Großer personeller Wechsel bei den "Bunkerboys"
Der Handball-Oberligist ESV 1927 Regensburg geht nach einem deutlichen Umbruch in die neue Spielzeit. Drei Jahre nach dem Aufstieg in die Oberliga treten die Eisenbahner in diesem Jahr in der Südstaffel an, nachdem sie zuvor in der Nordstaffel gespielt hatten. Der Verein startet mit einer Woche Verspätung in die Saison: Am Samstag um 18.30 Uhr ist das Team beim Aufsteiger ASV Dachau zu Gast.
Personelle Veränderungen: acht Neue, sechs Abgänge
Der Kader wurde kräftig umgebaut. Insgesamt sind Acht neue Spieler nach Dechbettener Brücke gekommen, während sechs Akteure abgewandert sind. Besonders ins Gewicht fällt der Verlust von erfahrenen Kräften, die große Anteile an der bisherigen Stabilität des Teams hatten.
- Abgänge mit Zielen: Lukas Herzberg (25, Rückraum) zum ASV Cham;
- Christoph Deml (29, Rückraum) und Matteo Groß (32, Außen) haben den Verein verlassen;
- Matthias Kien‑Bertuccini (31, Torhüter) wechselte zum TSV Neutraubling;
- Weitere Abgänge: Marcel Elgeti (32, Rückraum) tritt eine Handballpause an; Ole Schwagerus (28, Kreis) widmet sich künftig der Tätigkeit als Trainer der weiblichen B‑Jugend.
| Neuzugänge | Anmerkung |
|---|---|
| Jonas Hess (20, Rückraum) | Von SG Regensburg II |
| Max Maderer (17, Rückraum) | Aus dem eigenen Nachwuchs |
| Vincent Pokora (17) | Jugendspieler |
| Oliver Göttler (17) | Jugendspieler |
| Jakob Veit (17, Außen) | Jugendspieler |
Trainerrolle und Erwartungen
Trainer Roy Müller (51) zieht eine klare Linie: Nach einer intensiven Vorbereitung ist das primäre Ziel der Klassenerhalt. "Ganz klar, Klassenerhalt", so Müller. Er sieht in den personellen Veränderungen auch Chancen: Die Mannschaft habe "neue Impulse" bekommen, der Angriff sei flexibler geworden und es gebe veränderte Laufwege.
„Wir haben neue Impulse gekriegt und sind im Angriff flexibler geworden und haben jetzt andere Laufwege.“
Für den Saisonauftakt muss Müller allerdings eine Besonderheit hinnehmen: Er hat eine noch nicht abgesessene Sperre und wird die erste Begegnung sowie das nächste Heimspiel von der Tribüne aus verfolgen. In seiner Abwesenheit bildet Daniel Kessler (48) mit Müller ein Cheftrainer‑Duo, unterstützt wird das Team von Co‑Trainer "Zachi" Moritz (51). Müller bezeichnet das Beobachten als einschränkend: Als Zuschauer könne er weniger Einfluss nehmen, etwa beim Wechseln oder bei taktischen Anpassungen.
Nachwuchs und Perspektive
Viele der Neuzugänge stammen aus der eigenen Jugend oder sind junge Talente, was dem ESV eine veränderte Dynamik geben soll. Spieler wie die 17‑jährigen Maderer, Pokora, Göttler und Veit sollen die Außenpositionen und die Rückraumoptionen beleben. Der Verein setzt damit offenbar auf die Mischung aus Jugend und erfahrenen Kräften.
Auch in der regionalen Konkurrenz gibt es Veränderungen: Die Südstaffel hat in dieser Saison keinen ASV Cham mehr, wodurch erwartete Oberpfalz‑Derbys wegfallen. Für Regensburg bedeutet das: neue Gegner, neue Reize und eine Saison, in der es für den ESV vor allem darum gehen wird, die Klasse zu halten und die Integration der zahlreichen Jüngeren zu gestalten.
Ausblick
Der erste Auftritt in Dachau wird eine erste Standortbestimmung sein. Entscheidend wird sein, wie schnell die Mannschaft die eingeführten taktischen Änderungen umsetzt und wie stabil die Defensive arbeitet, um den Verlust von Routine aufzufangen. Eine Woche später greift zudem die Bezirksoberligamannschaft SG Regensburg II in den Spielbetrieb ein.
Für die Anhänger in Regensburg bleibt spannend, wie sich die verjüngte Mannschaft in der Oberliga behauptet und ob die erhofften Impulse früh Früchte tragen.