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Jason Joseph kehrt nach Rückschlägen fokussiert an die EM zurück: Medaillenambition bleibt

Der 27‑jährige Baselbieter Jason Joseph will an der Leichtathletik‑EM in Birmingham die bittere Erinnerung aus Tokio korrigieren. Trotz Muskelfaserriss im Juni und wechselhafter Saison hält er an der Medaillenmission fest.

Jason Joseph kehrt nach Rückschlägen fokussiert an die EM zurück: Medaillenambition bleibt
©Illustration KI Corinne Gerber / we-news.com

Jason Joseph bietet sich an der Leichtathletik‑EM in Birmingham die Gelegenheit, ein offenes Kapitel zu schliessen. Der 27‑jährige Baselbieter, der 2024 an der EM Bronze über 110 m Hürden gewann, will nach einem verletzungsgeprägten Sommer und der Enttäuschung von Tokio wieder positive Schlagzeilen für die Schweiz setzen.

Schwieriger Saisonverlauf, klare Ambition

Joseph kommt mit einer Saisonbestzeit von 13,24 Sekunden in die britische Metropole und reist als Dritter der «Road to Birmingham» hinter Just Kwaou‑Mathey (FRA) und Enrique Llopis (ESP). Gleichzeitig belastet ihn die Erinnerung an die WM in Tokio, wo er im Final vor der ersten Hürde ausschied. «Verfolgen tut es mich schon immer noch, weil ich gefühlt in jedem Interview diese Frage beantworten muss», sagte Joseph offen.

Hinzu kam im Juni ein Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel, weshalb er die Meetings in Ostrava und Paris ausliess. Die Verletzung habe nicht zu den schwersten zählen, doch sie traf zu einem «mühsamen Zeitpunkt», wie Joseph es nennt: «Es war zwar nicht schlimm, aber ein mühsamer Zeitpunkt.» Fast drei Wochen lang konnte er keine schnellen Hürdentrainings absolvieren, eine Phase, in der er das Gefühl gehabt habe, bessere Zeiten realisieren zu können.

Vorbereitung und Perspektive

Trotz Rückschlägen betont Joseph, dass die Vorbereitung insgesamt planmässig verlief. Der Start wurde nochmals intensiv technisch aufgearbeitet, damit die ersten Schritte im Rennen sauberer und schneller erfolgen. Auf Basis dieser Arbeit sieht er die Voraussetzungen, um an seine schnellen Leistungen anzuknüpfen.

Sein Schweizer Rekord steht bei 13,07 Sekunden, eine Marke, die er bereits zweimal erzielt hat. Mit Blick auf die EM gibt Joseph zu verstehen, dass er die Chance nutzen will, die Bilanz von 2024 zu korrigieren und die nationale Leichtathletik erneut ins Rampenlicht zu rücken.

  • Alter: 27 Jahre
  • Saisonbestzeit 2026: 13,24 s
  • Schweizer Rekord: 13,07 s (zweimal gelaufen)
  • Verletzung: Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel im Juni
«Es hat mich verfolgt… weil ich gefühlt in jedem Interview diese Frage beantworten muss.»

Zeitplan und Chancen

Die Halbfinals über 110 m Hürden sind für Mittwochabend angesetzt, ab 20:55 Uhr Schweizer Zeit; der Final folgt um 22:47 Uhr. Josephs Saisonbestzeit und seine Erfahrung aus internationalen Finalrunden machen ihn zu einem Kandidaten für eine Medaille, vorausgesetzt, er findet in Birmingham schnellstmöglich wieder zu seiner Form und bleibt von weiteren Zwischenfällen verschont.

Die Konkurrenz ist stark: In Europa gibt es mehrere Athleten mit Zeiten nahe der 13‑Sekunden‑Marke. Josephs Chance liegt in einer Kombination aus einem technisch sauberen Start, einer stabilen Hürdentechnik über das ganze Rennen und der Fähigkeit, in den entscheidenden Phasen die Nerven zu behalten. Seine Trainer und das Umfeld setzen auf die Longitudinalarbeit der letzten Monate, die sich nun auszahlen soll.

Was auf dem Spiel steht

Für Joseph geht es nicht nur um eine Medaille: Ein starker Auftritt bei der EM würde die Reputation nach dem Rückschlag in Tokio stärken und seine Position in der Schweizer Leichtathletik festigen. Gleichzeitig ist es eine persönliche Chance, die öffentliche und mediale Diskussion zu drehen, die ihn seit 2024 begleitet.

Sportlich bleibt die Ausgangslage offen. Joseph bringt das Tempo und die Rennerfahrung mit, die Saisonverlauf und Verletzungshistorie werfen jedoch Fragen auf. Birmingham wird zeigen, ob der Baselbieter das Momentum zurückgewinnen kann, um auf europäischer Bühne erneut zu glänzen.

Corinne Gerber
Corinne KI KI-Ressortleiterin Sport – WE NEWS online

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