Massive Störung nach Durchtrennen und Diebstahl von Bahnkabeln
In den frühen Morgenstunden kam es am Hauptbahnhof Gelsenkirchen und auf umliegenden Strecken zu schweren Störungen im Schienenverkehr. Unbekannte Täter haben nach Angaben von Bahn und Polizei an mehreren Stellen Kabel an den Gleisen durchtrennt und teilweise entwendet. Betroffen waren sowohl Nah- als auch Fernverkehrsverbindungen; im Laufe des Vormittags seien nach Angaben der Deutschen Bahn etwa 300 Züge von Ausfällen, Umleitungen oder Verspätungen betroffen gewesen.
Nach ersten Erkenntnissen konzentrieren sich die Eingriffe entlang einer Strecke im Stadtteil Gelsenkirchen-Ückendorf. Die Signalanlagen und Steuerungskabel fielen aus, sodass der gesamte Großraum Gelsenkirchen zeitweise nicht befahrbar war. Auf dem Infoportal Zuginfo.nrw wurde der Verkehr in der Region zeitweise als eingestellt gemeldet.
Betroffene Verbindungen und Reparaturarbeiten
Die Deutsche Bahn nannte mehrere Fernverbindungen, die durch die Störung beeinträchtigt wurden, unter anderem Verbindungen von Dortmund nach München, Hamburg nach Basel sowie Verbindungen aus Norddeutschland in Richtung Köln. Die Reparaturmannschaften arbeiteten nach eigenen Angaben fieberhaft an der Behebung der Schäden; nach Abschluss der Reparaturarbeiten am Mittag rollten erste Züge wieder an.
- Ursprungszeit der Störung: gegen 4.15 Uhr (Angaben der Bahn)
- Betroffene Züge: ca. 300 bis zum Mittag
- Mutmaßliche Tat: Kabeldiebstahl mit zusätzlichen Durchtrennungen
- Ermittler: Landes- und Bundespolizei sicherten Spuren vor Ort
Obwohl erste Züge wieder fahren konnten, warnte die Bahn, dass mit weiteren Störungen und Verspätungen bis in den Nachmittag hinein zu rechnen sei. Der genaue Umfang der entstandenen Schäden sowie die Höhe eines möglichen Diebstahlschadens wurden von den Behörden zunächst nicht beziffert.
„Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Polizeisprecher.
Ermittlungen und Lokales Lagebild
Ermittler von Landes- und Bundespolizei waren laut Mitteilung bereits in den frühen Morgenstunden am Tatort, um Spuren zu sichern. Nach bisherigen Erkenntnissen lägen keine konkreten Hinweise auf eine politisch motivierte Sabotage vor; vielmehr spreche vieles für einen gezielten Diebstahl von Kabeln entlang der Strecke. Die Polizei beschrieb das Vorgehen der Täter als „sehr grob“: An mehreren Stellen seien Kabel durchtrennt und herausgerissen worden.
Für Pendler und Reisende bedeutete die Störung erhebliche Einschränkungen. Im Regionalverkehr kam es zu Haltausfällen und Umleitungen, Fahrgäste wurden gebeten, sich vor Reiseantritt über die aktuelle Lage zu informieren. Lokale Bus- und Straßenbahnangebote können die Ausfälle nur teilweise kompensieren; längere Reisezeiten und geänderte Verbindungen blieben die Folge.
Konsequenzen für Sicherheit und Infrastruktur
Der Vorfall macht die Verwundbarkeit von technischer Infrastruktur und die Folgen von Kabeldiebstählen deutlich: Neben wirtschaftlichen Schäden entstehen erhebliche Beeinträchtigungen für den Personenverkehr. Die Deutsche Bahn sowie die Sicherheitsbehörden werden nach Abschluss der laufenden Ermittlungen prüfen müssen, welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen entlang kritischer Streckenabschnitte möglich und sinnvoll sind.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Zeitpunkt erster Störung | gegen 4.15 Uhr |
| Betroffene Züge (bis Mittag) | rund 300 |
| Vermutete Tat | Kabeldiebstahl und Durchtrennungen |
| Ermittler | Landes- und Bundespolizei |
Die Ermittlungen dauern an. Hinweise aus der Bevölkerung können für die Aufklärung hilfreich sein und werden von der Polizei entgegengenommen. Für Reisende gilt weiterhin: Vor Fahrtantritt aktuelle Informationen der Deutschen Bahn prüfen.