Im Donau-Ries-Kreis appellieren Fachleute an die Bedeutung frühzeitiger Vorsorge: regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung und Maßnahmen zur Reduktion von Dauerstress seien zentrale Säulen, um Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes vorzubeugen. Die Empfehlungen stammen von Cornelia Zink, Gesundheitsberaterin der AOK Donau-Ries, sowie von Professor Dr. Bernhard Kuch, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Stiftungskrankenhaus Nördlingen.
Bewegung als Basis der Prävention
Beide Experten heben hervor, dass regelmäßige körperliche Aktivität Herz, Kreislauf, Muskeln und Knochen nachhaltig stärke. Zink weist darauf hin, dass Bewegung zudem helfe, Übergewicht, Diabetes und Rückenbeschwerden vorzubeugen. Kuch ergänzt, dass sich der Lebensstil oft schnell in der funktionellen Leistungsfähigkeit älterer Patienten widerspiegele: Wer lebenslang aktiv gewesen sei, profitiere nach seinen Angaben auch bei Untersuchungen später im Leben deutlich davon.
Ernährung: Gesamtbilanz statt kurzfristiger Diäten
Zur Ernährung betont Zink die Bedeutung einer vielfältigen und ausgewogenen Kost sowie angepasster Portionsgrößen. Kuch relativiert populäre Ernährungstrends: Für ihn sei nicht primär die spezielle Zusammensetzung einzelner Diäten entscheidend, sondern das Verhältnis von aufgenommener Energie zu verbrauchter Energie. Er weist außerdem darauf hin, dass Muskelaufbau nicht allein durch erhöhte Proteinzufuhr erreicht werde, sondern durch gezieltes Training.
Stressmanagement und Alltagsstrategien
Beide Fachleute sehen in dauerhaftem Stress eine erhebliche Belastung für körperliche und psychische Gesundheit. Als wirksame Gegenmaßnahmen nennen sie Entspannungstechniken, regelmäßige Erholungsphasen und einen ausgewogenen Ausgleich zum Alltag. Kuch empfiehlt zudem einfache, moderate Aktivitäten wie Spazierengehen oder Radfahren, die sich leicht in den Tagesablauf integrieren ließen und zur Stressreduktion beitragen.
„Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt Herz, Kreislauf, Muskeln und Knochen. Bewegung hilft außerdem, Übergewicht, Diabetes und Rückenbeschwerden vorzubeugen.“
Die Aussagen der Experten verknüpfen medizinische Beobachtungen mit praktischen Vorsorgemaßnahmen: Frühe und kontinuierliche Maßnahmen hätten demnach größere Wirkung als kurzfristige Interventionen.
- Bewegung: Regelmäßig, altersgerecht, zur Stärkung von Herz und Muskulatur.
- Ernährung: Ausgewogen, vielseitig, mit Augenmerk auf Portionsgrößen und Gesamtenergieaufnahme.
- Stressreduktion: Entspannungstechniken, Pausen, moderate Alltagsaktivitäten.
| Präventionsbereich | Erwarteter Nutzen |
|---|---|
| Bewegung | Stärkung von Herz, Kreislauf, Muskeln und Knochen; Vorbeugung gegen Übergewicht und Diabetes |
| Ernährung | Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen |
| Stressmanagement | Verringerung psychischer und körperlicher Belastungen |
Die Expertinnen und Experten aus dem Donau-Ries-Kreis machen deutlich, dass Prävention nicht allein individuelle Verhaltensänderung bedeutet, sondern auch das Bewusstsein für langfristige Effekte schärfen muss: Kontinuität bei Bewegung und Ernährung sowie einfache Routinen zur Stressbewältigung führten häufiger zu nachhaltigen Gesundheitsgewinnen als sporadische Maßnahmen.
Für die Praxis ergeben sich daraus konkrete Handlungsempfehlungen: Regelmäßige, dem Alter angepasste körperliche Aktivitäten einplanen, auf eine abwechslungsreiche und portionsgerechte Ernährung achten sowie kleine, täglich umsetzbare Entspannungsrituale etablieren. Solche Maßnahmen sind nach Ansicht der befragten Fachleute auch für das Gesundheitssystem von Bedeutung, weil sie das Auftreten chronischer Erkrankungen reduzieren helfen und damit langfristig Belastungen für Versorgung und Ressourcen mindern können.
Die Stellungnahmen stammen aus Gesprächen mit Vertretern der AOK Donau-Ries und der Klinik für Innere Medizin des Stiftungskrankenhauses Nördlingen, die ihre Beobachtungen und Empfehlungen auf klinische Erfahrungen und der Auswertung von Patientenfällen stützen.