Die Energieversorgung Leverkusen (EVL) hat diese Woche die Trinkwasserversorgung in mehreren Stadtteilen umgestellt. Betroffen sind laut EVL Wiesdorf, Manfort sowie Teile von Schlebusch. Grund für die Maßnahme sind die aktuell niedrigen Wasserstände in der Großen Dhünn-Talsperre, die in den vergangenen Monaten durch ausbleibende Niederschläge deutlich gesunken ist.
Umschaltung auf Wasser aus Hitdorf
Um die Vorräte der Talsperre zu schonen, bezieht die EVL für die genannten Stadtgebiete nun Trinkwasser aus dem Wasserwerk Hitdorf, das von der Currenta betrieben wird. Die Umstellung sei technisch umgesetzt worden und trete sofort in Kraft, teilte die EVL mit.
Konsequenz der Umschaltung ist eine Veränderung des Wasserhärtegrades in den betroffenen Haushalten: Während das Wasser bisher als „weich“ eingestuft wurde, gilt es nach der Umstellung als „mittel“. Die EVL weist darauf hin, dass diese Änderung keine Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität bedeutet.
- Betroffene Stadtteile: Wiesdorf, Manfort, Teile von Schlebusch
- Neuer Wasserlieferant für die Gebiete: Wasserwerk Hitdorf (Currenta)
- Änderung des Härtegrades: von „weich“ auf „mittel“
- Voraussichtliche Dauer der Umstellung: zunächst bis Ende des Jahres
Was Bewohner jetzt wissen sollten
Die EVL betont, dass die Trinkwasserversorgung in Leverkusen insgesamt gesichert bleibe. Es handele sich um eine vorsorgliche Maßnahme, um die Bestände der Großen Dhünn-Talsperre zu schonen. Für den alltäglichen Gebrauch – Trinken, Kochen und Hygiene – bestehe kein Risiko.
„Die Trinkwasserversorgung in Leverkusen ist weiterhin sicher. Trinkwasser bleibt eines der bestkontrollierten Lebensmittel und kann bedenkenlos getrunken werden.“
Für Verbraucher bedeutet der veränderte Härtegrad jedoch praktische Folgen. Härteres Wasser kann zu vermehrter Kalkbildung in Haushaltsgeräten führen und die Effizienz von Waschmitteln verändern. Verbraucher, die spezielle Wasserenthärtungsanlagen oder Dosierungen von Waschmitteln nutzen, sollten ihre Einstellungen prüfen. Die EVL empfiehlt, bei Fragen den Kundenservice zu kontaktieren.
| Bereich | Bisheriger Härtegrad | Neuer Härtegrad |
|---|---|---|
| Wiesdorf | weich | mittel |
| Manfort | weich | mittel |
| Teile von Schlebusch | weich | mittel |
Zeithorizont und Hintergründe
Die EVL hat die Umstellung nach eigenen Angaben vorerst bis Ende des Jahres geplant. Ob eine Verlängerung erforderlich wird, hängt von der weiteren Entwicklung der Wasserstände in der Großen Dhünn-Talsperre und von meteorologischen Bedingungen ab. Die derzeitige Lage ist Ergebnis einer mehrmonatigen Niederschlagsflaute, die regional zu reduzierten Zuflüssen in Talsperren geführt hat.
Die Nutzung alternativer Wasserquellen wie dem Wasserwerk Hitdorf ist ein übliches Instrument der Versorger, um kurzfristig Engpässe zu kompensieren. Für die überwiegende Zahl der Verbraucher bedeutet die Maßnahme weniger eine Gesundheitsfrage als eine technische Umstellung mit praktischen Auswirkungen im Haushalt.
Die EVL empfiehlt allen betroffenen Haushalten, auf sichtbare Veränderungen wie stärkere Kalkbildung bei Armaturen oder veränderte Waschresultate zu achten und bei Bedarf Verbraucheranleitungen anzupassen. Bei Unsicherheiten steht der Kundenservice der EVL zur Verfügung.
Die Umstellung macht erneut deutlich, wie sensibel die regionale Trinkwasserversorgung auf klimatische Schwankungen reagiert. Für Leverkusen als Industriestandort mit dicht besiedelten Wohngebieten bleibt die Sicherstellung der Wasserqualität eine zentrale Aufgabe der lokalen Infrastrukturbetreiber.