Como (dpa) – Christopher Nkunku betrachtet seine Rückkehr zu RB Leipzig als einen bewussten Neuanfang. Der 28-jährige Offensivspieler, der von 2019 bis 2023 bereits für die Sachsen gespielt hatte, war von der AC Milan für ein Jahr ausgeliehen worden, nachdem er beim italienischen Klub vom neuen Trainer Ruben Amorim aussortiert und vom Mannschaftstraining ausgeschlossen worden war.
„Neustart“ nach schwieriger Zeit
Vor dem Champions-League-Spiel bei Como 1907 sagte Nkunku, die vergangenen drei Jahre seien nicht so verlaufen wie erwartet.
„Die letzten drei Jahre waren nicht wie erwartet. Ich will wieder Fußball spielen, um den Kopf freizubekommen.“Damit machte der 18-malige französische Nationalspieler deutlich, dass es ihm um sportliche Neuorientierung und mentale Stabilität geht.
Nkunku stand beim jüngsten Bundesligaspiel in Bremen (1:3) erstmals wieder in der Startelf – ein Signal, dass der Offensivspieler in Leipzig unmittelbar wieder zur Verantwortung gezogen werden soll. Auch für das Spiel in Como gilt ein Startelfeinsatz als wahrscheinlich.
Vertrags- und Transferkonditionen
Die finanziellen Eckdaten sind klar: Leipzig bezahlte für die einjährige Leihe von Milan drei Millionen Euro. Danach besteht die Möglichkeit einer festen Verpflichtung für 28 Millionen Euro. Der Wechsel zurück an die Elbe beendete eine Serie von Stationen, die Nkunku nach seinem Wechsel 2023 zum FC Chelsea begonnen hatte. Damals hatte Leipzig für den damals besten Torschützen 60 Millionen Euro erhalten.
| Statistik / Transfer | Wert |
|---|---|
| Einsätze für RB Leipzig (bis 2023) | 174 |
| Tore für Leipzig | 70 |
| Vorlagen für Leipzig | 57 |
| Leihgebühr Milan → Leipzig | 3 Mio. € |
| Kaufoption | 28 Mio. € |
Taktische Fragen und Perspektiven
Sportlich wirft Nkunkus Rückkehr Fragen auf. Seine stärkste Phase bei den Sachsen hatte er in einem System mit zwei Spitzen. Der derzeitige Cheftrainer Martin Demichelis spielt jedoch überwiegend mit nur einer echten Spitze. Ob Nkunku seine erfolgreichste Rolle wiederfinden kann, bleibt offen. Klar ist: Leipzig setzt auf seine Qualitäten als Spielgestalter und Torschütze, zugleich muss das Trainerteam die Formation so ausrichten, dass Nkunku zu seiner besten Wirkung kommt.
- Sportliche Aufgabe: Wiederanbindung an sein früheres Leistungsniveau nach schwierigen drei Jahren.
- Finanzielle Lage: Leihe für 3 Mio. €, Kaufoption 28 Mio. €.
- Trainerfrage: Bedeutung in einem System mit nur einer Spitze unklar.
Zu seinen früheren Erfolgen zählt die Bilanz von 70 Toren und 57 Vorlagen in 174 Pflichtspielen für Leipzig. Diese Zahlen belegen seine unmittelbare Wirkung für den Klub, dennoch bleibt die Frage, ob er das Niveau langfristig reproduzieren kann – insbesondere nachdem er bei Chelsea nach einer schweren Verletzung nicht mehr an jene Form anknüpfen konnte, die Leipzig einst zum Schnäppchen in eigener Entwicklung machte.
Für Leipzig ist die Leihe ein kalkuliertes Vorgehen: Der Klub bringt einen bekannten Publikumsliebling zurück, minimiert kurzfristig das finanzielle Risiko und behält die Option, bei positiver Entwicklung eine feste Verpflichtung auszuüben. Für Nkunku selbst bietet die Rückkehr die Chance, Spielpraxis und Selbstvertrauen zu sammeln und seine nationale wie internationale Perspektive zu stabilisieren.
Ob dieses Jahr in Leipzig wirklich zum Wendepunkt in seiner Karriere wird, lässt sich sportlich erst in den kommenden Wochen und Monaten beantworten. Sicher ist: Die Erwartungen sind hoch – sowohl bei Nkunku als auch beim Verein, der sich von seiner Rückkehr einen spürbaren Impuls für die Saison erhofft.