Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat sich im Kanton Schwyz weiter ausgebreitet. Laut Angaben der Kantonalen Verwaltung wurden in der laufenden Saison bereits zehn Nester gefunden und fachgerecht entfernt. Die Ausbreitung im Kantonsgebiet verläuft dem Bericht zufolge von West nach Ost.
Funde und Saisonverlauf
Die entdeckten Nester stammen aus dem Zeitraum zwischen Mitte Juli und Mitte September. Die Fachstellen betonen, dass die Hilfe der Bevölkerung weiterhin wichtig sei, um Nester frühzeitig zu lokalisieren und entsprechende Massnahmen zu ergreifen.
| Zeitraum | Anzahl entdeckter Nester |
|---|---|
| Mitte Juli – Mitte September | 10 |
Erkennbare Merkmale und Nesttyp
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die einheimische Europäische Hornisse. Charakteristisch seien ein überwiegend dunkler Körper, feine gelbe Streifen am Hinterleib sowie auffällig gelbe Beinenden. Im Jahresverlauf baut die Königin im Frühling ein kleines Primärnest; im Sommer entsteht dann häufig ein deutlich grösseres Sekundärnest, in das das Volk umzieht.
Diese Sekundärnester haben eine birnenförmige Gestalt mit einem seitlichen Flugloch und können einen Durchmesser von bis zu 80 cm bis 1 m erreichen. Meistens befinden sie sich hoch in Baumkronen, oft ab rund 10 Metern Höhe, was das Auffinden und die Bekämpfung erschwert.
Auswirkungen auf Bienen, andere Insekten und Landwirtschaft
Die Kantonalen Fachstellen weisen darauf hin, dass die Asiatische Hornisse kein grösseres direktes Risiko für Menschen darstelle als die einheimische Hornisse. Problematischer ist die Art für Bienen: Sie jagt Wildbienen, Wespen und in erheblichem Masse Honigbienen, um die Larven zu ernähren. Gesunde Bienenvölker können laut Mitteilung in der Regel mit der Präsenz umgehen, trotzdem besteht ein erhöhtes Schadensrisiko für schwächere Völker.
Auch im Obst- und Weinbau sind Schäden möglich, weil die Tiere an reifen Früchten fressen. Die kantonale Mitteilung warnt vor allzu grosser Sorge, verweist aber zugleich auf die Notwendigkeit, Vorkommen zu melden und Imkerinnen und Imker zu sensibilisieren.
Keine Fallen aufstellen – Meldungen erwünscht
Die Verwaltung rät ausdrücklich davon ab, Fallen gegen die Asiatische Hornisse aufzustellen. Solche Fallen seien nicht selektiv und fingen viele andere Tierarten mit, was ökologisch unerwünschte Folgen haben könne. Stattdessen sollen Beobachtungen den zuständigen Stellen gemeldet werden, damit Fachleute prüfen und gegebenenfalls eingreifen können.
- Was melden: Ort des Nestes, Beschreibung, Foto falls möglich
- Wo melden: An die kantonalen Fachstellen oder die Kantonspolizei (Kontaktwege gemäss kantonaler Webseite)
- Was nicht tun: Keine Selbstversuche mit Fallen oder Entfernen von Nestern
Hintergrund und Ausblick
Die Asiatische Hornisse gilt als invasive Art in Europa. Sie hat sich in den vergangenen Jahren in mehreren Kantonen etabliert und kann lokale ökologische und wirtschaftliche Folgen haben. Für den Kanton Schwyz stellt die aktuelle Entwicklung eine Fortsetzung dieser Verbreitung dar: Die kantonale Mitteilung erwähnt, dass sich die Art seit dem Vorjahr deutlich weiter ausgebreitet habe.
Die Fokussierung auf Meldungen aus der Bevölkerung und auf die fachgerechte Entfernung entdeckter Nester soll helfen, die Zahl neu etablierter Völker zu begrenzen. Weil viele Sekundärnester hoch in Bäumen sitzen, bleiben sie jedoch schwer zu lokalisieren und aufwändig zu bekämpfen.
Die kantonalen Behörden appelieren an die Bevölkerung und insbesondere an Imkerinnen und Imker, wachsam zu bleiben, Beobachtungen zu dokumentieren und Vernunft walten zu lassen: Fallen schaden mehr als sie nützen; Melden und fachgerechtes Vorgehen sind die empfohlenen Schritte.