Hitzeschutz gewinnt an Bedeutung
Die Stadt Krefeld verfügt derzeit über sieben öffentliche Trinkwasserbrunnen. Damit ist das Angebot seit dem Vorjahr zwar leicht gewachsen, bleibt aber unter den früheren Planungen zurück: Ursprünglich waren im Stadtgebiet insgesamt elf bis dreizehn Trinkbrunnen vorgesehen. Vor dem Hintergrund häufiger werdender Hitzeperioden fordern Parteien und Verbände nun ein zügigeres Vorgehen beim Ausbau des städtischen Brunnennetzes.
Politischer Druck und Fördermöglichkeiten
Die Grünen im Krefelder Rat bringen die Versorgung mit kostenlosem Trinkwasser als Bestandteil kommunaler Hitzeschutzmaßnahmen auf die Tagesordnung. In einer Anfrage an die Verwaltung wollen sie unter anderem wissen, wie viele weitere Brunnen geplant sind, an welchen Standorten sie entstehen könnten und wie die Finanzierung gesichert werden soll. Dabei verweisen sie auf aktuell verfügbare Förderprogramme, die zusätzliche Mittel bereitstellen könnten.
Bestandsaufnahme: Brunnen, Refill-Stationen und Einschränkungen
Ergänzend zu den öffentlichen Brunnen beteiligt sich eine Reihe lokaler Einrichtungen an sogenannten Refill-Angeboten. Aktuell existieren in Krefeld 22 Refill-Stationen, bei denen beispielsweise Apotheken, Geschäfte oder ein Reisebüro kostenlos Leitungswasser in mitgebrachte Flaschen abgeben. Diese Angebote sind jedoch an die jeweiligen Öffnungszeiten der teilnehmenden Betriebe gebunden und stehen damit nicht rund um die Uhr zur Verfügung.
- Öffentliche Trinkbrunnen: 7
- Geplante Anzahl (ursprünglich): 11–13
- Refill-Stationen: 22
„Hitze ist keine Frage des Komforts – sie ist eine Frage der Gesundheit und im schlimmsten Fall des Überlebens“,
so Karsten Ludwig, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Er betont, dass gerade vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und Obdachlose auf gut erreichbare, kostenlose Wasserstellen angewiesen seien.
Finanzierung und Tempo hängen an Haushaltslage
Wie schnell weitere Brunnen realisiert werden können, macht die Verwaltung von der Haushaltslage abhängig. Konkrete Zeitpläne oder Standorte für zusätzliche öffentliche Brunnen wurden bisher nicht genannt. Die Abhängigkeit von städtischen Mitteln hat dazu geführt, dass das ursprünglich geplante Netz bislang nicht vollständig umgesetzt wurde.
Vergleich mit anderen Städten – Düsseldorf ist weiter
Zum Teil dient der Blick in die Nachbarstadt als Maßstab: Düsseldorf hat beim Ausbau öffentlicher Wasserversorgung in den vergangenen Jahren deutlich mehr Schritte unternommen. Für Krefeld ist dies eine Erinnerung daran, dass kommunale Maßnahmen in der Daseinsvorsorge und beim Klimaanpassungsmanagement stärker priorisiert werden könnten.
| Aspekt | Status in Krefeld |
|---|---|
| Öffentliche Trinkbrunnen | 7 (aktuell) |
| Ursprüngliche Planung | 11–13 Brunnen |
| Refill-Stationen | 22 (betriebsgebunden) |
Für die nächsten Schritte ist entscheidend, ob die Stadtverwaltung konkrete Prioritäten setzt und Fördermittel gezielt einwirbt. Gleichwohl bleibt zu beachten, dass Refill-Stationen eine sinnvolle Lücke schließen, aber wegen eingeschränkter Öffnungszeiten nicht die gleiche Versorgungssicherheit bieten wie dauerhaft zugängliche öffentliche Brunnen.
Die Diskussion im Rat dürfte in den kommenden Sitzungen weitergehen. Entscheidend wird sein, ob aus den Anfragen und Forderungen kurzfristige Beschlüsse zur Umsetzung konkreter Brunnenstandorte und zur Nutzung verfügbarer Förderprogramme folgen.