Alarmstufe entlang des Mains reicht bis Bamberg
Die Bezirksregierung von Unterfranken hat einen Alarmplan für den gesamten Verlauf des Mains von der hessischen Landesgrenze bis nach Bamberg aktiviert. Grund sind nach Angaben der Behörde anhaltend niedriger Abfluss kombiniert mit erhöhten Wassertemperaturen, die insbesondere für im Fluss lebende Tiere und Pflanzen eine große Belastung darstellen.
Wassertemperaturen und Sauerstofflage
In der Region um Würzburg werden derzeit Temperaturen von rund 27 Grad Celsius im Main gemessen. Nach Aussage der Bezirksregierung sei der Sauerstoffgehalt im Fluss bislang noch nicht kritisch. Als ein Grund dafür nennt die Behörde das vermehrte Algenwachstum durch hohe Sonneneinstrahlung, das aktuell Sauerstoff produziere.
„Der Sauerstoffgehalt im Fluss sei allerdings noch unkritisch - auch weil durch die hohe Sonneneinstrahlung Algen wachsen und diese Sauerstoff produzieren“, heißt es in einer Mitteilung der Bezirksregierung.
Gefahr für Ökosystem und Verhaltensempfehlungen
Trotz der derzeitigen Messwerte warnt die Behörde vor den Folgen der Kombination aus niedrigem Abfluss und hohen Temperaturen: Sie könne für Tiere und Pflanzen „eine große Gefahr“ bedeuten und das gesamte Ökosystem im Fluss schädigen. Vor diesem Hintergrund sollen Organisationen, die direkt in den Main einleiten – etwa Kläranlagen und Industriebetriebe – gesensibilisiert werden und ihr Verhalten an die Lage anpassen.
Wasserumleitungen aus fränkischen Seen
Um die Situation im Mainsystem zu unterstützen, werden aktuell große Mengen Wasser aus dem Donausystem über fränkische Seen in das Mainsystem geleitet. Das Bayerische Landesamt für Umwelt meldet, dass aus dem Brombachsee und dem Rothsee täglich erhebliche Wassermengen Richtung Main fließen.
| Quelle | Fördermenge (m³/s) |
|---|---|
| Rothsee | 1 |
| Brombachsee | 8 |
| Summe pro Sekunde | 9 m³/s |
Das Landesamt beziffert die tägliche Überleitung auf rund 0,78 Millionen Kubikmeter Wasser.
Konsequenzen für Bamberg und Anrainer
Für Bamberg bedeutet die Aktivierung des Alarmplans, dass die Behörden und betroffenen Stellen die Lage weiterhin eng verfolgen müssen. Insbesondere Betreiber von Einleitungen und infrastrukturelle Stellen sind aufgefordert, ihr Vorgehen zu prüfen und gegebenenfalls einzuschränken, um zusätzliche Belastungen des Flusses zu vermeiden. Die Maßnahme soll helfen, akute Gefährdungen für Flora und Fauna abzuwenden und den ökologischen Zustand des Mains zu stabilisieren.
- Alarmplan gilt flussaufwärts bis Bamberg.
- Wassertemperaturen um 27 °C in Würzburger Bereich.
- Zusätzliche Zufuhr von 9 m³/s aus Brombach- und Rothsee.
Die Situation bleibt angespannt: Während die derzeitigen Sauerstoffwerte noch nicht kritisch seien, betonen die Behörden, dass die Lage dynamisch sei und von weiteren Faktoren wie Witterung, Sonneneinstrahlung und Abflussverhalten abhänge. Die Überleitung aus den Seen ist eine kurzfristige Entlastungsmaßnahme und weniger eine langfristige Lösung, weshalb eine fortlaufende Beobachtung und Abstimmung zwischen den betroffenen Behörden unabdingbar bleibt.