Das Shamonda-Virus hat sich in der Region Trier weiter ausgebreitet: Nach Angaben des Landesuntersuchungsamts Rheinland‑Pfalz sind inzwischen 62 Bestände im Land positiv auf das Virus getestet worden. Besonders betroffen sind die Kreise Bernkastel‑Wittlich und Eifelkreis Bitburg‑Prüm, dort wurden die meisten Fälle registriert.
Verbreitung und betroffene Landkreise
Dem Landesuntersuchungsamt zufolge wurden im Eifelkreis bislang 57 infizierte Rinder nachgewiesen, im Kreis Bernkastel‑Wittlich 23. Darüber hinaus liegen bestätigte Fälle im Vulkaneifelkreis und im Landkreis Trier‑Saarburg vor. Weitere betroffene Kreise in Rheinland‑Pfalz sind:
- Rhein‑Lahn‑Kreis
- Rhein‑Hunsrück‑Kreis
- Kreis Altenkirchen
- Kreis Mayen‑Koblenz
- Donnersbergkreis
- Kreis Mainz‑Bingen
Die Zahlen ergeben ein Bild, das auf eine regionale Verbreitung hindeutet, wobei die Fallzahlen in den Eifel‑Regionen besonders hoch sind.
Auch Alpaka und Pferd betroffen
Erstmals wurde das Virus in Rheinland‑Pfalz nicht nur bei Rindern nachgewiesen: In der vergangenen Woche wurde bei einem heimischen Alpaka das Virus festgestellt. Das Tier habe demnach nicht aufstehen können, stark gezittert und eine Untertemperatur gezeigt; inzwischen ist es nach Angaben des Untersuchungsamts wieder genesen. Außerdem wurde in der zweiten Augusthälfte ein totes Pferd in Rheinland‑Pfalz positiv getestet. Nach derzeitiger Kenntnis handelt es sich um den ersten Nachweis des Shamonda‑Virus bei einem Pferd in Deutschland.
Herkunft, Übertragungsweg und Symptome
Das Shamonda‑Virus ist ursprünglich in Afrika und Japan bekannt. In diesem Sommer ist es erstmals in Mitteleuropa aufgetreten. Übertragen wird das Virus durch Mücken. Bei infizierten Nutztieren werden häufig folgende Symptome beobachtet:
- Fieber
- Durchfall
- Rückgang der Milchleistung
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand verläuft die Infektion bei den meisten Tieren vergleichsweise mild, und viele Tiere erholen sich relativ schnell.
Gefahr für Menschen und Empfehlungen der Behörden
Für Menschen bestehe nach aktuellem Stand keine Gefahr, betont das Landesuntersuchungsamt. Dennoch raten die Veterinärämter Tierhaltern zu erhöhter Wachsamkeit. Insbesondere sollen Tierhalter bei ungewöhnlichen Krankheitszeichen in ihren Beständen unverzüglich den Tierarzt informieren, um Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu dokumentieren.
| Region/Kreis | Bestätigte Fälle (Rinder) |
|---|---|
| Eifelkreis (Bitburg‑Prüm) | 57 |
| Kreis Bernkastel‑Wittlich | 23 |
| Weitere Kreise (insgesamt) | Fälle in mehreren Beständen, gesamthaft 62 Bestände in RLP |
Auswirkungen für Landwirtschaft und Tierhalter
Die Ausbreitung des Virus trifft vor allem Milch‑ und Rinderhalter in den betroffenen Landkreisen. Ein Rückgang der Milchleistung sowie krankheitsbedingte Ausfälle können wirtschaftliche Folgen haben, insbesondere für kleinere Betriebe. Zudem erschwert die saisonale Mückenaktivität die Eindämmung, da Schutzmaßnahmen gegen Vektoren aufwändig und nicht immer vollständig wirksam sind.
Tierhalter werden angehalten, den Stall- und Weidebetrieb auf mögliche Anzeichen zu beobachten, gegebenenfalls Hygienemaßnahmen zu verstärken und bei einem Verdacht umgehend ihre Veterinärbehörde zu informieren. Die Veterinärämter koordinieren Probenahmen und Untersuchungen, um die Verbreitung zu dokumentieren und gegebenenfalls weitere Maßnahmen abzustimmen.
Ausblick und Bedeutung für Rheinland‑Pfalz
Die Fälle in Rheinland‑Pfalz sind Teil eines ersten Auftretens des Shamonda‑Virus in Mitteleuropa in diesem Sommer. Ähnliche Nachweise gab es zuletzt auch in Baden‑Württemberg. Für die kommenden Wochen, in denen Mücken noch aktiv sind, ist mit einer weiteren Überwachung zu rechnen. Die Behörden stehen nach eigenen Angaben in engem Austausch, um die Entwicklung zu verfolgen und Landwirte zu begleiten.
Für die Öffentlichkeit bleibt wichtig: Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine gesundheitliche Gefährdung des Menschen. Entscheidender Fokus liegt auf dem Schutz der Tierbestände und der schnellen Meldung verdächtiger Krankheitsfälle durch Tierhalter.
Wichtige Kontakte und Hinweise erhalten Betroffene über ihre örtlichen Veterinärämter und das Landesuntersuchungsamt Rheinland‑Pfalz.