Ein Ausflug ins Tessiner Bergland endete tragisch: Die Leiche eines 48-jährigen Mannes aus Locarno ist am Montagvormittag im Val Malvaglia gefunden worden. Nach ersten Ermittlungen der Kantonspolizei stürzte der Mann offenbar beim Pilzesammeln ab.
Gross angelegte Suche in der Nacht
Die Vermisstmeldung ging laut Polizeiangaben am Sonntagabend um kurz nach 22:00 Uhr ein, nachdem der Mann nicht nach Hause zurückgekehrt war. Unverzüglich starteten die Kantonspolizei Tessin, die Schweizer Bergrettung SAS und die Rega eine koordinierte Suchaktion in Richtung der Gebiete um Madra und Cugnètt in der Gemeinde Serravalle.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| Sonntag, ca. 22:00 | Vermisstmeldung bei der Notrufzentrale |
| Sonntag Nacht | Suchaktion durch Polizei, Bergrettung und Rega |
| Montag, ca. 11:30 | Leichenfund im Gebiet Cugnètt auf rund 1'200 m |
Rettungskräfte am Fundort
Die Retter entdeckten den Mann am Montag gegen 11:30 Uhr im Gebiet Cugnètt, auf einer Höhe von rund 1'200 Metern. Die Kantonspolizei gibt an, dass der Mann beim Pilzesammeln offenbar abgestürzt sei. Die genauen Umstände des Unglücks werden derzeit noch untersucht.
Am Einsatz beteiligt waren mehrere Organisationen, darunter:
- Kantonspolizei Tessin
- Schweizer Bergrettung SAS
- Rega
- Ein Care-Team zur psychologischen Betreuung der Angehörigen
Regionale Bedeutung und Vorsicht in den Bergen
Das Tessin zieht im Spätsommer viele Pilzsucher in die Hügel und Bergwälder. Die Kombination aus unebenem Gelände, dichten Beständen und teilweise unsichtbaren Abhängen macht solche Ausflüge «tückisch», insbesondere wenn man alleine unterwegs ist oder das Gelände nicht gut kennt. Die Polizei betont, dass sich Unfälle beim Sammeln von Pilzen trotz Routine schnell ereignen können.
Die Behörden raten Wandernden und Pilzsammlerinnen zu Vorsicht und Vorbereitung: Informieren Sie Angehörige über die geplante Route und Rückkehrzeit, nehmen Sie ein aufgeladenes Mobiltelefon mit, tragen Sie geeignetes Schuhwerk und ziehen Sie in Erwägung, nicht alleine zu gehen. Bei schlechter Sicht oder schwierigen Passagen empfiehlt sich Zurückhaltung.
Was jetzt geschieht
Die Kantonspolizei führt die Ermittlungen zu den genauen Unfallursachen weiter. Eine amtliche Todesursache steht bislang noch aus, bis die weiteren Abklärungen abgeschlossen sind. Zur Betreuung der Hinterbliebenen wurde ein Care-Team beigezogen.
Für Gemeinden im Tessin ist dies ein weiterer Hinweis auf die Risiken in unwegsamem Gelände in der Pilzsaison. Öffentliche Stellen und Rettungsorganisationen betonen wiederholt die Bedeutung von Prävention und guter Vorbereitung bei Aktivitäten abseits von befestigten Wegen.
Die Untersuchungsergebnisse werden voraussichtlich in den kommenden Tagen präzisiert. Bis dahin halten Polizei und Rettungskräfte die Ermittlungen und das Umfeld des Fundortes weiterhin gesichert.
Die Nachricht traf Locarno und die engere Region schwer; das Val Malvaglia ist ein beliebtes Ziel für naturverbundene Ausflüge, verliert aber mit diesem Unfall ein Stück Unbeschwertheit.