In der Nacht zu Montag ist am Bahnhof Zoologischer Garten in Charlottenburg ein Mann durch Schüsse tödlich verletzt worden. Nach Angaben der Polizei geriet der 30-Jährige kurz vor Mitternacht in einen Streit mit mehreren Personen auf dem Hardenbergplatz; im weiteren Verlauf habe eine Person aus der Gruppe auf ihn geschossen. Sanitäter versuchten noch, den Mann wiederzubeleben, doch er verstarb noch am Tatort.
Fahndung läuft, Mordkommission übernimmt
Die Ermittlungen hat die Mordkommission übernommen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass die Spurensicherung am Hardenbergplatz am Sonntag begonnen und bis zum Montagmorgen andauerte; in dieser Zeit waren auch Haltestellen der BVG-Busse betroffen. Nach bisherigen Erkenntnissen flüchtete eine tatverdächtige Person unmittelbar nach der Tat mit einem Fahrzeug.
„Die Mordkommission ermittelt.“
Zu den näheren Hintergründen des Streits konnten Polizei und Staatsanwaltschaft bislang keine Angaben machen. Eine Obduktion des Opfers wurde angeordnet, wie es in solchen Fällen üblich ist. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte die Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage darüber, wie viele Schüsse gefallen sind.
Bekanntheit des Opfers und Sicherheitslage in Berlin
Nach Informationen des rbb war der 30-Jährige den Behörden bereits bekannt. Demnach gehörte er zu einer Großfamilie, die den Ermittlungen zufolge in verschiedenen Deliktsbereichen auffiel – darunter Drogen- und Eigentumsdelikte sowie Geldwäsche und Straftaten im Zusammenhang mit Prostitution. Die Ermittler verlangen weiterhin Zurückhaltung bei Schlussfolgerungen, bis die Obduktion und Spurenauswertung weitere Erkenntnisse liefern.
Die Tat reiht sich ein in eine Serie von Vorfällen mit Schusswaffen in Berlin: In der Nacht zuvor warfen Unbekannte Schüsse auf die Scheibe eines Friseursalons in Marzahn-Hellersdorf, am Freitag zuvor wurde ein 22-Jähriger in der Graefestraße in Kreuzberg durch Schüsse verletzt, und auch in Schöneberg gab es kürzlich einen Schusswaffenvorfall. Die Polizei weist darauf hin, dass Schusswaffenkriminalität in der Stadt in den Blick genommen wird.
- Tatzeit: ca. 23:50 Uhr (Sonntag)
- Ort: Hardenbergplatz / Bahnhof Zoologischer Garten, Charlottenburg
- Opfer: 30-jähriger Mann, verstarb am Tatort
- Tatverdächtiger: flüchtete mit einem Fahrzeug, Fahndung läuft
Konsequenzen vor Ort und für Anwohner
Für Anwohner und Pendler bedeutete die Tat eine unmittelbare Einschränkung: Wegen der Spurensicherung war der Hardenbergplatz abgesperrt und der Busverkehr vorübergehend beeinträchtigt. Solche Maßnahmen sind bei schwerwiegenden Straftaten notwendig, verlängern aber den Straßen- und Nahverkehrsaufwand, bis die Einsatzkräfte die Spurensicherung abgeschlossen haben.
Die Polizei hat die Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen aufgenommen und bittet mögliche Zeugen, sich zu melden. Personen, die zum Tatzeitpunkt Beobachtungen gemacht haben oder Videoaufnahmen vom Hardenbergplatz besitzen, werden gebeten, diese Informationen den Ermittlern zur Verfügung zu stellen. Genaue Kontaktdaten und Hinweise zur Meldung gab die Staatsanwaltschaft in der ersten Mitteilung nicht an.
| Datum | Ort | Ereignis |
|---|---|---|
| Sonntag, ca. 23:50 | Hardenbergplatz / Bahnhof Zoo | Schüsse, 30-Jähriger tödlich verletzt |
| Sonntag, früher | Marzahn‑Hellersdorf | Schüsse auf Schaufensterscheibe |
| Freitag | Kreuzberg, Graefestraße | 22-Jähriger durch Schüsse verletzt |
Die Ermittlungen dauern an. Für die Menschen in Charlottenburg bleibt die Nachricht ein weiterer Anlass, Fragen zur öffentlichen Sicherheit in der Stadt zu stellen. Bis die Behörden weitere Ergebnisse präsentieren – etwa aus der Obduktion und der kriminaltechnischen Auswertung – sind viele Details offen. Die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft arbeiten nach eigenen Angaben mit Hochdruck an der Aufklärung.
Als lokale Redaktion bleiben wir dran und berichten über neue Erkenntnisse aus den Ermittlungen und mögliche Hinweise der Polizei unmittelbar aus Charlottenburg.