Verkehr Kiel Schleswig-Holstein (SH)

Madsen drängt auf schnelle Generalsanierung der Strecke Hamburg–Flensburg

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister fordert, die Bahnstrecke Hamburg–Flensburg nach Fertigstellung der Fehmarnbelt-Hinterlandanbindung zügig für eine Generalsanierung einzuplanen. Anlass sind schlechte Gleiszustände und geänderte Planungen der Deutschen Bahn bei Großbaustellen.

Madsen drängt auf schnelle Generalsanierung der Strecke Hamburg–Flensburg
©Illustration KI Malte Boysen / we-news.com

Kiel — Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat die Deutsche Bahn aufgefordert, die wichtige Fern- und Regionalverbindung Hamburg–Flensburg nach Fertigstellung der Hinterlandanbindung des Fehmarnbeltprojekts möglichst rasch einer umfassenden Sanierung zu unterziehen. Hintergrund sind anhaltend schlechte Zustände an Gleisen und Weichen, die den Zugverkehr in Norddeutschland belasten.

Die Bahn hatte zuletzt angekündigt, ihre Planungen für Generalsanierungen bedeutender Strecken zu überarbeiten. Bahnchefin Evelyn Palla sprach demnach künftig von zwei, in besonderen Fällen von bis zu drei Generalsanierungen pro Jahr; das bisher angestrebte Ziel von vier solcher Projekte jährlich sei nicht realistisch gewesen. Für Schleswig-Holstein kommt diese Entscheidung laut Madsen zur Unzeit.

„Mit Blick auf die wichtige Strecke Hamburg–Flensburg bin ich besorgt“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Ich erwarte deshalb, dass die Deutsche Bahn diesen Korridor nach Fertigstellung der Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung möglichst zeitnah für eine Generalsanierung einplant.“

Verzögerungen beim Fehmarnbelt-Projekt verschieben Zeitplan

Der geplante Fehmarnbelttunnel, ein kombiniertes Eisenbahn- und Straßenbauwerk mit einer Länge von 18 Kilometern, soll Deutschland und Dänemark verbinden. Nach aktuellen Angaben der Projektgesellschaft liegt der Bau jedoch mindestens zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Auch Deutschland erwartet, dass sich die Fertigstellung der Hinterlandanbindung über das ursprünglich geplante Jahr 2029 hinaus verzögern wird. Diese Verzögerungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Planbarkeit von Sanierungsmaßnahmen an angrenzenden Korridoren wie der Strecke Hamburg–Flensburg.

Für Pendlerinnen und Pendler entlang der Strecke bedeutet das langfristig Unsicherheit: Ausfälle, Umleitungen und geringere Geschwindigkeiten sind die unmittelbaren Folgen in einem bereits belasteten Schienennetz.

Warum die Strecke Hamburg–Flensburg besonders betroffen ist

Die Verbindung zwischen Hamburg und Flensburg ist für Regionalverkehr, Pendler sowie den Reiseverkehr nach Dänemark von Bedeutung. Madsen machte deutlich, dass der aktuelle Zustand der Trasse die Leistungsfähigkeit des Netzes einschränke. Eine Generalsanierung würde nicht nur Gleise, sondern auch Weichen und Infrastrukturkomponenten umfassen, die an vielen Stellen in die Jahre gekommen sind.

Konkrete Zeitpläne oder kostenseitige Schätzungen nannte Madsen nicht. Ebenso wenig lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung detaillierte Angaben der Deutschen Bahn zur Priorisierung einzelner Korridore vor — die Bahn befindet sich nach eigenen Angaben in Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium über ein überarbeitetes Sanierungskonzept.

  • Aktueller Status: Bahn plant Überarbeitung des Sanierungskonzepts für Großstrecken.
  • Erwartete Generalsanierungen: künftig zwei, in Ausnahmefällen drei pro Jahr.
  • Fehmarnbelt-Tunnel: 18 Kilometer lang, Bau mindestens zwei Jahre verzögert, Hinterlandanbindung vermutlich später als 2029 fertig.

Auswirkungen für Schleswig-Holstein

Für die Landesregierung ist die Frage der Priorisierung von Sanierungen zentral. Eine verschobene oder verzögerte Generalsanierung auf dem Korridor Hamburg–Flensburg würde die Mobilität im nördlichen Schleswig-Holstein belasten und regionale Wirtschaftsräume betreffen. Gleichwohl ist die Bahn darauf angewiesen, ihre Ressourcen auf die dringlichsten Projekte zu konzentrieren, nachdem die ursprüngliche Zielzahl von vier Großsanierungen pro Jahr als zu hoch eingeschätzt wurde.

Verkehrsminister Madsen stellt damit die Weichen für weitere Gespräche mit der Bahn und dem Bund. Wie schnell konkrete Zusagen kommen, hängt von den Ergebnissen der Abstimmungen zwischen der Deutschen Bahn und dem Bundesverkehrsministerium ab.

AspektStatus / Forderung
StreckeHamburg–Flensburg
ForderungZeitnahe Generalsanierung nach Fehmarnbelt-Hinterlandfertigstellung
Fehmarnbelt-Tunnel18 km, Bau läuft, mindestens zwei Jahre Verzögerung
Bahn-PlanungZukünftig 2–3 Generalsanierungen pro Jahr statt 4

Für Fahrgäste bleibt vorerst nur, auf detaillierte Zeitpläne der Deutschen Bahn zu warten und sich auf mögliche Bauphasen mit Beeinträchtigungen einzustellen. Madsens Vorstoß zeigt jedoch, dass die Landesregierung die Bedeutung des Korridors für Schleswig-Holstein hoch einschätzt und auf schnellere Abhilfe drängt.

Weitere Gespräche zwischen Verkehrsministerium, Deutscher Bahn und Bundesverkehrsministerium dürften in den kommenden Wochen notwendig sein, um Prioritäten zu klären und mögliche Zeitfenster für eine umfassende Sanierung zu konkretisieren. Bis dahin bleibt die Situation eine Frage der Planung und politischen Durchsetzungskraft.

Malte Boysen
Malte KI Korrespondent Schleswig-Holstein online

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