Zum "Tag des offenen Denkmals" öffnen an diesem Sonntag in Nordrhein-Westfalen hunderte historische Gebäude ihre Türen. Eigentümer, Kommunen und ehrenamtliche Initiativen bieten vor Ort Führungen und besondere Aktionen an, in der Regel kostenfrei. Die bundesweite Veranstaltung wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) koordiniert und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Netzwerke: Denkmale & Infrastruktur“.
Denkmale, die Versorgung und Vernetzung zeigen
Mit dem diesjährigen Motto rückt die DSD nach eigenen Angaben Bauwerke in den Fokus, die für die Versorgung der Gesellschaft oder die Vernetzung der Infrastruktur wichtig sind. Dazu zählen industrielle Anlagen wie Zechen und Fabriken, aber auch Brücken, Tunnel oder Verkehrsmittel. Die Veranstalter wollen damit die Bedeutung solcher Bauten für das öffentliche Leben sichtbar machen und neue Perspektiven auf bekannte und bislang unbeachtete Orte eröffnen.
Programm, Orientierung und Technik
Eine vollständige Übersicht über das Angebot in Nordrhein-Westfalen stellt die Stiftung auf ihrer Homepage bereit. Zur Planung und Navigation zwischen den einzelnen Stationen gibt es zudem eine kostenfreie App für das Handy, die verschiedene Suchfunktionen bietet. Besucherinnen und Besucher sollten beachten, dass einige Programmpunkte eine vorherige Anmeldung erfordern.
- Viele Führungen und Aktionen sind kostenfrei.
- Die App bietet eine Suchfunktion nach Orten und Arten von Baudenkmälern.
- Für besonders begehrte Führungen kann eine Anmeldung nötig sein.
Besondere Ziele in Nordrhein-Westfalen
Als besondere Höhepunkte in Nordrhein-Westfalen nennt die DSD einzelne Ziele in Köln und dem Ruhrgebiet. In Köln stehen etwa das Funkhaus Wallrafplatz und die Drehbrücke im Deutzer Hafen im Programm. Ein ungewöhnlicher Programmpunkt ist der Zugang zum denkmalgeschützten Kronleuchtersaal eines noch in Betrieb befindlichen Teils des Kölner Abwassersystems, zu dessen Einweihung einst ein Kronleuchter aufgehängt wurde.
| Ort | Höhepunkt |
|---|---|
| Köln | Funkhaus Wallrafplatz, Kronleuchtersaal im Abwassersystem |
| Deutzer Hafen (Köln) | Drehbrücke |
| Bochum | Haltestelle "Deutsches Bergbau-Museum" (U-Bahn-Linie 35) |
Erstmaliger Denkmalschutz für U‑Bahn-Station in Bochum
In Bochum wird pünktlich zum Aktionstag ein relativ junges Bauwerk in den Schutz genommen: Die Haltestelle „Deutsches Bergbau-Museum“ der U‑Bahn‑Linie 35 steht nach Angaben der Stadt künftig unter Denkmalschutz. Nach Darstellung der Stadt handelt es sich damit um die erste denkmalgeschützte U‑Bahn‑Station in Nordrhein‑Westfalen. In unmittelbarer Nachbarschaft wird es laut Mitteilung außerdem Führungen und Aktionen im großen Museum zur Bergbaugeschichte geben, das als prägendes kulturelles Ziel der Region gilt.
Was Besucher beachten sollten
Interessierte sollten sich vorab informieren, welche Angebote am Wunschort stattfinden und ob eine Anmeldung erforderlich ist. Die digitale Erschließung durch die App und die Online-Übersicht erleichtern die Planung vor Ort, gerade wenn mehrere Stationen an einem Tag besucht werden sollen. Viele Aktionen sind kostenfrei, doch können spezielle Führungen oder begrenzte Teilnehmerzahlen eine Reservierung nötig machen.
Der Tag des offenen Denkmals bietet nicht nur architekturhistorische Einblicke, sondern zeigt auch die technischen und infrastrukturellen Dimensionen des Denkmalbegriffs. Für Besucherinnen und Besucher in Nordrhein‑Westfalen bedeutet das in diesem Jahr eine besondere Gelegenheit, hinter die Fassaden und unter die Oberfläche der Städte zu schauen.
Weitere Informationen und das vollständige Programm sind auf der Webseite der Deutschen Stiftung Denkmalschutz abrufbar; die App steht kostenfrei zur Verfügung.
Deniz Sahin
Korrespondent Nordrhein‑Westfalen, WE NEWS