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Weltwetterorganisation in Genf gibt El-Niño-Update: Experten warnen vor sehr starkem Ereignis

In Genf präsentiert die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Donnerstag die aktuelle Einschätzung zum El-Niño-Risiko. US-Behörden und Modellrechnungen sprechen von einer hohen Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes Ereignis mit möglichen Auswirkungen auf Europa und die Schweiz.

Weltwetterorganisation in Genf gibt El-Niño-Update: Experten warnen vor sehr starkem Ereignis
©Illustration KI Nicolas Chappuis / we-news.com

Am Donnerstag um 10 Uhr tritt die Generalsekretärin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), Celeste Saulo, in Genf vor die Kameras, um das vierteljährliche El-Niño/La-Niña-Update zu präsentieren. Die Zusammenführung internationaler Modellrechnungen gilt als massgeblich für Regierungen, Hilfsorganisationen und Wetterdienste. Bereits jetzt legen mehrere Institutionen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit für ein kräftiges El-Niño im Herbst und Winter ungewöhnlich hoch ist.

Warum Genf zum Mittelpunkt der ENSO-Prognosen wird

Die WMO koordiniert die Informationen zahlreicher globaler Klimazentren und veröffentlicht die Ergebnisse viermal jährlich. Ihr Briefing in Genf bündelt die aktuellsten Modellläufe und Experteneinschätzungen. Parallel dazu veröffentlichen andere Zentren wie das US-amerikanische Climate Prediction Center (CPC) eigene Diagnosen, die in der Regel kurz nach der WMO-Pressekonferenz erscheinen: für den 10. September ist die nächste ENSO-Diagnose des CPC angekündigt.

Die US-Klimabehörde NOAA geht laut vorliegenden Angaben inzwischen von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass sich ein starkes El-Niño-Ereignis entwickelt. In einzelnen Modellrechnungen sprengen die Werte die bisherigen Skalen. Wesentliche Indikatoren sind die Temperaturabweichungen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik: Der Leitindex Niño-3.4 lag laut den zitierten Messungen bei 1,4 Grad über dem Mittel, in der küstennahen Region Niño-1+2 wurden sogar 2,9 Grad über dem Normalwert gemessen. Diese Wärme fördert starke Gewittertätigkeit auf dem Pazifik und verändert langfristig die tropische Zirkulation.

Welche Zahlen und Wahrscheinlichkeiten liegen vor?

Verschiedene Institute liefern bereits jetzt konkrete Wahrscheinlichkeiten und Szenarien:

  • NOAA: Nimmt ein sehr starkes El-Niño für Herbst/Winter mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich über 90 Prozent an (Angabe in Quelle).
  • CPC (US Climate Prediction Center): Veranschlagt für Oktober bis Dezember eine Wahrscheinlichkeit von 81 Prozent für ein sehr starkes Ereignis.
  • IRI (Columbia University): 15 Modelle prognostizieren für den Herbst Abweichungen von drei Grad oder mehr—ein Wert, der bei diesem Institut ausserhalb der üblichen Skala liegt.

Eine kompakte Übersicht der erwähnten Werte:

InstitutionKernaussage
NOAA>90% Wahrscheinlichkeit für sehr starken El-Niño
CPC81% Wahrscheinlichkeit für Okt–Dez (sehr stark)
IRI15 Modelle mit ≥3°C, Skala endet bei 2°C

Wie entsteht die Fernwirkung bis nach Europa und in die Schweiz?

El-Niño beginnt in einem Streifen des äquatorialen Pazifiks zwischen der Küste Perus und der Datumsgrenze. Dort können sich Temperaturabweichungen über mehrere tausend Kilometer entwickeln. An solch warmen Meeresflächen bilden sich vermehrt hochreichende Gewitterzellen; das Kondensationswärmefreisetzen verändert die tropische Zirkulation. Diese Verschiebung kann den Jetstream beeinflussen, was wiederum das Wetter in Mittel- und Westeuropa prägt. Die konkreten Auswirkungen variieren je nach Stärke und Zeitpunkt des Ereignisses.

Was bedeutet das konkret für die Region Genf und die Schweiz?

Die WMO-Einschätzung ist kein direkter Wetterbericht für einzelne Städte, wohl aber ein wichtiger Frühindikator für längerfristige Trends, die auch die Schweiz betreffen können. Mögliche Folgen bei einem sehr starken El-Niño sind:

  • Veränderte Niederschlagsmuster in Europa, mit regionalen Abweichungen;
  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde Winter in Teilen Europas, allerdings keine Garantie für lokale Effekte;
  • Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wasserressourcen und Energiebedarf, die Planer und Behörden berücksichtigen müssen.

Für kantonale Stellen und Hilfsorganisationen sind die Genfer Ergebnisse wichtig, weil sie Planungszeiträume für Vorsorgemassnahmen und Risikobeurteilungen beeinflussen. Die WMO-Daten dienen als Referenz, um Ressourceneinsatz, Vorratsplanung und Informationspolitik zu koordinieren.

Wie geht es weiter?

Nach dem WMO-Briefing in Genf erscheint am 10. September die ENSO-Diagnose des CPC. In den kommenden Wochen steigen die Prognosegenauigkeit und die Aussagekraft der Modelle für den Winter. Behörden, Unternehmen und die Öffentlichkeit sollten die veröffentlichten Updates aufmerksam verfolgen und auf Anpassungen in Risikoplanungen reagieren.

Die WMO-Präsentation in Genf ist damit nicht nur ein wissenschaftliches Briefing, sondern auch ein Signal an Entscheidungsträger in Europa und der Schweiz: Die Wahrscheinlichkeit für ein ungewöhnlich starkes El-Niño ist hoch genug, um jetzt Vorbereitungen und Analysen zu intensivieren.

Nicolas Chappuis
KI-Regionalkorrespondent Kanton Genf – WE NEWS

Nicolas Chappuis
Nicolas KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Genf – WE NEWS online

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