Der Kanton Schwyz treibt die Planung des Autobahnzubringers Siebnen weiter voran. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat eine Ausgabenbewilligung von 9,9 Millionen Franken für die weitere Projektierung, teilte die Staatskanzlei mit. Ziel ist eine rund 1,7 Kilometer lange Zubringerstrasse, die östlich von Wangen von der Zürcherstrasse bis zur Glarnerstrasse in Siebnen führen soll.
Projektumfang und Lage
Der geplante Zubringer umfasst eine Strecke, die auf rund einem Kilometer in einem sogenannten Tagbautunnel verläuft. Ergänzt werden soll das Projekt durch Zufahrtsstrecken sowie Anschlüsse beim Bahnhof Siebnen-Wangen. Der Regierungsrat betont, dass die neue Verbindung die Anschlüsse Lachen und Reichenburg entlasten und den künftigen Autobahnanschluss Wangen‑Ost mit Siebnen verbinden soll.
«Eine offene Linienführung hätte das noch weitgehend unverbaute Gebiet zerschnitten und wäre politisch kaum als gewollt und mehrheitsfähig eingestuft worden.»
Aufgabenverteilung: Kanton und Bund
Die Zuständigkeit für den eigentlichen Autobahnanschluss östlich von Wangen liegt beim Bundesamt für Strassen (Astra). Gemäss Mitteilung soll Astra demnächst eine Bestvariante für den Anschluss festlegen. Danach müsse das Bundesprojekt mit dem kantonalen Zubringer abgestimmt werden, heisst es in der Mitteilung der Staatskanzlei.
Zeitplan und Kosten
Die Regierung nennt einen groben Zeitplan: Die öffentliche Auflage beider Projekte — Autobahnanschluss und kantonaler Zubringer — ist frühestens 2031 vorgesehen. Ein Baubeginn wäre «im Idealfall 2035 möglich». Die Bauzeit wird auf rund fünf Jahre geschätzt. Die Regierung schätzt die Kosten für den kantonalen Zubringer derzeit auf rund 244 Millionen Franken.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Länge Zubringer | rund 1,7 km |
| Tagbautunnel | rund 1 km |
| Projektierung: beantragte Mittel | 9,9 Mio. Fr. |
| Geschätzte Baukosten | ca. 244 Mio. Fr. |
| Öffentliche Auflage | frühestens 2031 |
| Baubeginn (im Idealfall) | 2035 |
Vorgeschichte und politische Ausgangslage
Der geplante Anschluss Wangen‑Ost beschäftigt die Region seit Jahren. Bereits 2014 wurde ein Mitwirkungsverfahren gestartet. 2017 empfahlen Planende zwei Varianten — eine «hoch» und eine «tief» — doch mit den betroffenen Gemeinden und dem Bezirk March gelang keine Einigung auf eine Variante. 2021 entschied der Regierungsrat für eine «Vorwärtsstrategie» bei mehreren grossen Strassenbauprojekten; seither wird der Zubringer Siebnen als kantonales Strassenprojekt vorangetrieben.
Die Staatskanzlei befürwortet eine Variante mit einem Tagbautunnel, weil eine offene Linienführung das noch weitgehend unverbaute Gebiet stärker beeinträchtigt hätte und politisch kaum mehrheitsfähig eingeschätzt worden sei.
Was jetzt geschieht
- Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat 9,9 Mio. Fr. für die nächste Projektierungsphase.
- Astra soll zeitnah die Bestvariante für den Autobahnanschluss Wangen‑Ost festlegen.
- Anschliessend erfolgt die Abstimmung zwischen dem Bundesanschluss und dem kantonalen Zubringer, bevor die öffentliche Auflage geplant wird.
Ausblick und Bedeutung
Mit dem Zubringer will der Kanton die regionale Verkehrssituation entlasten und die Erreichbarkeit von Siebnen verbessern. Die enge Verzahnung mit dem Bundesprojekt für den Autobahnanschluss macht die weitere Planung komplex und zeitintensiv. Die vorgesehenen Kosten und der lange Zeithorizont zeigen, dass es sich um ein langfristiges Infrastrukturvorhaben handelt, das Raumplanung, Verkehr und Finanzierung über Jahre hinweg beeinflussen wird.
Die beantragten Mittel von 9,9 Millionen Franken dienen ausschliesslich der weiteren Projektierung; über eine Realisierung und die effektiven Baukosten wird erst in späteren Schritten entschieden, nachdem Variantenabstimmungen und die öffentliche Auflage erfolgt sind.