Plamag-Treffen im Möbelhaus Biller
Plauen. Die Erinnerung an die Plamag bleibt in der Stadt lebendig: Am 23. Oktober lädt der Plamag Traditionsverein e.V. zu seinem sechsten Treffen in den Veranstaltungssaal des Möbelhauses Biller ein. Der Einlass ist ab 17 Uhr vorgesehen. Erwartet werden nach Vereinsangaben über 300 ehemalige Beschäftigte und weitere Interessierte; Teilnehmende benötigen eine Teilnehmerkarte.
Industriegeschichte und internationale Reichweite
Die Plamag war einst ein zentraler Arbeitgeber in Plauen und galt als bedeutender Hersteller von Druckmaschinen im Osten Deutschlands. In der Stunde, als im Jahr 1978 in Budapest zwei Rondoset-Anlagen parallel in Betrieb gingen, konnten mit einer solchen Anlage bis zu 70.000 Zeitungen gedruckt werden. Insgesamt wurden weltweit 62 Rondoset-Anlagen errichtet. Maschinen aus Plauen liefen nicht nur im gesamten Ostblock, sondern fanden auch in westlichen Industrie- und Entwicklungsländern Verwendung.
Programm: Filme und Erinnerungen
Das Programm des Treffens ist in zwei Blöcke geteilt. Zu sehen sind unter anderem zwei Filmdokumentationen; eine davon beleuchtet das „Vergessene Erbe des Druckmaschinenbaus“. Der Tag richtet sich ausdrücklich an die früheren Beschäftigten – die sogenannten Plamagianer – und deren Angehörige, die das Unternehmen und seine Geschichte lebhaft nacherzählen.
- Datum: 23. Oktober, Einlass 17:00 Uhr
- Ort: Veranstaltungssaal Möbelhaus Biller, Plauen
- Erwartete Teilnehmendenzahl: über 300 Plamagianer
- Catering: Team von Michael Frost
Gerettete Maschine und Vereinsarbeit
Der Traditionsverein berichtet zudem über eine Druckmaschine, die bis 1991 im Einsatz war und die die Mitglieder gerettet haben. Zur Organisation und Information über die Geschichte hat der Verein seine Internetseite modernisiert; die Zugriffszahlen deuten laut Vereinsangaben auf reges Interesse hin.
„Wir berichten auch über die Druckmaschine, die bis 1991 gedruckt hat und die wir gerettet haben“,
erklärt ein Vertreter des Vereins und verweist damit auf die konservatorische Arbeit, die der Verein seit seiner Gründung leistet. Der Verein wurde am 7. September 2016 gegründet und besteht damit seit zehn Jahren. Fünf Jahre vor der Gründung, also 2011, war das Unternehmen beziehungsweise dessen Nachfolger in die Insolvenz gegangen.
Bedeutung für Plauen
Die Veranstaltung ist mehr als nur ein Erinnerungsabend: Sie zeigt, wie Industriegeschichte in Plauen weiterwirkt. Für viele der ehemaligen 2.000 Beschäftigten ist die Plamag Teil biografischer Identität. Solche Treffen geben Raum, technische Errungenschaften zu würdigen und zugleich die sozialen Folgen des Strukturwandels sichtbar zu machen. Die Publikumserwartung und die Onlineinteraktionen weisen darauf hin, dass die lokale Erinnerungskultur weiterhin stark ist.
| Jahr | Ereignis | Angabe |
|---|---|---|
| 1978 | Betrieb von Rondoset-Anlagen in Budapest | 2 Anlagen parallel; 70.000 Zeitungen/Stunde pro Anlage |
| 1991 | Letzter Einsatz der geretteten Druckmaschine | Maschine bis 1991 gedruckt |
| 2011 | Insolvenz des Unternehmens/Nachfolgers | Insolvenz |
| 2016 | Gründung des Plamag Traditionsvereins | 7. September 2016 |
| 2026 | Sechstes Plamagtreffen | 23. Oktober, Biller Saal |
Die heutige Erinnerungskultur verbindet technikhistorische Fakten mit den persönlichen Geschichten der Beschäftigten. Das Treffen bietet Gelegenheit, beides zusammenzubringen: Filmische Dokumente, Gespräche und die Präsentation einer geretteten Maschine, die als greifbares Zeugnis an eine prägende Ära der Plauener Industrie erinnert.
Weitere Informationen und der Erwerb von Teilnehmerkarten sind über die Vereinsseite möglich; die Organisatoren weisen zudem auf die begrenzte Kapazität des Saals hin.