Das Luzerner Sporttechnologie-Unternehmen Ascend Sport Technology prüft den Markteintritt an der Schweizer Börse SIX durch einen Reverse Merger mit dem kotierten Papier EvoNext (ehemals Evolva). EvoNext bestätigte am Montagabend «fortgeschrittene Gespräche über eine Reverse-Merger-Transaktion», wie aus Mitteilungen und Berichten hervorgeht.
Kernpunkte der Gespräche
Ähnliche Schritte würden Ascend den Weg an die Börse ebnen, ohne einen klassischen IPO. Laut Berichten, darunter Bloomberg und eine lokale Wirtschaftsseite, wäre für die bisherigen EvoNext-Aktionäre eine Bewertung von 2.50 Fr. je Aktie vorgesehen. Am Handelstag legte die EvoNext-Aktie vorbörslich deutlich zu und schloss schliesslich bei 2.65 Fr., ein Plus von knapp einem Drittel gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Ein verbindlicher Vertrag liegt nach Angaben von EvoNext noch nicht vor; die Gesellschaft will den Markt über wesentliche Entwicklungen informieren.
Was Ascend anbietet
Ascend beschreibt sich als profitables Schweizer Sporttechnologie-Unternehmen mit KI-gestützten Hardware-, Software- und Datenlösungen für Rechteinhaber, Sponsoren und Broadcaster. Das in Kriens ansässige Unternehmen ist auf Sportmarketing und digitale Werbung an Stadionumrandungen spezialisiert. Medienberichte führten zudem an, Ascend habe sämtliche Werbebanden für Stadien an der Fussball-Weltmeisterschaft geliefert und damit die Übermittlung der Botschaften von Marken wie Coca‑Cola, Visa und Adidas sichergestellt.
- Sitz: Kriens (LU)
- Geplante Bewertung EvoNext-Aktionäre: 2.50 Fr. je Aktie
- Schlusskurs EvoNext (Berichtstag): 2.65 Fr. (+ knapp ein Drittel)
- Umsatzschätzung Ascend: 40–50 Mio. Fr. (Bericht)
Finanzielle Dimensionen
In Branchenberichten wurde der Umsatz von Ascend auf etwa 40 bis 50 Mio. Fr. geschätzt. Die Transaktion via Reverse Merger gilt für junge, schnell wachsende Firmen oft als pragmatische Alternative zu einem klassischen Börsengang, weil sie Administrative und Regulierungsaufwände reduzieren kann. EvoNext hat den Vorgang bestätigt, hält aber fest, dass noch kein verbindlicher Vertrag vorliegt.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Bewertung je EvoNext-Aktie (vorgesehen) | 2.50 Fr. |
| EvoNext Schlusskurs (Berichtstag) | 2.65 Fr. |
| Geschätzter Umsatz Ascend | 40–50 Mio. Fr. |
«Mit Schweizer Wurzeln und internationaler Tätigkeit ist die Schweizer Börse ein naheliegender»
Der zitierte Satz stammt aus einer früheren Stellungnahme des Gründers und CEOs von Ascend, Bernard de Roos, die in Medienberichten wiedergegeben wurde. Er unterstreicht die strategische Logik eines Börsenzugangs über die SIX, sollte die Transaktion zustande kommen. Eine formelle Mitteilung oder ein verbindlicher Vertrag wurden seitens EvoNext noch nicht publiziert.
Folgen für Markt und Sportmarketing
Für den Schweizer Sporttech-Sektor hätte ein erfolgreicher Zusammenschluss mehrere Effekte: Erstens erhielte Ascend durch die Kotierung mehr Sichtbarkeit und Zugang zu Kapitalmärkten, um weiteres Wachstum zu finanzieren. Zweitens würde ein börsennotiertes Profil das Vertrauen von Grosskunden und internationalen Ligen stärken. Drittens könnte der Deal die Aufmerksamkeit auf die Dienstleistungsbranche rund um digitale Stadionwerbung lenken, die mit Grossanlässen und hybriden Übertragungsformaten wächst.
Für EvoNext bedeutet ein solcher Reverse Merger einen strategischen Neubeginn: Der bisherige Börsenmantel würde einem operativ tätigen Sporttech-Unternehmen eine schnelle Marktzugangsplattform bieten. Falls die Gespräche scheitern, bleibt EvoNext gemäss eigenen Angaben verpflichtet, den Markt über wesentliche Entwicklungen zu informieren.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob aus den «fortgeschrittenen Gesprächen» ein verbindlicher Vertrag wird und wie Investoren sowie Geschäftspartner auf die konkrete Struktur einer möglichen Transaktion reagieren.