Das Saarland wird in diesem Jahr an allen Adventssamstagen landesweit kostenlose Fahrten mit Bus und Bahn anbieten. Mobilitätsministerin Petra Berg (SPD) kündigte die Maßnahme am Dienstag in Saarbrücken an. Die Aktion gilt demnach für die Tage 28. November sowie 5., 12. und 19. Dezember.
Ziel: Innenstädte stärken und Pendler entlasten
Nach Angaben der Ministerin greift die Initiative auf positive Erfahrungen mit einem kostenlosen ÖPNV-Angebot am Tag der Deutschen Einheit 2025 zurück. Mit der Aktion solle das Einkaufen in den Innenstädten erleichtert, der Besuch von Weihnachtsmärkten beworben und gleichzeitig Staus sowie die Parkplatzsuche reduziert werden. Die Landesregierung finanziert die kostenfreien Fahrten laut Ankündigung aus Mitteln der Wirtschaftsförderung des Landes.
Die Ministerin betonte, dass solche Angebote helfen könnten, den stationären Einzelhandel zu unterstützen. Den Worten zufolge biete der lokale Handel ein Einkaufserlebnis, das sich nicht mit dem Onlinegeschäft ersetzen lasse: Beratung, Bummeln und Begegnung seien Teil des Vorweihnachtlichen Angebots.
„Wer am 28. November sowie am 5., 12. oder 19. Dezember Bus und Bahn im Saarland nutzt, muss dafür nicht eigens einen Fahrschein kaufen und kann ohne Stau und Parkplatzsuche Weihnachtseinkäufe erledigen und die saarländischen Weihnachtsmärkte besuchen.“
Neue Expresslinie ab Dezember
Parallel zur Gratis-Initiative kündigte Berg an, dass ab Dezember an Werktagen eine neue Expressverbindung von Wadern nach Saarbrücken eingerichtet werde. Zu Fahrzeiten, Taktung oder Fahrzeugtyp machte die Ministerin keine näheren Angaben in der Mitteilung. Die Verbindung soll jedoch dazu beitragen, das Angebot außerhalb der Adventssamstage zu stärken und Pendelverkehre zwischen ländlichen Räumen und der Landeshauptstadt zu verbessern.
Finanzierung und politische Bewertung
Laut Mitteilung wird die Finanzierung der kostenfreien Adventssamstage über die Wirtschaftsförderung des Landes erfolgen. Konkrete Summen oder eine Aufschlüsselung der Mittel wurden nicht genannt. Die Ministerin verwies darauf, dass der Tag der Deutschen Einheit 2025 gezeigt habe, welchen Effekt ein gutes Angebot zu einem sehr niedrigen Preis entfalten könne.
Die Ankündigung reiht sich ein in die Debatte um die Rolle des öffentlichen Personennahverkehrs in der Landespolitik: Während Kosten und Haushaltsfragen immer wieder kritisiert werden, sieht die Landesregierung in der Förderung des ÖPNV auch einen Wirtschaftsfaktor und Instrument zur Stärkung des Einzelhandels und der Innenstädte.
Praktische Hinweise für Fahrgäste
Für die Nutzerinnen und Nutzer bedeutet die Regelung: An den genannten Adventssamstagen wird kein Fahrschein für Busse und Bahnen im Saarland benötigt. Fahrgäste sollten dennoch die üblichen Betriebsinformationen beachten, etwa zu Fahrplanänderungen, Betriebszeiten und möglichen Ersatzverkehren.
- Gilt an folgenden Tagen: 28. November, 5., 12., 19. Dezember
- Region: Landeseigener Nahverkehr im Saarland
- Finanzierung: Mittel der Wirtschaftsförderung des Landes
Mögliche Folgen für Handel und Verkehr
Wirtschafts- und Stadtplanerische Effekte lassen sich nach Angaben der Ministerin mit Blick auf den Einzelhandel erhoffen. Frei nutzbarer ÖPNV könne Kundenströme in Innenstädte lenken und die Attraktivität für Besucher steigern. Verkehrsplaner wiederum beobachten regelmäßig, ob solche Kurzzeit-Offerten zu einem dauerhaften Verhaltenswechsel führen.
Ob die Adventsaktion den Verkehr tatsächlich merklich entlastet und wie hoch die Auslastung der Angebote sein wird, lässt sich erst nach Durchführung beurteilen. Die Landesregierung verweist auf die positiven Erfahrungen vom Nationalfeiertag 2025; weitere Auswertungen sollen zeigen, ob und in welchem Umfang ähnliche Maßnahmen künftig erneut eingesetzt werden.
Die Ankündigung stellt in jedem Fall einen vorweihnachtlichen Versuch dar, Mobilitätspolitik, Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung zu verknüpfen und zugleich einen Impuls für umweltfreundlichere Verkehrsformen zu setzen.