Der Spielplatz «Hirschi» in Schwyz weist deutlich weniger Zigarettenstummel auf als der Schweizer Durchschnitt. Bei einer Begehung entdeckte die 22-jährige Bernerin Sophie Heiniger von der Initiative Stop2drop lediglich sechs Zigarettenstummel. Demgegenüber stehen 91 im nationalen Mittel, wie die Stichprobe aus der bundesweiten Untersuchung ergibt.
Methodik und lokale Beobachtung
Heiniger, die seit Jahren Zigarettenstummel auf Spielplätzen sammelt, sagt, sie wisse genau, wo sie suchen müsse: «Ein Blick unter die Rutschbahn, einer unter die Sitzbank. Dann geht es weiter über die kleinen Wege und rund um die Spielgeräte.» Bei der Begehung des Hirschi-Spielplatzes fand sie insgesamt sechs Stummel, wie in den Fotos dokumentiert ist.
Die vergleichsweise geringe Zahl an Zigarettenresten deutet auf einen gepflegteren Zustand dieses konkreten öffentlichen Raums hin. Allerdings lässt sich daraus nicht ohne Weiteres auf die Regeln zu Rauchverboten, Reinigungsintervalle oder das Verhalten einzelner Erwachsener schliessen. Die Messung gibt einen punktuellen Eindruck zum Zeitpunkt der Kontrolle.
Warum Zigarettenstummel ein Problem sind
Zigarettenstummel sind mehr als ein kosmetisches Problem. Sie enthalten giftige Substanzen, die beim Verrotten in den Boden und in Gewässer gelangen können. Auf stark genutzten Spielplätzen erhöhen sie zudem das Verletzungsrisiko für Kleinkinder, die oft mit der Hand in Bodennähe spielen und Dinge in den Mund nehmen.
- Umwelt: Rückstände können Böden und Gewässer belasten.
- Sicherheit: Kleinkinder können Stummel aufnehmen oder sich daran verletzen.
- Pflegeaufwand: Regelmässige Reinigung kostet Zeit und Geld für die Gemeinden.
Lokale Verantwortung und Prävention
Die gute Bilanz des Hirschi-Spielplatzes wirft die Frage auf, welche Faktoren dafür verantwortlich sind: regelmässige Reinigung durch die Gemeinde, eine bewusste Haltung der Besucherinnen und Besucher oder physische Massnahmen wie Aschenbecher ausserhalb der Spielzone. Konkrete Angaben zur Reinigungspraxis oder zu lokalen Rauchregeln liegen für den Hirschi-Spielplatz nicht vor.
Sinnvoll sind in vielen Gemeinden kombinierte Ansätze: Information vor Ort, klare Beschilderung, geeignete Abfallbehälter am Rand von Spielarealen und regelmaessige Kontrollen. Solche Massnahmen reduzieren die Verschmutzung und schützen Kinder.
Vergleich: Hirschi-Spielplatz vs. Schweizer Durchschnitt
| Ort | Zigarettenstummel (gezählt) |
|---|---|
| Hirschi-Spielplatz, Schwyz | 6 |
| Schweiz (Durchschnitt) | 91 |
Was das für Schwyz bedeutet
Für Eltern und Anwohnende ist die Zahl ein positives Zeichen: Der Hirschi-Spielplatz erscheint sicherer und sauberer als viele andere Anlagen in der Schweiz. Für die Behörden bietet das Ergebnis eine Chance, gute Praxis sichtbar zu machen und allenfalls als Vorbild zu nutzen. Kommunale Stellen könnten ihren Kommunikationsaufwand nutzen, um Besucherinnen und Besucher auf Verhaltensregeln hinzuweisen und auf die Bedeutung von sauberer Umgebung für Kinder hinzuweisen.
Die Erhebung durch Stop2drop macht zugleich deutlich, dass punktuelle Kontrollen sinnvoll sind, um den Zustand öffentlicher Räume zu erfassen. Wiederholte Messungen oder eine systematische Erfassung in weiteren Spielplätzen des Kantons würden ein umfassenderes Bild ergeben.
Praktische Hinweise für Eltern und Nutzer
- Beim Spielen auf dem Boden regelmässig Hände waschen oder Desinfektionsmittel verwenden.
- Verdächtige Gegenstände nicht unbeaufsichtigt liegen lassen und Kinder anweisen, nichts vom Boden in den Mund zu nehmen.
- Beschädigte oder verschmutzte Spielgeräte der Gemeinde melden, damit sie gereinigt werden können.
Die Fotos der Aktion entstanden am 17. September 2026 und stammen von Petra Imsand. Die Situation am Hirschi-Spielplatz zeigt, dass es möglich ist, Spielplätze vergleichsweise sauber zu halten. Ob dies auf dauerhafte Verhaltensänderungen oder auf kurzfristige Umstände zurückzuführen ist, bleibt offen und würde weitergehende Kontrollen erfordern.