Frankfurt/Main. Die 19-jährige Darja Varfolomeev steht im Mittelpunkt der Heim-Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik in der Frankfurter Festhalle. Mit einer Sammlung internationaler Erfolge und einem kleinen persönlichen Glücksbringer im Gepäck will die in Russland geborene, inzwischen für Deutschland startende Sportlerin beim Turnier in der Mainmetropole erneut für Aufsehen sorgen.
Hohe Erwartungen vor der Qualifikation
Die Titelkämpfe beginnen am Mittwoch mit der Qualifikation. Varfolomeev, die 2024 olympisches Gold gewann, gehört zu den prominentesten Gesichtern der Veranstaltung. Trotz ihres beeindruckenden Werdegangs tritt sie mit ehrgeiziger Zurückhaltung auf: Ein konkretes Medaillenziel nannte sie nicht, vielmehr wolle sie „überall sauber durchkommen“.
„Das ist einer meiner wichtigsten Glücksbringer, weil es mein erster Talisman war, als ich 2019 allein nach Deutschland kam. Mein Vater hat ihn mir gegeben, damit er mich beschützt. Und das hat gut geklappt.“
Die Sportlerin sprach damit über eine kleine Schildkröte, die sie als Talisman bei den Wettbewerben begleitet. Offen ist, wie sehr dieser persönliche Ritus der 19-Jährigen die Nervosität vor dem Heimauftritt dämpfen kann: Sie selbst sagte, sie fühle sich trotz der vielen Titel erneut sehr angespannt – so wie vor ihrem ersten großen Wettkampf.
Erfolge, Popularität und Auswirkungen auf die Sportart
Varfolomeev hat sich in kurzer Zeit zu einer prägenden Figur der Rhythmischen Sportgymnastik in Deutschland entwickelt. Neben dem Olympiasieg 2024 zählen zu ihren Erfolgen mehrere Welt- und Europameistertitel. Die Zahl der internationalen Medaillen im Trophäenschrank beträgt laut Angaben aus dem Umfeld der Sportlerin 27. Dazu kommen Auszeichnungen bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres sowie vordere Plätze in weiteren Jahren.
| Erfolg | Anzahl |
|---|---|
| Olympische Goldmedaillen | 1 |
| Weltmeistertitel | 11 |
| Europameistertitel | 6 |
| Internationale Medaillen insgesamt | 27 |
Teamchefin Isabell Sawade bezeichnete die Entwicklung der Disziplin als „grandios“ und verwies auf ein deutlich gestiegenes Interesse. Die Erfolge Varfolomeevs haben der Rhythmischen Sportgymnastik in Deutschland einen spürbaren Popularitätsschub beschert – ein Effekt, der sich bei einem erfolgreichen Auftritt in der Heim-Arena weiter verstärken könnte.
- Termine: Die drei WM-Finaltage finden an Freitag, Samstag und Sonntag in der Frankfurter Festhalle statt.
- Disziplinen: Varfolomeev startet in den vier Einzelentscheidungen (Reifen, Ball, Keulen, Band) sowie im Mehrkampf.
- Publikumserwartung: Für die Finaltage gibt es bereits seit Monaten große Nachfrage nach Eintrittskarten.
Sportliche Chancen und Bedeutung
Wird Varfolomeev in den Programmen fehlerfrei bleiben, gelten ihre Chancen auf Medaillen in den Einzelgeräten und im Mehrkampf als gut. Ein erfolgreicher Verlauf der Heim-WM hätte nicht nur sportliche Folgen: Er würde die Aufmerksamkeit für die Rhythmische Sportgymnastik in Deutschland weiter erhöhen, junge Talente inspirieren und das Zuschauerinteresse bei nationalen Wettbewerben und in Vereinen stärken.
Für Varfolomeev persönlich ist die WM zudem eine Gelegenheit, die Verbindung zum deutschen Publikum zu vertiefen. Die Atmosphären bei Heimveranstaltungen sind nach ihrer Einschätzung etwas Besonderes – „das erlebt man wahrscheinlich nur einmal im Leben“, sagte sie. Vor diesem Hintergrund geht die 19-Jährige mit einer Mischung aus Nervosität und Erwartungsfreude in das Turnier, das für die Mainmetropole ein sportliches Highlight des Jahres darstellt.
Ob der kleine Talisman den erhofften Schutz bringt, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Sicher ist: Mit ihrer Präsenz und ihren Leistungen hat Varfolomeev bereits jetzt maßgeblich dazu beigetragen, die Rhythmische Sportgymnastik in Deutschland sichtbarer zu machen.