Die Korporation Zug hat beim zuständigen Amt ein Baugesuch für drei Mehrfamilienhäuser im Gebiet Schliffi eingereicht. Vorgesehen sind insgesamt 272 Wohnungen, die nach Angaben der Korporation zu Kostenmieten vermietet werden sollen. Für eine Dreizimmerwohnung ist dem Projekt zufolge ein Richtwert von rund 1'800 Franken pro Monat genannt worden.
Projekt im Kontext eines stark wachsenden Gebiets
Das Bauvorhaben liegt in der Baulücke zwischen Zug und Baar, einem Siedlungsgebiet, das derzeit zahlreiche Projekte anzieht. In unmittelbarer Nähe plant die Privatbank Vontobel, ihren Hauptsitz von Zürich nach Baar zu verlegen. Auf dem Unterfeld-Areal soll bis 2030 ein Campus für rund 1'500 Mitarbeitende entstehen. Die Anträge und Planungen zusammen deuten darauf hin, dass das Gebiet in den kommenden Jahren erheblichen infrastrukturellen und bevölkerungsbezogenen Veränderungen unterliegt.
Die Korporation Zug, eine der wichtigen Land- und Immobilienorganisationen im Kanton, will mit diesem Projekt offenbar einerseits dem akuten Bedarf an bezahlbarem Wohnraum begegnen und anderseits das weiter wachsende ökonomische Zentrum zwischen Baar und Zug stützen. Kostenmieten sind in diesem Kontext ein Instrument, um die Wohnkostenbindung zu sichern, ohne eine Subventionierung durch die öffentliche Hand zu beanspruchen.
Was bedeutet Kostenmiete in der Praxis?
Als Kostenmiete wird gemeinhin eine Miete bezeichnet, die sich an den effektiven Kosten der Bewirtschaftung und Abschreibung des Gebäudes orientiert. Im Unterschied zu frei finanzierten Mieten berücksichtigt sie keine marktteuerungsbedingten Aufschläge. Für die künftigen Mietenden würde dies einen tieferen Mietzins bedeuten, als dies vergleichbare Neubauten auf dem freien Markt erzielen könnten. Konkrete Angaben zur Berechnungsweise und zu möglichen Staffelungen nach Wohnungsgrösse oder Ausstattung sind im Baugesuch noch nicht detailliert veröffentlicht worden.
Projektumfang und Wohnungsstruktur
Aus dem eingereichten Gesuch geht hervor, dass die drei Häuser in ihrer Gesamtheit 272 Einheiten umfassen sollen. Die Angaben zu Wohnungsgrössen, Anteilen von Zwei- bis Vierzimmerwohnungen, sowie zu vorgesehenen Gemeinschaftsflächen und Parkierungsangeboten sind im öffentlich einsehbaren Teil des Gesuchs bisher nur knapp skizziert. Die Korporation betont in der Einreichung die Absicht, ein vielfältiges Wohnangebot zu schaffen, das unterschiedliche Haushaltsgrössen anspricht.
| Element | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Gebäude | 3 Mehrfamilienhäuser |
| Anzahl Wohnungen | 272 |
| Vorgesehene Dreizimmermiete | ~1'800 Fr./Monat |
Auswirkungen auf Wohnmarkt und Infrastruktur
Ein Projekt dieser Grösse kann den lokalen Wohnungsmarkt durchaus beeinflussen. Neu geschaffene Kostenmietwohnungen könnten Druck aus dem Segment der mittleren Einkommen nehmen und eine Alternative zu frei finanzierten Neubauten bieten. Zug und Baar sind wirtschaftlich stark entwickelte Gemeinden mit hoher Nachfrage nach Wohnraum. Zug gilt seit Jahren als Kantonszentrum mit attraktivem Arbeitsmarkt und entsprechend hohem Zuzug; zusätzliche Angebote sind deshalb für die räumliche Entwicklung relevant.
Gleichzeitig stellt sich die Frage der Infrastruktur: Verkehrserschliessung, Schulen, Freizeitangebote und Nahversorgung müssen mitwachsen, damit die Neubauten nachhaltig funktionieren. Die Nähe zum geplanten Vontobel-Campus erhöht die Bedeutung einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr und an das regionale Strassennetz.
Verfahrensstand und Ausblick
Das Baugesuch ist eingereicht, der weitere Ablauf richtet sich nach dem kantonalen und kommunalen Baurecht. Das Erteilungsverfahren umfasst eine öffentliche Auflage, während der Einwendungen möglich sind, sowie die Prüfung durch die Baubehörden. Konkrete Zeitangaben zum Baubeginn oder zur Fertigstellung nennt die Korporation bislang nicht. Typischerweise folgen nach der Gesuchseinreichung noch detailliertere Prüfungen in Bezug auf Bautechnik, Verkehr und Umwelt.
- Wichtig: Die Wohnungen sind als Kostenmieten vorgesehen — das soll die Wohnkosten für mittlere Einkommen stabilisieren.
- Grösse: Insgesamt 272 Wohnungen in drei Mehrfamilienhäusern.
- Kontext: Projekt steht im Umfeld grösserer Vorhaben wie dem Vontobel-Campus in Unterfeld.
Die Entwicklung im Gebiet Schliffi bleibt damit ein Projekt, das sowohl die lokale Wohnraumpolitik als auch die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Baar und Zug prägen könnte. Sobald weitere Details aus dem Gesuchsverfahren oder konkrete Planunterlagen veröffentlicht werden, sind diese für die Beurteilung der Wirkungen auf den Wohnungsmarkt und die Infrastruktur entscheidend.
Foto: Jakob Ineichen (Zug, 8.9.2026). Quelle: Einreichungsunterlagen der Korporation Zug.