Das Bayerische Armeemuseum im Neuen Schloss in Ingolstadt lädt am Freitag, 21. August, zu einer freien Führung speziell für Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren ein. Die Veranstaltung greift die Sonderausstellung „Max Emanuel“ auf und stellt die Frage, wie Ruhm, Macht und Erinnerung entstehen und welche Rolle Selbstinszenierung dabei spielt.
Ziel: Geschichte und Medienkompetenz verknüpfen
Nach Angaben des Museums sollen die Teilnehmenden erkennen, dass Geschichte kein starres Konstrukt ist, sondern aktiv gestaltet und interpretiert wird. Die Führung will daher historisches Denken mit aktueller Medienkompetenz verbinden: Anhand von Gemälden, militärischen Erinnerungsstücken und Ausstellungsobjekten wird erläutert, wie der Wittelsbacher Kurfürst Max Emanuel seine Darstellung bewusst förderte und so zu einer „Legende“ wurde.
Die Organisatoren betonen, dass die Jugendlichen in die Diskussion eingebunden werden und eigene Erfahrungen sowie Wahrnehmungen einbringen sollen. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Hinterfragen und Reflektieren, um kritisches Denken, Selbstreflexion und den bewussten Umgang mit Darstellungsmustern zu fördern.
- Datum: Freitag, 21. August
- Zielgruppe: Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren
- Ort: Bayerisches Armeemuseum, Neues Schloss, Ingolstadt
- Kosten: Eintritt und Teilnahme sind frei
„Die Teilnehmenden sollen verstehen, dass Geschichte kein feststehendes Konstrukt ist, sondern aktiv gestaltet und interpretiert wird.“
Didaktischer Ansatz und lokale Bedeutung
Die Führung setzt bewusst auf einen didaktischen Ansatz, der historische Inszenierungen in Beziehung zu heutigen Formen der Selbstdarstellung setzt, etwa in sozialen Medien. Damit reagiert das Museum auf eine didaktische Herausforderung, die auch für Schulen und Eltern in Ingolstadt relevant ist: Wie lassen sich historische Quellen und Präsentationsstrategien so vermitteln, dass Jugendliche sie im digitalen Alltag erkennen und kritisch einordnen können?
Für die Stadt und ihre Bildungseinrichtungen ist die Veranstaltung ein niedrigschwelliger Zugang zu Erinnerungskultur. Die Möglichkeit, ohne Eintrittsbarriere teilzunehmen, macht das Angebot auch für Schulklassen und Gruppen interessant, die kulturelle Bildung fördern wollen.
Ausstellungsfokus: Inszenierung des Herrschers
Die Sonderausstellung beleuchtet, wie Max Emanuel großflächig Bildnisse und militärische Erinnerungsstücke verbreiten ließ, um sein Selbstbild zu festigen. Das Museum zeigt, wie kunstvolle Darstellungen und Erinnerungssymbole dazu beitragen können, historische Figuren zu mythischen Größen zu stilisieren.
| Programmpunkt | Details |
|---|---|
| Führung | Für Jugendliche 12–15 Jahre |
| Schwerpunkt | Inszenierung, Erinnerung, Medienkompetenz |
| Kosten | Eintritt und Führung frei |
Die Veranstaltung ist Teil der Begleitung zur Ausstellung „Making Max Emanuel – So geht Legendenbildung“, die im Neuen Schloss zu sehen ist. Weitere Informationen zur Ausstellung und zu künftigen Führungen stellen die Museumspublikationen und die Webseite des Hauses bereit.
Für Familien, Lehrkräfte und Jugendgruppen in Ingolstadt bietet die Führung eine Gelegenheit, Geschichte nicht nur als Abfolge von Daten zu vermitteln, sondern als diskutierbares, gestaltbares Feld, in dem Medien und Selbstdarstellung eine zentrale Rolle spielen.