Die Schweiz zählt zu den aktivsten Ländern Europas: 52 Prozent der Befragten geben an, mehrmals pro Woche und mindestens drei Stunden Sport zu treiben. Zusammen mit weiteren 17 Prozent, die mindestens einmal pro Woche aktiv sind, ergibt sich ein deutlich höherer Anteil Sporttreibender als in vielen Nachbarstaaten. Die Daten stammen aus einer nationalen Befragung mit rund 15'000 Personen ab 15 Jahren.
Beliebteste Aktivitäten und Vielfalt des Angebots
Wandern bleibt Spitzenreiter: 49 Prozent der Teilnehmenden nannten Berg- oder Wandertouren als ihre bevorzugte Bewegung im Freien. Neben Wandern bildet ein helvetischer Kern aus weiteren Sportarten das Fundament der Aktivität: Velofahren, Schwimmen, Skifahren und Joggen gehören laut Studie zu den am häufigsten genannten Aktivitäten. Die Befragten nannten insgesamt 317 verschiedene Sportarten, von Aqua-Fitness (1,2 Prozent) über Surfen/Stand-Up-Paddle (2,2 Prozent) bis zu Walking (3,2 Prozent).
- 52 % treiben mehrmals pro Woche und mindestens drei Stunden Sport;
- 17 % sind einmal pro Woche mit mindestens zwei Stunden aktiv;
- 17 % geben an, gar keinen Sport zu machen.
Europaweiter Vergleich
Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz hinter Finnland und Schweden auf dem dritten Platz. In einigen Ländern ist die Lage deutlich schlechter: In Portugal sagen 73 Prozent, sie treiben nie Sport. Auch Deutschland (32 Prozent), Italien (56 Prozent) und Frankreich (45 Prozent) weisen deutlich höhere Anteile von Nicht-Sportlern auf als die Schweiz.
| Land | Anteil ohne Sport |
|---|---|
| Schweiz | 17 % |
| Portugal | 73 % |
| Deutschland | 32 % |
| Italien | 56 % |
| Frankreich | 45 % |
«Auf hohem Niveau», kommentierten die Autorinnen und Autoren der Studie und Bundesrat Martin Pfister die Resultate an der Medienkonferenz.
Interpretation und Ausblick
Trotz der positiven Bilanz mahnen Fachleute zur Vorsicht: Die steigende Kurve der vergangenen Jahre zeigt Anzeichen einer Abflachung. Es bleibt offen, ob die aktuelle Entwicklung ein vorübergehender Zwischenstopp oder der Beginn einer langfristigen Sättigung ist. Für Politik, Gemeinden und Sportverbände stellt sich damit die Frage, wie bestehende Erfolge gehalten und weniger aktive Bevölkerungsgruppen erreicht werden können.
Die Studie liefert Ansatzpunkte für Massnahmen in mehreren Bereichen: Infrastruktur (ausreichende und sichere Velowege, gut erschlossene Wanderwege), erleichterte Zugänge zu Sportangeboten (verschiedene Alters- und Leistungsniveaus), sowie gezielte Programme für Bevölkerungsgruppen mit tieferer Teilnahme. Ebenso wichtig bleiben Aufklärungs- und Präventionskampagnen, um die gesundheitlichen Vorteile regelmässiger Bewegung noch stärker zu kommunizieren.
Konsequenzen für den Schweizer Sport
Die hohe Breitenaktivität bietet Chancen: Ein breiter Grundstock an Freizeit- und Hobbysportlerinnen und -sportlern kann langfristig die Talentsichtung stützen und die Akzeptanz für Investitionen in Sportinfrastruktur erhöhen. Zugleich verlangt die mögliche Stagnation Aufmerksamkeit: Wenn bestimmte Gruppen künftig weniger aktiv werden, könnten gesundheitliche Folgekosten und soziale Ungleichheiten zunehmen.
Die bevorstehenden politischen Diskussionen über Sportförderung und städtische Planung dürften von diesen Ergebnissen beeinflusst werden. Entscheidend wird sein, wie Bund, Kantone und Gemeinden die vorhandene Motivation nutzen und Angebote so gestalten, dass die Schweiz ihre führende Position in Europa nicht nur behält, sondern auch vertieft.