Der VfB Stuttgart steht wenige Wochen vor dem Pflichtspielstart mit einem ungewöhnlich vollen Kader und hohen sommerlichen Transferausgaben da. Nach mehreren wichtigen Neuzugängen, einer festen Verpflichtung aus der vorigen Leihe und zahlreichen Rückkehrern von Leihen liegt das bisherige Transfersaldo des Klubs in dieser Transferperiode bei einem Minus von knapp 55 Millionen Euro. Die Konstellation wirft Fragen zur Kaderplanung, Einsatzzeiten und möglichen weiteren Abgängen auf.
Neuzugänge und Ablösen im Überblick
Die Neuzugänge reichten von ablösefreien Verpflichtungen bis zu siebenstelligen Transfersummen. Als erster Neuzugang für die kommende Saison wurde der erfahrene Mittelfeldspieler Grischa Prömel verpflichtet. Er kam Ende Mai ablösefrei aus Hoffenheim und unterschrieb in Bad Cannstatt bis 2029. Obwohl keine Ablöse gezahlt wurde, deutet die Vereinsseite darauf hin, dass der Wechsel mit einem entsprechenden Gehalt und einem einmaligen Handgeld ausgestattet sein dürfte.
Weitere prominente Zugänge sind:
- Leo Sauer (Flügelspieler) von Feyenoord Rotterdam — offenbar für 12,5 Millionen Euro verpflichtet.
- Dzenan Pejcinovic (Mittelstürmer) von VfL Wolfsburg — Wechsel für 25 Millionen Euro, damit der zweitteuerste Einkauf in der VfB-Historie.
- Bilal El Khannouss — nach einer Leihe wurde die Kaufpflicht gezogen, die Verpflichtung liegt bei 18 Millionen Euro.
| Spieler | Herkunft | Transferkosten |
|---|---|---|
| Grischa Prömel | TSG Hoffenheim | ablösefrei |
| Leo Sauer | Feyenoord Rotterdam | 12,5 Mio. € |
| Dzenan Pejcinovic | VfL Wolfsburg | 25 Mio. € |
| Bilal El Khannouss | Leihe zuvor | 18 Mio. € (Kaufpflicht) |
Volles Personal und Rückkehrer
Neben kostspieligen Einkäufen ergibt sich die Kaderüberfüllung auch durch zahlreiche Rückkehrer von Leihen. Genannt wurden unter anderem Dennis Seimen (von SC Paderborn), Jovan Milosevic (von Werder Bremen) und Laurin Ulrich (von FC Magdeburg). Durch die Vielzahl an Spielern erhöht sich der Konkurrenzkampf um Startplätze, zugleich stellt sich die Frage nach Verwendungen auf der Ersatzbank und möglichen weiteren Abgängen, um den Kader zu reduzieren und Gehaltskosten zu steuern.
„die geile Geschichte weiterschreiben“
Mit Blick auf die Stimmungslage beim Klub passt der rhetorische Anspruch von Grischa Prömel zur Erwartungshaltung: Die sportliche Zielsetzung des VfB wird intern hoch angesetzt, zugleich bedeuten die finanziellen Aufwendungen Druck, nachhaltig sportlich zu liefern.
Ökonomische und sportliche Folgen
Ein Transfersaldo im Bereich von knapp 55 Millionen Euro ist für einen Bundesligisten wie den VfB nicht unerheblich. Kurzfristig bedeutet das erhöhte Belastung für die Kasse; mittelfristig hoffen Verantwortliche auf Rendite durch gesteigerte sportliche Leistungen, höhere Zuschauerzahlen, Merchandising-Umsätze und mögliche Weiterverkäufe. Sportlich erzeugt die Tiefe des Kaders Qualität und Konkurrenz, birgt aber auch Gefahren: Unzufriedenheit bei Spielern mit wenig Perspektive, erschwerte Gehaltsstruktur und der Bedarf an klarer Kaderplanung seitens Trainer und Sportdirektion.
Für die Fans in Stuttgart bleibt spannend, wie der Klub mit dieser Konstellation umgehen wird: Werden noch Spieler abgegeben, um das Gehaltsbudget zu entlasten? Oder setzt der VfB auf internen Wettbewerb und hofft, dass sich die Investitionen sportlich auszahlen? Die Antworten darauf dürften die nächsten Wochen im Trainingslager und die Transferfrist bringen.
Der VfB bereitet sich derzeit im oberbayerischen Grassau am Chiemsee auf die neue Saison vor. Dort wird sich zeigen, wie Trainerstab und Verantwortliche die große Zahl an Spielern strukturieren und welche Rolle die neuen Verpflichtungen im Spielsystem einnehmen werden.