In Salzburg konkurrieren heuer erstmals zwei Kunstmessen nahezu zeitgleich um das Interesse von Sammlern und Festspielgästen. Die Salzburg International Fine Art Fair (SIFAF) präsentiert Werke in den Räumen des Schaffner-Hauses am Waagplatz, während die Art & Antique zum ersten Mal im erzbischöflichen Palais stattfindet. Organisatoren und Aussteller beschreiben die Situation nicht als Rivalität, sondern als Chance, das Angebot in der Mozartstadt in der Festspielzeit zu erweitern.
Standorte und Aussteller
Die SIFAF nutzt verschiedene Räume im Schaffner-Haus, vom Dachgeschoss bis zum Freysauffkeller. Dort sind laut Veranstalter zehn Galerien aus Wien, Kitzbühel und Wels vertreten. Die Art & Antique hingegen bespielt das Erzbischöfliche Palais und führt sieben Galerien an, zwei davon sind gleichzeitig auch auf der SIFAF präsent.
| Messe | Ort | Anzahl Galerien |
|---|---|---|
| SIFAF | Schaffner-Haus, Waagplatz | 10 |
| Art & Antique | Erzbischöfliches Palais | 7 |
Ökonomische Bedeutung für Galerien
Die Verantwortlichen heben hervor, dass Salzburg in der Festspielzeit ein Publikum anzieht, das andernorts nicht so leicht zu finden ist. Wolfgang Pelz, Veranstalter der SIFAF, betont den spezifischen Draw der Stadt:
„Es gibt internationale Kunstkäufer, die nur nach Salzburg kommen. Die findet man im Sommer nicht in Wien, nicht in München, sondern die kommen nur hierher zu den Festspielen.“
Für viele Galerien sei die Präsenz in Salzburg daher wirtschaftlich relevant. Sylvia Kovacek von der gleichnamigen Wiener Galerie berichtet, die erneute Messeteilnahme habe positive Auswirkungen auf den Umsatz: Ohne den Salzburger Markt lägen die Erlöse deutlich niedriger.
„Alle wollen nach Salzburg, zu Ostern wie im Sommer. Weil die Festspielgäste hier sind. Hätten wir das nicht, hätten wir Umsatzeinbußen von 20 Prozent.“
Kein Nullsummenspiel — organisatorische Sicht
Vertreter der teilnehmenden Häuser sehen die beiden Veranstaltungen als komplementär. Petra Popp-Wiesinger vom Kunsthaus Wiesinger aus Wels bezeichnet sowohl die etablierte Art & Antique als auch die jüngere SIFAF als wichtige Plattformen und spricht sich dafür aus, Salzburg langfristig als Messestandort zu stärken. Zwei Messen nebeneinander eröffnen demnach unterschiedliche Präsentationsmöglichkeiten — von traditioneller Antiquität bis zu moderneren Positionen aus Malerei und Bildhauerei.
Praktische Hinweise für Besucher
Sammler wie Interessierte finden in der Stadt während der Festspielwochen ein konzentriertes Angebot an Werken unterschiedlicher Preisklassen. Die geografische Nähe der Veranstaltungsorte erleichtert den Besuch beider Messen an einem Tag. Für jene, die gezielt Werke erwerben möchten, kann die Anwesenheit zahlreicher Galeristen vor Ort den Entscheidungsprozess beschleunigen.
- Ort SIFAF: Schaffner-Haus, Waagplatz.
- Ort Art & Antique: Erzbischöfliches Palais.
- Besonderheit: Zwei Galerien sind auf beiden Messen vertreten.
Ausblick
Die doppelte Präsenz von Kunstmessen in Salzburg markiert eine Entwicklung, die sowohl kulturpolitisch als auch ökonomisch zu betrachten ist. Für die lokale Szene eröffnet sich die Chance, ein internationales Sammlerpublikum stärker an die Stadt zu binden. Ob sich das Modell langfristig bewährt, wird maßgeblich von den Verkaufszahlen, der Wiederkehr der Aussteller und der Resonanz des Publikums abhängen. Vorläufige Stellungnahmen der Aussteller und der Veranstalter lassen jedoch darauf schließen, dass Salzburg in der Saison als attraktiver Handelsplatz für Kunst weiter an Bedeutung gewinnt.
Diese Berichterstattung basiert auf den Angaben der Veranstalter und ausstellenden Galerien, die die Messen organisieren beziehungsweise dort präsent sind.