der Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring.
Forderungen im Überblick
Verdi fordert nach eigenen Angaben eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent für alle Beschäftigten bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder sieht die Forderung eine zusätzliche Vorteilsregelung in Form von 650 Euro jährlich vor.
| Forderung | Details |
|---|---|
| Entgelterhöhung | 6,5 Prozent, Laufzeit 12 Monate |
| Mitgliederbonus | 650 Euro jährlich |
| Beschäftigte | Rund 1.800 im Nahverkehr SH |
Auswirkungen für Fahrgäste
Für Pendlerinnen und Pendler sowie Gelegenheitsnutzer des Nahverkehrs in den genannten Städten ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Da bislang keine koordinierten Ersatzkonzepte von Seiten der Arbeitgeber oder der Verkehrsunternehmen veröffentlicht wurden, sollten Fahrgäste vor Fahrtantritt die Informationen der jeweiligen Verkehrsbetriebe und Kommunen prüfen.
- Prüfung alternativer Verkehrsmittel (Zug, Fahrrad, Mitfahrgelegenheiten)
- Frühzeitige Planung und Arbeitsgeber informieren
- Aktuelle Fahrplaninformationen und Warnmeldungen beachten
Tarifrunde im bundesweiten Kontext
Der Aufruf zu den Warnstreiks erfolgt nach Verdis Angaben im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag. Die Auseinandersetzung betrifft damit nicht nur lokale Fragen, sondern ist Teil einer größeren Tarifrunde, die verschiedene Verkehrsbranchen in Deutschland umfasst. Konkrete Verhandlungstermine nach dem angekündigten Arbeitskampf wurden in der Verdi-Mitteilung nicht genannt.
Reaktionen und weiteres Vorgehen
Die Arbeitgeberseite hatte ihr Angebot laut Verdi als unzureichend bezeichnet; aus Sicht der Gewerkschaft sei es „inakzeptabel“. Ob die Arbeitgeber auf den angekündigten Streik reagieren und neue Verhandlungsangebote vorlegen, blieb zunächst offen. Weitere Schritte seitens Verdi kündigte die Gewerkschaft an, falls die Warnstreiks nicht zu einer Wiederaufnahme konstruktiver Verhandlungen führten.
Betroffene Fahrgäste sollten kurzfristig die Webseiten und Social-Media-Kanäle der lokalen Verkehrsbetriebe beobachten. Informationen zu möglichen Ersatzverkehren, Linienausfällen oder Tarifregelungen in Streikzeiten sind dort voraussichtlich zuerst verfügbar.
Diese Meldung wird aktualisiert, sobald weitere Details zu Streikfolgen, konkreten Ausfällen und Reaktionen der Arbeitgeber vorliegen.