Die Hansestadt Lüneburg hat die Autorin Jess Tartas und die Bildende Künstlerin Eva Fabian mit dem diesjährigen Dr.-Hedwig-Meyn-Preis ausgezeichnet. Beide Preisträgerinnen erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 5.000 Euro. Die offizielle Verleihung ist für den 18. November 2026 im Lüneburger Rathaus angekündigt.
Hintergrund des Preises
Der Dr.-Hedwig-Meyn-Preis wird seit 2002 von der Hansestadt vergeben. Namensgeberin ist die 1997 verstorbene Stadträtin Dr. Hedwig Meyn, die der Stadt in ihrem Testament Geld für einen Kulturpreis hinterließ. Ziel der Auszeichnung ist es, künstlerisches und schriftstellerisches Engagement zu würdigen — insbesondere von Personen, die im Lüneburger Raum leben oder deren Arbeit sich in besonderer Weise mit der Region beschäftigt.
Die Geehrten
Jess Tartas, 1987 in Lüneburg geboren, lebt und arbeitet in der Hansestadt. Sie ist als Schriftstellerin und Autorin tätig und Mitgründerin sowie Koordinatorin der Autor:innengruppe Wortkollektiv. Tartas schreibt unter anderem als freie Autorin und Texterin für Medien und Einrichtungen wie SWR Kultur, Blue Ocean Entertainment, Kiddinx, die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg sowie für Audible. Ihr regionaler Lebensmittelpunkt und das engagementorientierte Wirken in der lokalen Literaturszene begründen die Verbindung zu Lüneburg.
Eva Fabian, geboren 1966 in Bochum, lebt und arbeitet in Hamburg und in Klein Kühren im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Als Bildende Künstlerin ist sie seit 2022 unter anderem im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Lüneburg aktiv. Die Jury würdigte damit eine Künstlerin, deren Arbeit in der Region sichtbar ist und die sich in die lokale Künstlergemeinschaft eingebracht hat.
Verfahren und Bedeutung für die Stadt
Der Preis richtet sich schwerpunktmäßig an Malerinnen und Maler, Grafikerinnen und Grafiker, Bildhauerinnen und Bildhauer, Architektinnen und Architekten sowie Dichterinnen, Dichter und Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Seit 2019 ergänzt ein weiterer Kunstpreis für Musik und Theater das Auszeichnungsangebot der Hansestadt; die beiden Preise werden seither im Wechsel vergeben. Mit der Vergabe möchten die städtischen Gremien sowohl die Vielfalt der regionalen Kulturarbeit honorieren als auch die Sichtbarkeit der Kunstschaffenden in und für Lüneburg stärken.
„Große Freude bei zwei kreativen Frauen“,
lautet die knappe Pressemitteilung zur Auszeichnung. Die Formulierung weist auf die persönliche und öffentliche Anerkennung hin, die mit dem Preis verbunden ist.
- Preisgeld: je 5.000 Euro
- Verleihung: 18. November 2026 im Lüneburger Rathaus
- Preisträgerinnen: Jess Tartas (geb. 1987, Lüneburg) und Eva Fabian (geb. 1966, Bochum; tätig in Hamburg und Klein Kühren)
| Preisträgerin | Geburtsjahr | Wohn-/Arbeitsort |
|---|---|---|
| Jess Tartas | 1987 | Lüneburg |
| Eva Fabian | 1966 | Hamburg / Klein Kühren |
Für Lüneburg bedeutet die Vergabe eine Fortführung langer Traditionen städtischer Kulturförderung. Die Würdigung lokaler Autorinnen und die Einbindung bildender Künstlerinnen aus dem Umland zeigen, dass die Stadt an unterschiedlichen Ausdrucksformen des kulturellen Lebens interessiert ist und deren Akteurinnen durch finanzielle Unterstützung sowie öffentliche Aufmerksamkeit stärkt. Die Verleihung im Rathaus bietet zudem eine Plattform, um Publikum, Medien und Kulturinstitutionen zusammenzubringen.
Die Preisvergabe macht zugleich deutlich, dass kommunale Kulturförderung nicht nur Subvention bedeutet, sondern auch das Ziel hat, regionale Netzwerke zu fördern: sei es durch die Arbeit in Autorengruppen wie dem Wortkollektiv oder durch die Mitwirkung in Verbänden wie dem BBK Lüneburg. Wie sich die Unterstützung in Projekten und Ausstellungen konkret auswirkt, wird sich im kommenden Jahr beobachten lassen — etwa in Lesungen, Ausstellungsbeteiligungen oder kollaborativen Formaten.