Delmenhorst will nach Abgängen Ruhe im Mittelfeld
Die HSG Delmenhorst tritt nach einer rund viermonatigen Sommerpause in die neue Saison der Handball-Oberliga Nord. Der Verein geht mit veränderten Voraussetzungen in die Spielzeit: Mit dem Abgang der beiden Topwerfer und weiteren Personalverschiebungen steht ein Umbruch an, zugleich soll der Klassenerhalt und ein Platz im gesicherten Mittelfeld das Ziel sein.
Trainer Jonas Meißner beschreibt die Stimmung vor dem Auftakt ambivalent: Die Vorfreude sei groß, zugleich hätte er sich aus Trainersicht „noch ein, zwei Wochen mehr Vorbereitung“ gewünscht. Er rechnet damit, dass es in den ersten Wochen noch "etwas ruckeln" könne, da die Mannschaft personell verändert und die Spielanlage angepasst worden sei.
„Ich freue mich, dass es losgeht. Die Jungs natürlich auch. Aus Trainersicht hätte ich allerdings noch ein, zwei Wochen mehr Vorbereitung gebrauchen können.“ — Jonas Meißner
Personelle Veränderungen: Wer geht, wer kommt
Die größten Lücken entstehen durch die Abgänge der beiden besten Torschützen der vergangenen Saison: Till Eisenmenger und Sohail Ramin trafen jeweils 137 beziehungsweise 135 Mal. Zusätzlich verließ Etienne Steffens den Verein. Die HSG setzt darauf, diese Verluste kollektiv aufzufangen und hat den Kader dafür verbreitert.
| Abgänge | Tore (letzte Saison) |
|---|---|
| Till Eisenmenger | 137 |
| Sohail Ramin | 135 |
| Etienne Steffens | — |
Neu verpflichtet wurden unter anderem Julien Timmermann, Kyan Petersen, Stian Heldt, Marlon Steffen und Jakob Wolf. Der Trainer betont die Breite, die dadurch entstanden sei: Besonders hilfreich sei, dass ihm nun gleich drei Linkshänder zur Verfügung stehen — ein taktischer Vorteil, der in der Oberliga wertvoll sein kann.
- Ziel: gesichertes Mittelfeld, nichts mit dem Abstieg zu tun haben
- Kaderbreite durch mehrere Neuverpflichtungen
- Erwartete Anlaufzeit durch veränderte Spielanlage
Stärkere Liga und engerer Saisonverlauf
Die Oberliga Nord hat sich auf dem Papier verstärkt: Mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg und der SG Achim/Baden sind zwei Absteiger aus der Regionalliga dazugekommen, zudem hat der Aufsteiger HC Bremen kräftig aufgerüstet und strebt einen Durchmarsch an. Das sorgt für ein anspruchsvolleres Teilnehmerfeld und erhöht die Erwartung an Konstanz über die gesamte Saison.
Für die HSG Delmenhorst bedeutet das, dass der Wunsch nach einem Platz im Mittelfeld nicht ohne Anstrengung erreichbar sein wird. Nach dem sechsten Rang in der Vorsaison strebt der Verein erneut einen sicheren Platz in der Tabellenmitte an — mit der klaren Vorgabe, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.
Lokale Herausforderung: Hallenkapazitäten
Abgesehen von sportlichen Fragen bereitet dem Verein eine andere, weniger sportliche Angelegenheit Sorge: Fehlende Hallenkapazitäten in Delmenhorst wirken sich vor allem auf die Jugendteams aus, belasten aber auch die Organisation im Erwachsenenbereich. Die Situation könnte die Vorbereitung und den Spielbetrieb beeinflussen, wenn keine kurzfristigen Lösungen gefunden werden.
Die Kombination aus sportlichem Umbruch, stärkeren Gegnern und infrastrukturellen Engpässen macht die kommende Saison zu einer Herausforderung für den gesamten Verein. Entscheidend wird sein, wie schnell sich die neuen Spieler einfügen und wie gut die Mannschaft die Anfangsschwierigkeiten übersteht.
Für die Fans bedeutet das: Die Derbys gegen die wiedergekehrte HSG Grüppenbühren/Bookholzberg gewinnen an Bedeutung — sowohl sportlich als auch für die lokale Rivalität. Der Saisonverlauf wird zeigen, ob die HSG Delmenhorst die Lücken schließen kann und sich wie geplant im gesicherten Mittelfeld etabliert.
Weitere Informationen zu Spielplan und Ticketverkäufen folgen zu Saisonbeginn über die üblichen Vereinskanäle.