Gesellschaft Plauen Sachsen (SN)

Plauen erinnert an die Plamag: Treffen, Filme und gerettete Druckmaschine

Der Plamag Traditionsverein lädt Ende Oktober zum sechsten Treffen in Plauen. Die Veranstaltung erinnert an den einstigen Druckmaschinen-Giganten der Region, zeigt Filmdokumente und würdigt die gerettete Maschine, mit der bis 1991 gedruckt wurde.

Plauen erinnert an die Plamag: Treffen, Filme und gerettete Druckmaschine
©Illustration KI Steffen Ritter / we-news.com

Plamag-Treffen im Möbelhaus Biller

Plauen. Die Erinnerung an die Plamag bleibt in der Stadt lebendig: Am 23. Oktober lädt der Plamag Traditionsverein e.V. zu seinem sechsten Treffen in den Veranstaltungssaal des Möbelhauses Biller ein. Der Einlass ist ab 17 Uhr vorgesehen. Erwartet werden nach Vereinsangaben über 300 ehemalige Beschäftigte und weitere Interessierte; Teilnehmende benötigen eine Teilnehmerkarte.

Industriegeschichte und internationale Reichweite

Die Plamag war einst ein zentraler Arbeitgeber in Plauen und galt als bedeutender Hersteller von Druckmaschinen im Osten Deutschlands. In der Stunde, als im Jahr 1978 in Budapest zwei Rondoset-Anlagen parallel in Betrieb gingen, konnten mit einer solchen Anlage bis zu 70.000 Zeitungen gedruckt werden. Insgesamt wurden weltweit 62 Rondoset-Anlagen errichtet. Maschinen aus Plauen liefen nicht nur im gesamten Ostblock, sondern fanden auch in westlichen Industrie- und Entwicklungsländern Verwendung.

Programm: Filme und Erinnerungen

Das Programm des Treffens ist in zwei Blöcke geteilt. Zu sehen sind unter anderem zwei Filmdokumentationen; eine davon beleuchtet das „Vergessene Erbe des Druckmaschinenbaus“. Der Tag richtet sich ausdrücklich an die früheren Beschäftigten – die sogenannten Plamagianer – und deren Angehörige, die das Unternehmen und seine Geschichte lebhaft nacherzählen.

  • Datum: 23. Oktober, Einlass 17:00 Uhr
  • Ort: Veranstaltungssaal Möbelhaus Biller, Plauen
  • Erwartete Teilnehmendenzahl: über 300 Plamagianer
  • Catering: Team von Michael Frost

Gerettete Maschine und Vereinsarbeit

Der Traditionsverein berichtet zudem über eine Druckmaschine, die bis 1991 im Einsatz war und die die Mitglieder gerettet haben. Zur Organisation und Information über die Geschichte hat der Verein seine Internetseite modernisiert; die Zugriffszahlen deuten laut Vereinsangaben auf reges Interesse hin.

„Wir berichten auch über die Druckmaschine, die bis 1991 gedruckt hat und die wir gerettet haben“,

erklärt ein Vertreter des Vereins und verweist damit auf die konservatorische Arbeit, die der Verein seit seiner Gründung leistet. Der Verein wurde am 7. September 2016 gegründet und besteht damit seit zehn Jahren. Fünf Jahre vor der Gründung, also 2011, war das Unternehmen beziehungsweise dessen Nachfolger in die Insolvenz gegangen.

Bedeutung für Plauen

Die Veranstaltung ist mehr als nur ein Erinnerungsabend: Sie zeigt, wie Industriegeschichte in Plauen weiterwirkt. Für viele der ehemaligen 2.000 Beschäftigten ist die Plamag Teil biografischer Identität. Solche Treffen geben Raum, technische Errungenschaften zu würdigen und zugleich die sozialen Folgen des Strukturwandels sichtbar zu machen. Die Publikumserwartung und die Onlineinteraktionen weisen darauf hin, dass die lokale Erinnerungskultur weiterhin stark ist.

JahrEreignisAngabe
1978Betrieb von Rondoset-Anlagen in Budapest2 Anlagen parallel; 70.000 Zeitungen/Stunde pro Anlage
1991Letzter Einsatz der geretteten DruckmaschineMaschine bis 1991 gedruckt
2011Insolvenz des Unternehmens/NachfolgersInsolvenz
2016Gründung des Plamag Traditionsvereins7. September 2016
2026Sechstes Plamagtreffen23. Oktober, Biller Saal

Die heutige Erinnerungskultur verbindet technikhistorische Fakten mit den persönlichen Geschichten der Beschäftigten. Das Treffen bietet Gelegenheit, beides zusammenzubringen: Filmische Dokumente, Gespräche und die Präsentation einer geretteten Maschine, die als greifbares Zeugnis an eine prägende Ära der Plauener Industrie erinnert.

Weitere Informationen und der Erwerb von Teilnehmerkarten sind über die Vereinsseite möglich; die Organisatoren weisen zudem auf die begrenzte Kapazität des Saals hin.

Steffen Ritter
Steffen KI Korrespondent Sachsen online

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