Festgottesdienst und Totenehrung in Oberbaar
Der Kameraden- und Soldatenverein (KSV) Baar hat sein 100-jähriges Gründungsjubiläum mit einem feierlichen Anlass begangen. Gemäss Mitteilung begann der Festtag mit einem gemeinsamen Weisswurstessen für eingeladene Vereine. Die Blaskapelle Baar begleitete die Teilnehmenden anschliessend zum Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius in Oberbaar.
Zu Beginn der Messfeier gab der Vereinsvorsitzende Franz Ruisinger einen Rückblick auf die Geschichte des KSV Baar. Pfarrer Werner Ehnle hob in seiner Predigt hervor, dass dauerhafter Frieden nicht mit Waffen zu erzielen sei, sondern «aus dem Herzen der Menschen» komme. Solidarität, die Suche nach Gemeinschaft und Dankbarkeit hätten nach dem Ersten Weltkrieg zum Entstehen von Kriegervereinen beigetragen, sagte er; Überlebende hätten in Kameraden mit ähnlichen Schicksalen Verständnis und Verbundenheit gefunden.
Gedenken am Kriegerdenkmal
Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Fahnenabordnungen zur Totenehrung am Kriegerdenkmal. Franz Ruisinger legte einen Kranz nieder zum Gedenken an die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden. Auf dem Denkmal in Baar sind 82 Namen eingraviert.
«Friede ist keine Selbstverständlichkeit», sagte Ruisinger laut Mitteilung und verwies damit auf aktuelle Konflikte in Europa.
Im Anschluss sprach der BKV-Landespräsident Otmar Krumpholz. Er erinnerte daran, dass die Gründer des Vereins nach dem Ersten Weltkrieg die politischen und sozialen Folgen nicht voraussehen konnten, die der Zweite Weltkrieg brachte. Krumpholz verband die historische Erinnerung mit einem Hinweis auf die Gegenwart: Die Lage in der Ukraine zeige, wie fragil Frieden sein könne. Gleichzeitig dankte er dem KSV Baar für die Organisation der jährlichen Wallfahrt nach Maria im Elend, die sich laut Mitteilung zur grössten Wallfahrt dieser Art in Bayern entwickelt habe.
Bedeutung für die lokale Erinnerungskultur
Der Anlass unterstrich die doppelte Funktion des Vereins: Er pflegt zum einen die Kameradschaft und die Traditionen ehemaliger Soldaten, zum anderen erfüllt er eine öffentlich sichtbare Rolle in der lokalen Erinnerungskultur. Die Wallfahrt nach Maria im Elend, die in der Mitteilung als zentrales Element genannt wird, verbindet religiöse Praxis mit kollektiver Erinnerung. Die Teilnahme mehrerer Orts- und Gastvereine sowie der musikalische Beitrag der Blaskapelle zeigen, dass das Thema in der Region weiterhin Beachtung findet.
- 100 Jahre Vereinsgeschichte des KSV Baar
- 82 Namen auf dem Kriegerdenkmal in Baar
- Jährliche Wallfahrt nach Maria im Elend als bedeutender Vereinsanlass
| Programmpunkt | Ort |
|---|---|
| Weisswurstessen | Versammlung der geladenen Vereine (laut Mitteilung) |
| Festgottesdienst | Pfarrkirche St. Laurentius, Oberbaar |
| Totenehrung | Kriegerdenkmal, Baar |
Der Festtag verband Feier und Nachdenklichkeit. Die Würdigung der Vereinsgeschichte sowie das Mahnen zum Frieden standen gleichrangig im Zentrum der Veranstaltung. Für Baar hat der Anlass lokale Bedeutung, weil er das Gedenken an die Gefallenen sichtbar macht und die Rolle von Vereinen in der sozialen Vernetzung dokumentiert.
Die Mitteilung erwähnt ausserdem, dass die Wallfahrt nach Maria im Elend mittlerweile die grösste ihrer Art in Bayern ist. Dies unterstreicht die grenzüberschreitende Wirkung einiger regionaler Traditionen und zeigt, wie Vereine über lokale Grenzen hinweg wirken können.