Alexander Zverev hat bei den US Open in New York sein bislang souveränstes Match des Turniers gespielt und ist ohne weiteren Kraftakt ins Achtelfinale eingezogen. Der French-Open-Sieger gewann gegen den Chilenen Alejandro Tabilo mit 6:2, 7:6 (7:2), 6:2 und benötigte dafür 2:25 Stunden.
Glatter Sieg nach zwei Zittersiegen
Nach zwei zuvor überaus langen und nervenaufreibenden Partien gelang dem 29-Jährigen erstmals ein klarer Dreisatz-Erfolg. Zverev begann forsch, erzwang früh Breaks und dominierte vor allem den ersten Satz. Im zweiten Durchgang blieb die Partie enger; ein Tiebreak entschied das zweite Set zugunsten des Favoriten. Den dritten Satz gestaltete Zverev erneut kontrolliert und verwandelte nach 2:25 Stunden den zweiten Matchball.
Damit steht Zverev in einer besonderen Saison-Bilanz: Er ist laut Turnierstatistik der einzige Spieler, der es in dieser Spielzeit in die Achtelfinals aller vier Grand-Slam-Turniere geschafft hat. Der Sieg bringt ihm nicht nur das Weiterkommen, sondern auch eine wichtige Atempause vor der kommenden Partie.
Nächste Aufgabe und Formfragen
In der nächsten Runde trifft Zverev auf den Italiener Luciano Darderi, gegen den er in dieser Saison schon auf Sand gespielt hat. Trotz des klaren Ergebnisses traten bei Zverev im Match immer wieder Phasen mit Fehlern und hörbarem Unmut auf; vor allem die Rückhand bereitete ihm offenbar Unzufriedenheit. Auch deshalb warf er zwischenzeitlich frustriert seinen Schläger gegen die Rückwand des Courts, zeigte sich aber in kritischen Momenten stabil genug, die Partie zu beenden.
„Fit ist er, aber jeder hat irgendwo eine Grenze und das ist deutlich länger als bei den anderen Kontrahenten“, sagte Boris Becker vor dem dritten Runde.
Ob die bislang auf dem Turnier verbrauchte Zeit Auswirkungen auf die verbleibenden Partien haben wird, bleibt abzuwarten: Für die ersten beiden Erfolge in New York hatte Zverev zusammen bereits rund 9:25 Stunden auf dem Platz verbracht. Der deutlich kürzere dritte Einsatz gibt ihm nun die Chance, Kräfte zu schonen und frischer in das Achtelfinale zu gehen.
- Gegner: Alejandro Tabilo (Chile)
- Ergebnis: 6:2, 7:6 (7:2), 6:2
- Dauer: 2:25 Stunden
- Nächster Gegner: Luciano Darderi (Italien, Weltranglisten-22.)
| Statistik | Wert |
|---|---|
| Matchdauer (3. Runde) | 2:25 Stunden |
| Previous time on court (1.–2. Runde) | insgesamt 9:25 Stunden |
| Ergebnis | 6:2, 7:6 (7:2), 6:2 |
Der klare Sieg sollte Zverev auch mental stärken: Nach zwei Krimis war diesmal Konstanz gefragt, und die lieferte der Hamburger in entscheidenden Momenten. Zugleich bleibt die Frage, wie weit er mit dieser Turnierform langfristig gehen kann. Der Vorteil liegt nun jedoch auf seiner Seite: Ein kürzeres Spiel bedeutet weniger Verschleiß und mehr Reserven für die noch anstehenden Runden.
Sportlich bleibt Zverev einer der größten Anwärter auf das Weiterkommen in New York, zumal seine Bilanz über mehrere Beläge hinweg in dieser Saison bemerkenswert ist. Die Partie gegen Darderi wird zeigen, ob er die gewonnenen Energien konservieren und zugleich das hohe spielerische Niveau bestätigen kann, das ihn bis in die erweiterte Weltspitze gebracht hat.
Für die deutsche Tennisfans bleibt festzuhalten: Zverev ist weiter im Turnier, hat seinen Anspruch auf ein tiefes Abschneiden bei den US Open unterstrichen und geht mit einer verbesserten Performance in die nächste Runde.