Starke Halbjahreszahlen trotz geopolitischer Unsicherheiten
Der Salzgitter-Konzern hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 die Markterwartungen übertroffen und bestätigt die operative Erholung des Unternehmens. Entscheidend waren laut Konzernangaben ein hoher Ergebnisbeitrag aus der Beteiligung an Aurubis, die wieder anziehende Geschäftsentwicklung in den Bereichen Stahlerzeugung, Handel und Technologie sowie Einsparungen aus dem Optimierungsprogramm P28.
Konkrete Zahlen
Wesentliche Kennziffern, die das Management vorgelegt hat, zeigen eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA (EBITDA VX) stieg auf 459 Mio. Euro nach 116,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025. Das bereinigte Vorsteuerergebnis (EBT VX) erhöhte sich auf 257,6 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 83,8 Mio. Euro zu Buche stand.
| Kenngröße | H1 2026 | H1 2025 |
|---|---|---|
| Außenumsatz | 4,6 Mrd. Euro | 4,7 Mrd. Euro |
| Bereinigtes EBITDA (EBITDA VX) | 459 Mio. Euro | 116,8 Mio. Euro |
| EBT (bereinigt) | 257,6 Mio. Euro | -83,8 Mio. Euro |
| Nettoverschuldung | -792 Mio. Euro | (gegenüber Vorjahr nahezu unverändert) |
| Einsparungen aus Programm P28 | 97 Mio. Euro | — |
Ein wesentlicher Faktor des positiven Ergebnisses ist der Ergebnisbeitrag der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an Aurubis, der mit 193,0 Mio. Euro ausgewiesen wurde (Vorjahr: 71,5 Mio. Euro). Unter Einbeziehung von Bewertungseffekten aus einer Wandelanleihe auf Aurubis-Aktien in Höhe von -181,3 Mio. Euro ergibt sich ein ausgewiesenes EBITDA von 277,7 Mio. Euro.
Management sieht Fortschritte beim Sparprogramm
Finanzvorständin Birgit Potrafki wurde zur Jahresmitte mit den Fortschritten des Sparprogramms zitiert:
„Zur Jahresmitte haben wir bereits den Großteil unseres für 2026 gesetzten Einsparziels von 122 Mio. Euro erreicht. Seit dem Start des Programms belaufen sich die kumulierten Effekte inzwischen auf nahezu 350 Mio. Euro und bringen uns unserem langfristigen Ziel von 575 Mio. Euro deutlich näher.“
Das Management hebt hervor, dass die Maßnahmen dazu beigetragen haben, die Belastungen durch geopolitische Spannungen, namentlich infolge des Nahostkonflikts, weitgehend abzufedern. Gleichzeitig betont der Konzern, dass trotz hoher Investitionen, insbesondere in die erste Phase des Dekarbonisierungsprogramms SALCOS, die Nettoverschuldung Ende Juni mit -792 Mio. Euro nahezu unverändert blieb.
Folgen für Standort und Ausblick
Für die Stadt Salzgitter und die lokalen Akteurinnen und Akteure sind die Zahlen von Bedeutung: Ein stabilisiertes Ergebnis und eine angehobene Prognose können sich positiv auf Beschäftigungssicherheit, Aufträge für Zulieferer und die kommunalen Finanzen auswirken. Zugleich bleibt die Abhängigkeit von Bewertungseffekten der Aurubis-Beteiligung ein Faktor, der Volatilität in den ausgewiesenen Ergebnissen erzeugen kann.
- Operative Erholung trägt zur Ergebnisverbesserung bei.
- Wesentliche Impulse stammen aus Beteiligungsergebnissen und Sparprogramm P28.
- Investitionen in Dekarbonisierung laufen trotz stabiler Nettoverschuldung weiter.
Analysten merkten an, dass das bereinigte EBITDA im zweiten Quartal mit 179 Mio. Euro den Marktkonsens von 163 Mio. Euro übertroffen habe. Auf Basis dieser Entwicklung hat der Konzern seine Jahresprognose angehoben, ohne dass in den vorliegenden Mitteilungen neue konkrete Zielwerte genannt wurden. Für die kommenden Monate bleibt wichtig, wie sich das operative Geschäft unabhängig von Bewertungseffekten stabilisiert und wie die Investitionen in SALCOS fortschreiten.
Die aktuelle Lage ist für Beschäftigte und Zulieferbetriebe der Region ein positives Signal, bietet aber auch Anlass, die Entwicklung der Rohstoffmärkte und die konjunkturelle Lage weiter aufmerksam zu verfolgen. Der Konzern selbst sieht sich nach den vorgelegten Halbjahreszahlen auf einem Kurs zu nachhaltigerer Profitabilität, auch wenn einzelne Effekte die Darstellung der Ergebnisse beeinflussen.